Naherholung

Neugestaltung: Bauarbeiten im Duisburger Kant-Park laufen

Der Kant-Park wird komplett umgestaltet. Der Spielplatz nimmt Formen an.

Der Kant-Park wird komplett umgestaltet. Der Spielplatz nimmt Formen an.

Foto: Tanja Pickartz

Dellviertel.   Damit es auf lange Sicht schön werden kann, wird nun gebuddelt. 1,2 Millionen Euro werden bis zum Sommer in neue Wege und Spielmöglichkeiten investiert.

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Eine alte Handwerker-Regel besagt: Bevor etwas gut wird, wird’s erst einmal schlechter. Und so arbeiten Stadt und Wirtschaftsbetriebe derzeit im Kant-Park kräftig daran, dass sich diese Maxime bis zum Sommer bewahrheitet.

Aktuell allerdings benötigt man viel Fantasie, um hinter zerfurchtem Rasen, aufgetürmten Mauerresten und umgelegten Bäumen eine blühende Zukunft zu sehen. Denn erst seit November sind die Arbeiten in Angriff genommen worden. Oder eben einen Plan, wie ihn Umweltamtsleiter Volker Heimann und der Leiter der Grünplanung, Marc Evertz, in den Händen halten.

Sichtbarkeit als zentrales Thema

Darauf zumindest sind die wichtigen Grundzüge der Neugestaltung für gut 1,2 Millionen Euro eingezeichnet: Sichtbarkeit ist das zentrale Thema. So wird die Grünoase im Südwesten zum Dellviertel geöffnet. Die Mauer entlang der Düsseldorfer Straße, die die Fläche vom Wohnquartier aus optisch abgeschirmt hatte, ist bereits Vergangenheit. Und auch der vorgelagerte kleine Parkplatz soll zugunsten der Parknutzung verschwinden. „Wir haben vor Jahren den Mittelstreifen auf der Düsseldorfer Straße für Autos freigegeben“, sieht Umweltamtsleiter Heimann künftig dennoch ausreichend Abstellmöglichkeiten für Pkw gegeben.

Anstelle der Boliden schwebt den Planern im künftigen „Dell-Garten“ neben mehr Grün eine Art lange Tafel vor: „Hier können Nachbarn gemeinsam sitzen, essen und feiern“, kommentiert Grünplaner Evertz. Ein Stück nördlich soll das Lehmbruck-Museum sichtbarer und einladender präsentiert werden. Der neue Eingangsplatz wird zudem barrierefrei gestaltet, indem etwa die noch bestehenden Bordsteinkanten entfernt werden. Ein zusätzlicher diagonaler Weg verbindet den Eingangsbereich mit der Friedrich-Wilhelm-Promenade im Norden.

Sockel der einstigen David-Statur wird vorerst nicht abgerissen

Die Kunst im Park soll bestehen bleiben, „ein bis zwei Kunstwerke werden in Abstimmung mit dem Lehmbruck-Museum versetzt“, kündigt Heimann an. Was mit dem grauen Sockel der einstigen David-Statur im Nord-Osten des Parks geschehen soll? Nach Angaben des Museums wird der leere Sockel auf absehbare Zeit nicht abgerissen. Überlegungen gehen dahin, dass er neu bestückt wird, ob mit einem wettertauglichen David oder mit einem anderen Kunstwerk, ist derzeit wohl eine Frage des Geldes.

Eine weitere Öffnung soll es im Süden am Steinbart-Gymnasium geben, das man durch den Abtrag einer weiteren Mauer schon jetzt besser sehen kann. Zwischen Museum und Schule wird ein „Waldgarten“ mit Neu-Pflanzungen angelegt. Erhalten und erneuert wird der Bolzplatz des Gymnasiums im Süd-Westen, die 100-Meter-Laufbahn jedoch verschwindet zugunsten einer „Steinbart–Promenade“ – „die Schule nutzt aber die Wege im ganzen Park als Laufstrecke“, sagt Heimann.

Acht Meter hoher Kletterturm mit Rutsche

Der Spielplatz vor der Schule wird zugunsten einer Spiel- und Sportwiese nach Nordosten nahe der Kunsthalle Cubus versetzt, wo die Wirtschaftsbetriebe bereits einen Kleinkind-Spielbereich anlegen. An beiden neuen Spielflächen ackern die Bagger. Der Sandbereich und einige Spielgeräte sind bereits in den Grundzügen zu erkennen. Ein gut acht Meter hoher Kletterturm mit Rutsche soll am Ende diesen Bereich aus Kinder- und Jugendspielplatz zieren.

Und während die einen klettern und rutschen, sitzen die Erziehungsberechtigten strategisch wohlplatziert im künftigen Biergarten, der das Café auf der Rückseite erweitert. Bis dahin werden allerdings noch etliche Kubikmeter Boden und Steine bewegt werden: Heimann und Evertz rechnen mit einer Fertigstellung des Kant-Parks bis zum Sommer.

>>>> Kants Gärtner wollen Insektenhotel bauen

Erhalten und sogar erweitert wird das erfolgreiche Bürger-Projekt „Kants Garten“. Die Initiative pflegt weiterhin die Gemüse- und Blumenhochbeete und will auf rund 500 Quadratmetern unter anderem ein kleines Holz-Biotop einrichten, das als Igelburg und Insektenhotel dienen kann. Weitere neue Staudenbeete und Sträucher sind als Nahrungsquelle und Rückzugsort für Insekten und Vögel geplant. Aktuell flattert dort noch rot-weißes Flatterband. In den nächsten Wochen starten die Hobby-Gärtner aber mit dem Frühjahrsputz und neuen Projekten. Susanne Breidenbach, Mitinitiatorin des Gartens, lobt die Stadt: „Wir bekommen Know-How und Hilfe, wo es möglich ist – für uns ist das nicht selbstverständlich.“

Scharfe Kritik indes erntete die Stadt für die Fällung von 97 Bäumen im Kant-Park vor gut einem Jahr. Dies sei ein „Anschlag auf die Lebensqualität der Bürger“, wetterte damals die Linke. „Wer den Park nicht kennt, dem wird kaum auffallen, dass Bäume gefällt wurden“, hält Heimann dagegen. Nun gebe es weniger Baumschatten und mehr Wiese und damit Liege- und Sonnenfläche, die gewünscht wurde. Die „Auslichtung“ sorge zudem dafür, dass sich manche Bäume stärker entwickeln können. Somit seien Voraussetzungen für die nächsten 30 Jahre geschaffen.

Der Sturm hat jüngst drei Laub- und einen Nadelbaum umgelegt. Im Nachgang mussten zwei Bäume aufgrund von massiven Beschädigungen der Wurzeln beseitigt werden. Die Umstürze haben weitere fünf Bäume in der Krone derart geschädigt, dass diese ebenfalls gefällt wurden. Heimann sichert jedoch zu, dass als Ersatz geplant ist, 40 neue Bäume nachzupflanzen.

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