Seit Monaten arbeitet der RVR an einem Konzept für die Neugestaltung des Revierparks Mattlerbusch. Die Freizeitoase soll mit Hilfe von Fördergeldern aus dem Landeswettbewerb „Grüne Infrastruktur NRW“ moderner gestaltet und ökologisch aufgewertet werden – unter anderem mit barrierefreien Wegen, neuen Beschilderungen, Blumen, Sträuchern und einem Abenteuerspielplatz. Doch auf einer Bürgeranhörung, zu der der RVR ins Brauhaus Mattlerbusch eingeladen hatte, wurde schnell klar, was die Duisburger wirklich interessiert: Wann wird die Saline wieder instand gesetzt. Seit nunmehr über drei Jahren ist das Gradierwerk, eine der Hauptattraktionen des Revierparks Mattlerbusch, nach Sturmschäden außer Betrieb. Doch da hatte RVR-Referatsleiter Horst Fischer schlechte Nachrichten: „Aus diesem Förderprogramm kriegen wir kein Geld für die Saline. Das hat die Bezirksregierung abgelehnt. Die bewilligten Gelder sind nur für die grüne Infrastruktur.“ Heißt im Klartext: Die 5,7 Millionen Euro dürfen nur für Maßnahmen ausgegeben werden, die den Revierpark ökologisch aufwerten, barrierefrei und nachhaltig gestalten. Punkt. Doch so einfach nahmen das die Bürger nicht hin. „Die Saline ist für Jedermann. Ich war Bergmann, bin immer reingegangen. Jetzt muss ich für die Salzgrotte in der Therme Eintritt zahlen“, rief ein älterer Herr. „Die Saline ist das Aushängeschild des Parks“, ein anderer.

Spontane Unterschriftensammlung

Einhellige Meinung der anwesenden Parknutzer: Mit ein paar Blümchen mehr wertet man nicht den Park auf. Es war eine sehr emotionale Debatte, an deren Ende eine spontane Unterschriftensammlung „für den Erhalt und den Wiederaufbau“ der Saline stand. Die ersten rund 80 Unterschriften sind gestern Abend bereits zusammengekommen. Weitere sollen folgen. Denn die Listen sollen unter anderem im Eingang der Therme ausgelegt werden. „Wir nehmen das noch einmal in die Gespräche mit der Bezirksregierung mit“, versprach Horst Fischer. Aber die Saline sei nun einmal eine freiwillige Leistung und ohne Fördergelder sei eine Sanierung, die rund zwei Millionen Euro kosten würde, nicht finanzierbar.

Um die Emotionen aus der Debatte zu nehmen, erklärte Ellen Pflug, SPD-Ratsfrau und Vorsitzende des Beirats der Betriebsstätte Mattlerbusch der Freizeitgesellschaft Metropole Ruhr mbH: „Ich bin ein Röttgersbacher Kind, kenne den Revierpark auswendig und auch den Stellenwert der Saline. Wir werden weitermachen und uns um Fördergelder bemühen. Aber nur gemeinsam sind wir stark. Tragen Sie sich in die Liste ein.“ Und Horst Fischer betonte, „dass wir das Umfeld der Saline so gestalten, als ob sie wieder in Betrieb ist und stellen sie nicht mit Bäumen zu.“

Nachdem sich die Gemüter beruhigt hatten, konnte RVR-Projektleiter Hansbernd Eigemann das Konzept weiter im Detail vorstellen. Doch schnell wurde klar, dass es den anwesenden Bürgern gar nicht so wichtig ist, dass der Park eine neue Beschilderung bekommt. Ein neuer Abenteuerspielplatz für Kleinkinder. Gut. Ja. „Aber welche Angebote gibt es denn für Jugendliche?“, kam die Frage auf. Die Antwort: Noch keines so richtig. Aber man arbeite an einem Konzept und denke beispielsweise über einen Bewegungsparcours nach.

Grillplätze und Toiletten

Und: „Was ist mit Grillplätzen?“, schnitt eine Dame das nächste heikle Thema an. Derzeit werde im Park wild gegrillt. Aber auch hier musste Horst Fischer passen. „Auch dafür haben wir keine Fördergelder bekommen“. Eine mögliche Lösung, über die man nachdenke könnte aber sei, dass man eine Wiese als öffentlichen Grillplatz ausweise. „Eine Wiese?“, fragte eine Zuhörerin: „Das können Sie vergessen. Sie brauchen gar nichts zu machen, gar keine Blümchen pflanzen, wenn Sie das Grillen nicht in den Griff kriegen und dann kontrollieren. Was die Mitarbeiter hier morgens an Müll und Nahrungsresten wegsammeln ist unfassbar. Und was ist eigentlich mit Toiletten? “ Auch für die gibt es keine Förderung. Zumindest nicht aus dem Fördertopf für die Freiraumgestaltung.

Und auch die Finanzierung des geplanten Heuhotels, das einmal zu einem Highlight des modernen Revierparks Mattlerbusch werden soll, ist noch längst nicht gesichert. Aber auch hier arbeite man an einer Lösung, versprach Horst Fischer, genauso wie für die Themen „Saline, Grillen und Toiletten“.