Theater-Gastspiel

Abitur und dann? Im Theater darf darüber gelacht werden

Josepha Grünberg (v.l.), Martin Lindow, Lukas Schöttler, Ulla Wagener spielen in „Wunschkinder“. Die Inszenierung ist am Donnerstag, 5. Dezember, in der Glückauf-Halle zu sehen. Foto:

Josepha Grünberg (v.l.), Martin Lindow, Lukas Schöttler, Ulla Wagener spielen in „Wunschkinder“. Die Inszenierung ist am Donnerstag, 5. Dezember, in der Glückauf-Halle zu sehen. Foto:

Foto: Tom Philippi / Konzertdirektion Landgraf

Homberg.  „Wunschkinder“ von Lutz Hübner und Sarah Nemitz zeigt orientierungslose Abiturienten. Die Komödie ist in der Glückauf-Halle zu sehen

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Lutz Hübner, der oft auch gemeinsam mit seiner Frau Sarah Nemitz die Stücke schreibt, zählt zu den meist gespielten Autoren der deutschen Gegenwartsdramatik und das nicht erst, seitdem er mit „Frau Müller muss weg“ die Schulprobleme mit Witz und Leichtigkeit auf die Bühne brachte. Sein Erfolg liegt darin begründet, was und vor allem, wie er es macht. Allen Moden zum Trotz hält er an der klassischen Form des Erzähltheaters fest, bringt er Menschen auf die Bühne, die man mögen oder verachten kann und treibt mit pointierten Dialogen die Handlung voran. Die Hübner-Methode besteht im sofortigen Wiedererkennen der Sätze. Er recherchiert, schöpft aus der Realität und destilliert das Ganze auf den Kern.

So machen die beiden es auch in „Wunschkinder“, dem 2016 in Bochum uraufgeführten Stück, das seitdem mehrfach nachgespielt wurde, was für ein zeitgenössisches Stück auch keine Selbstverständlichkeit ist. Auch die Konzertdirektion Landgraf griff den Stoff auf, der am Donnerstag, 5. Dezember (20 Uhr), in der Inszenierung des Routiniers Volker Hesse in der Glückauf-Halle auf die Bühne gebracht wird.

Die Autoren kommen rasch auf den Punkt

Das Autorenduo kommt rasch zur Sache. Marc hat gerade sein Abi mit Ach und Krach gemacht, weiß aber nichts mit sich und der Welt anzufangen, außer auf Partys zu gehen. „Nach zwölf Jahren Schule, in denen zukunftsbesorgte Eltern ihren Kindern jedes Hindernis aus dem Weg geräumt haben, damit sie sich aufs Lernen konzentrieren können, sollen die kaum 18-Jährigen nun plötzlich selbstständig sein. Überfordert von den Möglichkeiten, macht der Nachwuchs erst mal: garn nichts“, schrieb der Spiegel zur Uraufführung. Das Jahr nach dem Abi wird zum asozialen Jahr im Hotel Mama, was zu einem lustigen und kurzweiligen Schlagabtausch zwischen Eltern und Kindern führt. Aber das Sozialdrama rückt rasch an die Stelle des gehobenen Boulevards. Marc verliebt sich in Selma, die selbstständig ist, weil sie es sein muss. Ihre Mutter ist psychisch labil und hat kein Geld, um ihrer Tochter das Rumhängen zu finanzieren. Da wird Selma schwanger und Marcs Eltern blühen auf. Endlich wieder eine Aufgabe. Aber so einfach ist es nicht. Mit Claudia Wenzel und Martin Lindow stehen übrigens zwei bekannte Fernsehgesichter auf der Bühne.

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