Schule in Duisburg

Auch das Hildegardis protestiert gegen neuen DVG-Fahrplan

Der Bus der Linie 933 fährt nicht mehr über die Friedrich-Wilhelm-Straße. Auch dies erschwert den Schulweg einiger Schülerinnen und Schüler des Hildegardis-Gymnasiums im Duisburger Dellviertel.

Der Bus der Linie 933 fährt nicht mehr über die Friedrich-Wilhelm-Straße. Auch dies erschwert den Schulweg einiger Schülerinnen und Schüler des Hildegardis-Gymnasiums im Duisburger Dellviertel.

Foto: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services / Zoltan Leskovar

Duisburg.  Nach dem Steinbart- wehrt sich auch das Hildegardis-Gymnasium gegen den neuen Fahrplan in Duisburg. Der Ärger ist groß. Das sind die Probleme.

Nach dem Steinbart-Gymnasium ist nun auch der Ärger am ganz in der Nähe befindlichen Hildegardis im Duisburger Dellviertel über den neuen DVG-Fahrplan groß: Gut zwei Wochen nach der Umstellung sagt der stellvertretende Schulleiter Marcus von der Gathen, was Schülerinnen und Schüler sowie Eltern auf die Palme bringt und wie sich das Gymnasium wehren will.

Kurz nach dem Start des neuen Fahrplans seien die Auswirkungen noch nicht in Gänze abzusehen gewesen, sagt von der Gathen. Deshalb habe er sich damals mit Kritik noch zurückgehalten, zumal Beschwerden auch noch nicht direkt an ihn herangetragen worden waren. Nach einer Umfrage in allen Klassen sei nun allerdings völlig klar: Aus vielen Richtungen wie Rheinhausen, Obermeiderich, Neudorf oder Bissingheim sei der Schulweg durch die Fahrplanumstellung erheblich erschwert.

„In vielen Klassen sind über die Hälfte der Schüler betroffen“

„Wir haben insgesamt 840 Schülerinnen und Schüler und in vielen Klassen sind über die Hälfte zum Teil massiv betroffen“, sagt von der Gathen. Einige Verbindungen wie der Bus 933, der in der Innenstadt nicht mehr über die Friedrich-Wilhelm-Straße fährt, seien nur noch eingeschränkt nutzbar. „Buslinien sind gestrichen worden, andere Busse dadurch sehr voll, so dass nicht alle Schülerinnen und Schüler mitgenommen werden können“, stellt der stellvertretende Schulleiter klar.

Teilweise werde die Schule nur knapp oder zu spät erreicht oder es muss extra zu früh losgegangen werden. Manche Kinder seien bereits um 7 Uhr in der Schule. „Unsere Frühaufsicht beginnt normalerweise erst um 7.30 Uhr, aber wir können die Schüler ja nicht im Regen stehen lassen und haben da deshalb jetzt zwangsläufig eine Lösung gefunden“, so van der Gathen. „Aber das bedeutet auch für uns einen Mehraufwand.“

Und nach der Schule seien einige Schüler nun anderthalb Stunden unterwegs, um nach Hause zu kommen. Dazu kämen erhebliche Klagen über höheren Stress auf dem Schulweg und lange Wartezeiten. „Das ist so unseren Schülerinnen und Schülern nicht zu zumuten“, macht auch die Schulleiterin Sabine Kretschmann-Dulisch deutlich. Zumindest in den Hauptzeiten sollten deshalb mehr Busse angeboten werden, um die Kinder und Jugendlichen pünktlich zur Schule und nach Hause zu bringen.

Protestbrief an Oberbürgermeister Sören Link

Es gebe nur ganz wenige Schüler, für die der neue Fahrplan eine Verbesserung darstelle. „Deshalb wird die Schulgemeinde handeln“, sagt von der Gathen. „Die Elternpflegschaft hat zusammen mit dem Kollegium und der SV beschlossen, sich direkt mit einem Brief an den Oberbürgermeister Sören Link zu wenden.“

Die Stadt, sagt Sprecher Peter Hilbrands, werde auch diese Beschwerde prüfen. Der Rat habe über den Nahverkehrsplan entschieden und werde auch über mögliche Verbesserungen entschieden.

Die DVG betont, dass das Hildegardis-Gymnasium mit seiner Lage in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt grundsätzlich eine gute Anbindung an verschiedene Stadtteile und wichtige ÖPNV-Kotenpunkte habe. Ziele, die nicht direkt erreicht werden können, seien durch Um- oder Zustiege am Hauptbahnhof erreichbar – und zwar in alle Richtungen in der Stadt.

Über die U79 sei der Stadtsüden direkt an die Kremerstraße angebunden, Rheinhausen mit den Linien 920 und 921 ab der Haltestelle Kremerstraße über einen 7,5-Minuten-Takt besonders gut zu erreichen. Richtig sei aber auch, dass die direkte Verbindung nach Obermeiderich, die vor dem Fahrplanwechsel mit der Linie 939 möglich war, in dieser Form nicht mehr vorhanden ist. Diese Linie ist laut DVG im neuen Nahverkehrsplan als eine wichtige Verbindung aus Oberhausen direkt zur Universität vorgesehen. Neudorf sei über einen Umstieg am Hauptbahnhof über zahlreiche Linien zu erreichen, direkt fährt aus Neudorf die Linie 926 die Haltestelle Lehmbruck-Museum an.

„Für Bissingheim gilt, dass ab 15. Dezember die Linie 928 über Neudorf in die Stadtmitte in der Hauptverkehrszeit im 15-Minuten-Takt fahren wird und auf ihrem Linienweg auch die Haltestelle Lehmbruck-Museum anfährt“, sagt DVG-Sprecher Felix zur Nieden. Was die Rückfahrt nach Bissingheim betrifft: Da führe ab 15. Dezember eine von vier Fahrten pro Stunde auch über die Haltestelle Lehmbruck-Museum. Für die anderen drei Touren pro Stunde sei ein Zustieg am Kuhtor möglich.

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