Gerichtsurteil

Arbeitnehmer erpresst Personaldisponent – zwei Jahre Haft

Haftstrafe wegen Erpressung: Ein 23-Jähriger muss für 27 Monate hinter Gitter.

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Haftstrafe wegen Erpressung: Ein 23-Jähriger muss für 27 Monate hinter Gitter. Foto: dpa

Duisburg.   Das Amtsgericht Duisburg hat einen vorbestraften 23-Jährigen zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Er hatte den Personaldisponenten einer Duisburger Firma um 300 Euro erpresst.

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Wegen dreifacher räuberischer Erpressung und versuchter räuberischer Erpressung musste sich ein 23-Jähriger vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz verantworten. Laut Anklage hatte er zwischen dem 18. und 22. Dezember 2016 an seinem früheren Arbeitsplatz in einer Duisburger Firma einen Personaldisponenten um Geld erpresst. Dass er, wäre er an jemand anderen geraten, vermutlich nicht mal eine Tat hätte vollenden können, bewahrte den 23-Jährigen am Ende nicht vor einer Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe.

Die Staatsanwaltschaft warf dem 23-Jährigen vor, bei dem Zeugen in dessen Büro aufgetaucht zu sein und Geld gefordert zu haben. Um seine Forderung zu untermauern, hatte er darauf hingewiesen, er könne sich eine Pistole besorgen und kenne auch Leute, die vor einer Körperverletzung nicht zurückschreckten. Tatsächlich übergab der Zeuge ihm 100 Euro. Und ließ sich telefonisch und per Textnachrichten zu weiteren Geldübergaben nötigen, wobei er sich einmal sogar zum Duisburger Hauptbahnhof zitieren ließ. Erst als der Angeklagte bereits 300 Euro kassiert hatte und weiteres Geld forderte, schaltete der 32-jährige Geschädigte die Polizei ein.

Angeklagter schwieg zu dem Vorwurf

Der Angeklagte schwieg bei der Verhandlung vor dem Schöffengericht. Um so mehr erzählte der Zeuge. Er bestätigte die Anklageschrift und entschuldigte sich: „Ich war mit der Situation völlig überfordert.“ Der Angeklagte habe die Probezeit in der Firma nicht überstanden, aber hinterher noch Forderungen aufgestellt. „Ich habe ihm mein eigenes Geld gegeben, weil ich dachte, die Sache könne so ohne Ärger aus der Welt geschafft werden.“ Erst als der Mann immer noch mehr Geld haben wollte, sei ihm klar geworden, dass das ohne Ordnungshüter wohl nie enden werde. „Dabei hatte er doch zugestimmt, dass wir nun quitt seien“, so der naive Zeuge.

Das Gericht hatte keinen Zweifel an der Glaubhaftigkeit des Zeugen und verurteilte den 23-Jährigen zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis. Da der Angeklagte bereits einschlägig vorbestraft war, kam eine bewährungsfähige Strafe nicht mehr in Frage.

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