Urteil

Acht Taten in 15 Stunden – Urteil gegen „Max Mustermann“

In einer Duisburger Tankstelle wollte der 27-Jährige mit einer Scheckkarte bezahlen, die auf den Namen „Max Mustermann“ ausgestellt war.

In einer Duisburger Tankstelle wollte der 27-Jährige mit einer Scheckkarte bezahlen, die auf den Namen „Max Mustermann“ ausgestellt war.

Foto: Bodo Malsch

Duisburg.  In nur einer Nacht hat ein 27-Jähriger acht Taten in Duisburg und Essen verübt. Nach der ungewöhnlichen Serie ist nun ein Urteil gefallen.

Mit einer Verurteilung zu viereinhalb Jahren Haft endete vor dem Landgericht das zweitägige Verfahren gegen einen 27-jährigen Griechen ohne festen Wohnsitz. Der Angeklagte hatte weitgehend zugegeben, innerhalb von 15 Stunden acht Taten begangen zu haben. Unter anderem hatte er am Morgen des 11. Oktober 2019 an einer Tankstelle in Neudorf versucht, Zigaretten im Wert von 400 Euro mit einer Scheckkarte zu bezahlen, die auf „Max Mustermann“ ausgestellt war.

Vor allem Diebstahls- und Einbruchsversuche waren dem 27-Jährigen zur Last gelegt worden. Im Urteil ging es aber nur noch um drei Fälle. Denn die Richter hatten ernsthafte Zweifel, ob die zumeist von Misserfolg gekrönten Taten juristisch überhaupt schon als Versuch zu werten waren. Im Urteil blieben neben dem originell dummen Betrugsversuch ein Raub und ein Einbruch über.

Duisburg: 27-Jähriger muss in Entziehungsanstalt

Bei der ersten Tat hatte der Angeklagte 80 Euro erbeutet, bei der anderen aus einem Getränkemarkt Zigaretten und 400 Euro Bargeld mitgenommen. Die beiden einzigen Vorfälle, bei denen der Drogensüchtige nicht gestört worden war oder aus anderen Gründen vorzeitig die Flucht ergriffen hatte. Zu Gunsten des 27-Jährigen wertete die Strafkammer dessen Geständnis, vor allem aber die Drogensucht des Angeklagten. Ein psychiatrischer Gutachter hatte nicht ausschließen wollen, dass der Täter aus diesem Grund nicht voll zurechnungsfähig gewesen sei.

Mit dem Urteil ordnete das Gericht deshalb auch die Unterbringung des 27-Jährigen in einer Entziehungsanstalt an. Er wird nun zeitnah aus der Gefängniszelle in eine geschlossene Therapie-Einrichtung umziehen können. Ist die Behandlung erfolgreich, könnte ihm der Rest der Strafe in zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden.

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