Radfahrern in Duisburg

Anderthalb Meter Mindestabstand müssen sein

Der ADFC Essen demonstrierte am 27. Juli mit einer Poolnudel-Tour für den Mindestabstand zwischen Radlern und Autos.

Der ADFC Essen demonstrierte am 27. Juli mit einer Poolnudel-Tour für den Mindestabstand zwischen Radlern und Autos.

Foto: Foto: ADFC essen

1,5 Meter Mindestabstand müssen Autofahrer beim Überholen von Radlern einhalten. Viele halten sich nicht daran, so ADFC-Sprecher Klaus Hauschild.

Preisfrage: Wie groß muss der Mindestabstand sein, den ein Autofahrer einhalten muss, wenn er einen Radfahrer überholt? Richtig: 1,5 Meter. „Davon haben manche schon gehört, aber viele halten sich nicht daran“, ist die Erfahrung von Klaus Hauschild. Gerade separate Radspuren seien oft trügerisch, sagt der ADFC-Sprecher: „Das glauben dann die Autofahrer, sie seien ja in ihrem Areal. Der Mindestabstand gilt aber dennoch.“

Busse und Lkw machen Wind

Gerade ältere Radler geraten dabei oft in Gefahr, weiß der Duisburger Sprecher des Fahrradclubs: „Wenn so ein Bus oder ein Lkw dicht an ihnen vorbeizieht, macht das ganz schön Wind. Das ist eine Unfallgefahr.“ Dieser Tage gingen wieder Aktivisten des ADFC in Essen auf eine Poolnudel-Tour. Mit den Schaumstoff-Stangen auf dem Gepäckträger wiesen sie auf die 1,5-Meter-Distanz hin. „Auf Radwegen nehmen Sie damit jedes Verkehrsschild mit“, sagt Hauschild, auf Straßen mit Rad- oder Mehrzweckstreifen zeige die Aktion aber durchaus Wirkung: „Die Autofahrer reagieren darauf. Aber es bedarf immer wieder dieser Hinweise.“

Deshalb startete auch die Polizei unlängst eine Mindestabstand-Aktion, weist mit Aufklebern auf Streifenwagen auf die Sicherheitsdistanz hin.

Viele Pkw-Lenker, so zeige eine Untersuchung der Technischen Universität Braunschweig, scheuten den Ausflug in die Gegenspur, um einen Radler sicher zu überholen: „Dort, wo keine Mittelmarkierungen sind, wird der größte Abstand gehalten.“

In der Konsequenz dieser Ergebnisse gelt es darüber nachzudenken, „ob reine Schutzstreifen für die Sicherheit der Radfahrer wirklich sinnvoll sind“, meint Klaus Hauschild.

Klaus Hauschild ist einer von zwei Vorstandssprechern des ADFC Duisburg. Der 69-Jährige ist in der Stadt stets mit dem Rad unterwegs. In der WAZ-Serie berichtet er, wo es zwischen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern besonders kritisch ist. „Nehmt mehr Rücksicht aufeinander“, ist ein Appell an alle Verkehrsteilnehmer.

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