Berühmte Söhne mischen Donizettis Liebestrank

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OPER. Pierre-Dominique Ponelle dirigiert die Neuproduktion, die am 9. Februar im Stadttheater gezeigt wird. Regisseur ist Andras Fricsay.

Die Konstellation interessierte Intendant Tobias Richter, selbst Sohn eines weltberühmten Musikers, brennend. Die nächste Premiere der Deutschen Oper am Rhein liegt in Händen des Dirigenten Pierre-Dominique Ponnelle und des Regisseurs András Fricsay Kali Son. Der Dirigent ist Sohn des legendären Regisseurs Jean-Pierre Ponnelle und der Regisseur Sprössling des nicht minder bedeutenden Dirigenten Ferenc Fricsay. Beide betreuen die Neuproduktion von Gaetano Donizettis Oper "Der Liebestrank", die am 9. Februar um 19.30 Uhr im Theater dem Publikum vorgestellt wird.

Der Rheinoper ist der Name Ponnelle eng verbunden. 1963 inszenierte Vater Jean-Pierre hier seine allererste Oper. "Bescheiden, wie er war, gleich `Tristan und Isolde'", wie sein Sohn heute teils bewundernd, teils augenzwinkernd bemerkt. Und Filius Pierre-Dominique dirigierte in Duisburg schon den "Rigoletto", die einzige noch existierende Inszenierung seines 1988 verstorbenen Vaters an der Rheinoper.

Schon damals hat er das vorzügliche Ensemble schätzen gelernt. Und für den "Liebestrank" stehe ihm eine Besetzung der "Weltklasse" zur Verfügung, schwärmt er. Obwohl sein Vater eine sehr enge Beziehung zur italienischen Oper hatte, nimmt das Repertoire zwischen Rossini und Puccini in der bisherigen Karriere des 50-jährigen Dirigenten keinen zentralen Platz ein. Allerdings nicht aus Abneigung, sondern aus reinen Zufällen seiner unsteten Biografie.

In München geboren, erweiterte er seine Studien in Salzburg und Weimar. Hier knüpfte er Kontakte zur Oper von Minsk, an der er eine Zeitlang als Chefdirigent des Staatsorchesters von Weißrussland wirkte. Seitdem dirigiert er ungewöhnlich häufig in allen Regionen Osteuropas und der russischen Republiken bis nach Usbekistan und Sibirien. Auch den "Liebestrank" hat er bisher fast ausschließlich in Taschkent dirigiert.

Auch wenn ihn sein Vater früh in die Werkstatt des Bühnenbildners und Regisseurs eingeführt hat, stand für Pierre-Dominique schnell fest, dass er Musiker werden wollte - nur ob Komponist oder Dirigent, das stand noch nicht fest. Heute macht er Beides mit gleicher Hingabe.

Mehrschichtige Persönlichkeit

Seinem Vater verdankt er den Blick auf die menschlichen Qualitäten der Bühnenfiguren. Das weiß auch Bruno Balmelli zu schätzen, der als Dulcamara eine Hauptrolle bekleiden wird. Der Schweizer Bariton ist glücklich, dass sowohl Regisseur Fricsay als auch der Dirigent in der Figur des Quacksalbers eine mehrschichtige Persönlichkeit und nicht nur eine eindimensionale Buffo-Karikatur sehen.

Balmelli und Ponnelle frönen in ihrer knapp bemessenen Freizeit ungewöhnlichen Leidenschaften. Ponnelle lernt eifrig alte Sprachen wie Altgriechisch, Latein und Hebräisch. Balmelli als ausgebildeter Architekt sieht die Welt durch die Augen seiner ursprünglichen Berufung und findet Gefallen daran, jeden Raum, den er betritt, in seinen Gedanken so zu ändern und auszustatten, wie es ihm gefiele.

In weiteren Hauptrollen sind Netta Or als Adina, Andrej Dunaev als Nemorino und Dmitri Vargin als Belcore zu hören.

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