Kabarett

Anka Zink sprach in Rumeln über das Ende der Bescheidenheit

Kabarettistin Anka Zink hat im Rumelner Kulturspielhaus ihr neues Programm „Das Ende der Bescheidenheit“ präsentiert.

Kabarettistin Anka Zink hat im Rumelner Kulturspielhaus ihr neues Programm „Das Ende der Bescheidenheit“ präsentiert.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rheinhausen.  Kabarettistin Anka Zink hat im Kulturspielhaus ihr neues Programm präsentiert – ein nicht ganz ernst gemeintes Plädoyer für den Größenwahn.

In einer Zeit, in der der Größenwahn von Menschen über das Internet quasi exponentiell zu wachsen scheint, mahnt auch die Kabarettistin Anka Zink zum „Ende der Bescheidenheit“ im Rumelner Kulturspielhaus. In ihrem neuen Programm rechtfertigt sie solche Auswüchse – allerdings in ironischer Weise: „Sind erst mal alle Grundbedürfnisse des Menschen befriedigt, dann braucht er Anerkennung – und dafür tut er alles!“, meint die Frau, die bundesweit bekannt wurde durch viele Gastauftritte im TV-Format „Ladies Night“. Anerkennung verschaffe man sich am besten im Internet, wie es der US-amerikanische Präsident Trump jeden Tag über Twitter versucht – oder aber auch im Fitnessstudio.

Ihr fiel neulich ein junger Kellner mit ausgeprägten Muckis in ihrem Stamm-Café auf. „Früher brauchtest du diese Oberarme als Oberpfleger in der geschlossenen Psychiatrie, heute servierst du damit lässig den Frauen den Latte Macchiato“, unkt die Kabarettistin aus Köln. Das Ende der Bescheidenheit haben auch wohl schon Lehrer in ihrem Stadtteil Sülz erlebt. „Sülz ist ja quasi überall – auch bei Ihnen irgendwo in Duisburg. Da behaupten die Lehrer an einem Gymnasium bei uns, dass 80 Prozent ihrer Schüler hochbegabt sind. Na, und die restlichen 20 Prozent schleppen sie so durch“, lacht Anka Zink – leider entgegen aller aktuellen Erkenntnisse aus PISA-Studien in diesem Land. „Es ist aber auch nicht einfach, verhaltensauffällige Kinder von missratenen Eltern irgendwie in die Spur zu bringen“, zollt sie dem Berufsstand des Pädagogen den Mindestrespekt.

So bescheiden sind heutzutage die Autofahrer

Weil viele Deutsche meinen, mit einem SUV besser durch die „Huckelpiste einer 30er-Zone“ zu gelangen, erfreut sich das Fahrzeug gerade starker Beliebtheit. Rund eine Million Mal habe sich das Offroad-Gefährt im letzten Jahr verkauft: „Ich wusste gar nicht, dass wir so viele Forstmitarbeiter und Jäger in Deutschland haben“, scherzt die Mittsechzigerin über diese neue „Bescheidenheit der Autofahrer“. Hingegen denkt sie gerne an die „eher bescheidenen“ Party-Häppchen aus den 70er-Jahren zurück. ‚Russisch Ei‘ als Beispiel, war eine hartgekochte Eihälfte, garniert mit Mayonnaise und Kaviar. „Kennen Sie eigentlich den ‚Fliegenpilz‘ noch, da wurde eine Tomatenhälfte on Top gelegt. Das war dann die Camouflage-Variante zu Russisch Ei aus den Zeiten des Kalten Kriegs“, erinnert sich Zink lächelnd.

Über die Verkehrspolitik denkt sie so: „Wir in NRW können jeden Freitagabend 170 Kilometer Stau vermelden. Manch anderes Bundesland verfügt ja noch nicht einmal über soviel Autobahnkilometer“, lacht Zink und hat somit vielleicht noch einen Grund für ihr Programm „Ende der Bescheidenheit“ gefunden. Warum auch nicht, denn in einem Sprichwort heiße es schließlich: „Bescheidenheit und Ehrlichkeit – sind ein sicherer Weg dafür, arm zu werden.“ Und das stammt nicht aus ihrer Feder...

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