Kommentar

Behörde verschleppt Entscheidung - Alles nur ein Versehen?

WAZ-Redakteur Martin Ahlers kommentiert zum Ausländeramt.

WAZ-Redakteur Martin Ahlers kommentiert zum Ausländeramt.

Foto: SE / WAZ FotoPool

Das Ausländeramt hat den Familiennachzug einer syrischen Familie verschleppt. Kaum zu glauben, dass alles nur ein Versehen war.

Der Vorwurf der Willkür ist einer der stärksten für Vertreter eines Rechtsstaates. Er hat in diesem Fall besonderes Gewicht, weil ein erfahrener Jurist wie Dr. Rudolf Halstrick ihn erhebt. Kein Fachmann im Ausländerrecht, wie er selbst betont, aber einer, der juristische Verfahrensgänge bestens kennt. Dass selbst er bei seinen Besuchen im Ausländeramt mit Halbwahrheiten oder unzutreffenden Informationen abgespeist wurde, lässt ahnen, wie es dort Besuchern ergehen kann, die nicht auf qualifizierte Helfer wie ihn zählen können.

Für die Betroffenen steht viel auf dem Spiel

Nein, der Job im Ausländeramt ist nicht vergnügungssteuerpflichtig, die juristische Materie oft komplex. Doch an ein pures Versehen zu glauben, fällt in diesem Fall auch deshalb besonders schwer, weil die Behörde erst nach doppelter Nachfrage mit der Wahrheit herausrückte. Fehler sind menschlich, doch wer mit der Nase auf den eigenen Irrtum gestoßen wird, sollte seine Entscheidung zumindest hinterfragen. Für die Betroffenen steht viel auf dem Spiel – oft das Leben ihrer Frauen, Mütter und Kinder, von denen sie seit Jahren getrennt leben müssen.

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