Bäume

Baum-Mörder meucheln in Duisburg elf Platanen

Eine von fünf toten Platanen in der Löwenburgstraße in Beeckerwerth im Duisburger Norden.

Eine von fünf toten Platanen in der Löwenburgstraße in Beeckerwerth im Duisburger Norden.

Foto: Jörg Schimmel

Duisburg.   In Rheinhausen und im Norden Duisburgs haben die Täter gezielt Stämme angebohrt und eine giftige Substanz eingefüllt, die Bäume absterben lässt.

Baum-Mörder schlagen verstärkt in Duisburg zu. Im vergangenen Jahr waren es drei, in diesem bereits acht Platanen, deren Stamm gezielt von den Tätern angebohrt wurde, um so eine Substanz einzufüllen, die den Baum innerhalb von vier bis sechs Wochen absterben lässt.

Betroffen von dieser mutwilligen Zerstörung sind aktuell drei Platanen auf der Schwarzenberger Straße in Rheinhausen, fünf auf der Löwenburgstraße in Beeckerwerth sowie je eine auf der Stormstraße in Neumühl, auf der Harnackstraße in Hamborn und auf der Varzinger Straße in Meiderich. „In den letzten zehn Jahren hatten wir immer mal wieder Einzelfälle dieser Art von Vandalismus. Aber sei zwei Jahren nimmt das zu, weil das Anbohren der Bäume so einfach ist und schnell geht“, sagt Henning Hürten, der bei den Wirtschaftsbetrieben Duisburg die Arbeitsgruppe für die Baumpflege in Duisburg leitet. „Und ich befürchte, dass das weiter um sich greift. Wir haben genug Baumhasser in unserer Stadt.“

Der entstandene Schaden liegt bei knapp 75.000 Euro

Anfragen an die WBD gebe es zuhauf, ob nicht dieser oder jener Baum in der Stadt entfernt werden könne. „Um das zu erreichen, werden die wahnsinnigsten Argumente herangezogen“, ist Hürtens langjährige Erfahrung. Das reiche vom Laub auf dem Bürgersteig und in Regenrinnen bis hin zur Angst vor Sturmschäden, auch durch Bäume, die in dieser Hinsicht gar nicht gefährlich werden könnten. „Das eigene Auto, dass bekleckert oder durch Samenbildung verdreckt wird, ist ein besonders beliebtes Argument .“ Interessanterweise, so Hürten, stünden alle jetzt beschädigten Bäume in Gegenden, aus denen zuvor auch solche Anfragen an die WBD gekommen waren. Deshalb gehe er davon aus, dass es mehrere Täter sind.

Die Stadt will nun zeitnah Anzeige in allen Fällen erstatten, denn die gezielte Vernichtung eines Baumes ist nicht nur ein Angriff auf die Luftfilter und Sauerstoffproduzenten, sondern auch eine beachtliche Sachbeschädigung. Der Wert einer alten Platane mit einem Stammumfang von 1,80 bis 3,50 Meter liegt zwischen 3500 und 10.000 Euro. Zu dem jetzt entstandenen Schaden von knapp 75.000 Euro summieren sich weitere 25.000 Euro für die Fällung der toten Bäume und die eventuellen Nachpflanzungen. Wobei, laut Auskunft der Stadt, zuerst geprüft werden müsse, ob nicht noch ein Bodenaustausch notwendig ist, eben wegen der giftigen Substanzen, die auch ins Wurzelwerk und den Boden eindringen.

Zeugen gesucht:

Laut Henning Hürten, benutzen die Täter meist Akkubohrer. Wer etwas Verdächtiges beobachtet, kann sich an das Callcenter der WBD unter 0203/283-30 00 oder an die Polizei wenden ( 0203/28 00). In akuten Fällen kann auch der Notruf (110) gewählt werden.

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