Ruhrtriennale

Achteinhalb Stunden Theater im Duisburger Landschaftspark

Am Anfang ist „Liebe“ – mit Stephan Bissmeier (Dr. Pascal), Marie Jung (Clotilde), Oda Thormeyer (Martine), Tilo Werner (Coupeau) und Gabriela Maria Schmeide (Gervaise).

Foto: Smailovic/Ruhrtriennale 2015

Am Anfang ist „Liebe“ – mit Stephan Bissmeier (Dr. Pascal), Marie Jung (Clotilde), Oda Thormeyer (Martine), Tilo Werner (Coupeau) und Gabriela Maria Schmeide (Gervaise). Foto: Smailovic/Ruhrtriennale 2015

Duisburg.   Luk Perceval hat Emile Zolas Romane auf die Bühne gebracht. Der Dreiteiler wird als Zola-Marathon zweimal komplett in der Gießhalle gezeigt.

Luk Perceval ist ein Regisseur mit langem Atem. Legendär sein zwölfstündiger Shakespeare-Königsdramen-Zyklus „Schlachten!“, der das Publikum zwischen Hamburg, Salzburg und Berlin um die Jahrtausendwende forderte. Jetzt hat das Ruhrtriennale-Publikum die Möglichkeit, sich auf einen achteinhalbstündigen Zola-Marathon einzulassen. Perceval hat Émile Zolas Roman-Zyklus „Die Rougon-Macquart“, der ein Panorama des 19. Jahrhunderts entwirft, als Theaterdreiteiler inszeniert. Die beiden ersten Teile der „Trilogie meiner Familie“ – „Liebe“ und „Geld“ – hatten 2015 und 2016 Premiere im Landschaftspark Nach der Premiere des dritten Teils, „Hunger“, am letzten Wochenende ist der Zyklus jetzt komplett in der Gießhalle zu sehen: am Freitag, 15. September, ab 13 Uhr und Sonntag, 17. September, ab 12 Uhr.

Herausforderung für das Ensemble

Eine Herausforderung für alle Beteiligten – allen voran natürlich für das zwölfköpfige Ensemble mit den großartigen Schauspielern Marie Jung, Barbara Nüsse, Gabriela Maria Schmeide, Maja Schöne, Oda Thormeyer, Patrycia Ziolkowska, Patrick Bartsch, Stephan Bissmeier, Pascal Houdus, Sebastian Rudolph, Rafael Stachowiak und Tilo Werner.

Keine alltägliche Aufgabe stellt sich auch dem Team hinter den Kulissen. „Die Gießhalle ist ja nicht das Thalia-Theater, und seit 2014 sind wir hier vor allem mit der Frage beschäftigt, wie man in relativ kurzer Zeit nach dem Sommerkino die Halle einrichten kann“, sagt der technische Produktionsleiter Benjamin zur Heide. Anders als im Hamburger Theater wird hier auch der Hochofen bespielt, wird eine Tribüne auf der Tribüne mit Schräge errichtet. Und bei drei Stücken, zwischen denen einmal eine Stunde und einmal eineinhalb Stunde Pause liegen, müssen die Umbauten ohne Maschinerie und Seitenbühne organisiert werden. „Wir haben extra Kettenzüge installiert für die schweren Treppen.“ Außerdem erfordert die Halb-Open-Air-Situation spezielle Lichtproben, wird es doch im Laufe des Tages dunkler. „Und wir wissen nicht, wie das Wetter wird.“ Licht, Ton, Übertitelung, Maske – 50 Mitwirkende gilt es zu koordinieren. „Das ist alles genau getaktet“, sagt zur Heide.

Inszenierung ist wie ein Spinnennetz

„Es ist eine gewisse Familie entstanden“, sagt Alek Niemiero über das Ensemble, das ja auch eine Familiengeschichte verkörpert. Als Regie-Assistent bewundert er Luk Perceval als „Meister der Quintessenz“. Die Inszenierung sei wie ein Spinnennetz, alles beziehe sich aufeinander, alle müssten sich darin bewegen. Das erfordere viel Energie und Disziplin. „Das gehört hierher, hier funktioniert es besser als im Theater“, ist Niemiro beeindruckt von der Hüttenwerkkulisse.

Das Begleitprogramm zum Zola-Marathon zielt vor allem darauf, die Ausdauer des Publikums zu fördern, sagt Felicitas Arnold. In den Pausen bieten Masseure ihre Dienste an, es gibt ein Gymnastik-Programm, einen geführten Spaziergang übers Gelände, eine kleine Zola-Bibliothek und ein spezielles Catering.

Karten zu verlosen

Wir verlosen drei Mal zwei Karten für die Vorstellung am Freitag, 15. September, um 13 Uhr. Kurz entschlossene Leser, die eine Mail mit dem Stichwort „Zola-Marathon“ bis 14. September, 13 Uhr, an redaktion.duisburg@waz.de, schicken, können gewinnen. Telefonnummer nicht vergessen!

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