Offene Türen

Archiv-Tag in Duisburg ist alles andere als trocken

Anne Potthoff, Hendrik Friggemann, Ulrich Kirchner, Monika Fehse, Andreas Pilger und Jürgen Batcia im Stadtarchiv.

Foto: Fabian Strauch

Anne Potthoff, Hendrik Friggemann, Ulrich Kirchner, Monika Fehse, Andreas Pilger und Jürgen Batcia im Stadtarchiv. Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   Führungen gaben Einblicke in die Duisburger Sammlungen. Im Landes- und im Stadtarchiv wurden neue Ausstellungen eröffnet.

Dem gemeinsamen Thema „Bürgerrechte und Demokratie“ haben sich am Samstag acht Duisburger Archive am „Tag der Archive“ gewidmet.

Im Landesarchiv NRW wurde die Ausstellung „Frieden, Freiheit, Mitbestimmung? - Aspekte der Revolution 1918/19“ eröffnet, direkt gegenüber, auf der anderen Seite des Innenhafens, ging man im Stadtarchiv unter der Überschrift „1968 und die Folgen“ auf den politischen und gesellschaftlichen Wandel zu jener Zeit ein. An dieser Ausstellung war das Archiv für alternatives Schrifttum beteiligt, das seinen neuen Platz an der Münzstraße gefunden hat. Es konnt interessante Exponate aus bewegten Jahren beisteuern, darunter Plakate gegen den Bau der Startbahn West in Frankfurt sowie der Aufruf, Widerstand gegen die Notstandsgesetze zu leisten. „Frauenrechte statt Blumen“ hieß es auf einem weiteren Plakat, das den „Muttertag“ neu deutete.

Die 68-er und die Folgen

Stadtarchivleiter Andreas Pilger machte deutlich, dass die Ausstellung sich nicht nur auf die 68er-Jahre bezieht, sondern auch einen Blick auf die Folgejahre wirft. Wie Pilger sagt, gibt es jährlich rund 600 Nutzer. „Manche Recherchen können durchaus mehrere Tage dauern.“ Das älteste Dokument stammt aus dem Jahr 1169. Dabei handelt es sich um eine Urkunde des Königs Lothar III., in der er den Duisburger Bürgern erlaubt, Steine aus dem Steinbruch für den Privatbedarf zu schlagen.

Das Gedächtnis des Landes NRW

Auch das Landesarchiv NRW war gut besucht. Martina Wiech, die Leiterin der Abteilung Rheinland, führt eine die gut 20-köpfige Gruppe durch „das Gedächtnis von NRW“. Den Kern des 2014 eröffneten Gebäudes bildet ein historischer Getreidespeicher. „Der Umzug von Düsseldorf war schon eine logistische Herausforderung“, erläutert Wiech.

Jetzt lagern die Dokumente in Regalen, die aneinandergereiht 90 Kilometer ausmachen. Ein großer Teil befindet sich im Turm, der gegen Lichteinfall geschützt ist und aus diesem Grund keine Fenster besitzt. Aber auch das Untergeschoss des wellenförmigen Anschluss-Gebäudes wird zur Lagerung des historischen Schriftguts genutzt. „Das Ganze ist natürlich noch ausbaufähig, wir können schon noch einige Kilometer dranhängen“, erklärt Martina Wiech.

Gleichbleibende Raumtemperatur erforderlich

Für die Archivierung ist eine gleichbleibende Raumtemperatur (16 bis 18 Grad) unabdingbar, eine ebenso wichtige Rolle spielt die Luftfeuchtigkeit. „Das Archiv ist für jedermann nutzbar“, erläuterte die Leiterin der Rheinland-Abteilung. Für Recherchen steht ein großer Leseraum mit rund 100 Plätzen zur Verfügung, die Hälfte davon ist mit PC’s ausgerüstet.

Uwe Becker zeigte sich am Samstag sehr angetan von der Führung: „Das war total spannend, man bekommt Bereiche zu sehen, die einem sonst verborgen bleiben. Ich hätte nie gedacht, dass das alles so groß ist.“

Acht Duisburger Archive waren dabei

Am Samstag wurde bundesweit der „Tag der Archive“ begangen. Dabei werden unter anderem Führungen angeboten, die die Arbeit der Archive zeigen und den Besuchern einen Blick hinter die Kulissen gewähren.

In Duisburg beteiligten sich Landes- und Stadtarchiv, Grillo- Archiv, Thyssenkrupp-Archiv, das Archiv für alternatives Schrifttum, das Archiv der Deutschen Binnenschifffahrt, das Haniel-Archiv und das Universitätsarchiv.

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