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Betonschäden! Rheinbrücke in Krefeld wird für Lkw gesperrt

Archivbild. Die Rheinbrücke zwischen Duisburg-Mündelheim und Krefeld-Uerdingen ist ab Freitag für schwere Lkw gesperrt.

Archivbild. Die Rheinbrücke zwischen Duisburg-Mündelheim und Krefeld-Uerdingen ist ab Freitag für schwere Lkw gesperrt.

Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Duisburg/Krefeld-Uerdingen.  Kurzfristig entdeckte schwere Schäden führen zu einem Lkw-Verbot auf der Rheinbrücke der B288 zwischen Duisburg und Krefeld. Sperrung ab Freitag.

Schwere Lastwagen müssen ab diesem Freitag, 17 Uhr, um die Rheinbrücke der B288 zwischen Duisburg und Krefeld-Uerdingen einen großen Bogen machen: Die Brücke wird bis auf Weiteres für Lastwagen ab 7,5 Tonnen Gesamtgewicht gesperrt. Grund sind Schäden am Beton der Fahrbahn - auf der Unterseite der Brücke.

Wie lange die Sperrung dauert, ist noch nicht absehbar, teilte der Landesbetrieb Straßen.NRW mit. Man gehe aber davon aus, dass die Brücke saniert werden kann. Bis Mitte Oktober soll ein Sanierungskonzept stehen, berichtete Straßen.NRW. Dann werde möglicherweise auch die Lkw-Sperrung vorläufig wieder aufgehoben, sagte Stephan Huth, als Projektleiter zuständig für die Rheinbrücken am Niederrhein, am Donnerstag auf Nachfrage.

B288-Rheinbrücke: Tragfähigkeit der Fahrbahn ist geschwächt

Mit Blick auf den Zustand der Rheinbrücken zwischen Emmerich und Leverkusen sind derzeit nur die wenigsten voll belastbar, sagte Huth. Die Schäden an der Krefelder Rheinbrücke seien erst am Mittwoch entdeckt worden. Noch am selben Tag sei klar geworden, dass die Brücke für schwere Lastwagen vorläufig gesperrt werden müsse, erklärte Huth, um sie vor stärkeren Schäden zu schützen. Alle anderen Fahrzeuge dürften weiterhin die Brücke befahren.

Die Sperrung für Lastverkehr ab 7,5 Tonnen Gesamtgewicht sei auch nötig, um Vibrationen durch schwere Fahrzeuge zu vermeiden, damit die Brücke in den kommenden Wochen weiter und noch eingehender untersucht werden kann, sagte Huth. “Wir werden dabei noch mehr Beton abklopfen und im Labor analysieren lassen“. Die bisher festgestellten Betonabplatzungen an der Unterseite der Fahrbahn schwächen die Tragfähigkeit der Fahrbahnplatten, erklärte Huth. Ab Montag werde die Kontrolle ausgeweitet. Bisher hatte man nur Teile der Brücke auf der Duisburger Seite in den Blick genommen.

Lkw-Verkehr auf der Rheinbrücke hat stark zugenommen

Laut Straßen.NRW hat der Schwerlastverkehr „in erheblichem Maße zu den jetzt festgestellten Schäden beigetragen“. Der Beton sei aber auch durch Streusalz geschwächt, sagte Huth. Aktuell fahren etwa 3000 schwere Lastwagen am Tag über die Brücke, sagt Hutz. Vor etwa vier Jahren seien noch 2400 gezählt worden. Insgesamt sind täglich etwa 30.000 Fahrzeuge auf der Brücke unterwegs.

Die knapp 900 Meter lange Rheinbrücke stammt weitgehend aus dem Jahr 1936. Die beiden Fahrbahnen bestehen aus mehreren Dutzend jeweils etwa 20 Meter langen aneinander gereihten Betonplatten, die auf einem Stahlgerüst liegen, erklärte Huth. Die Betonplatten sind insgesamt 30 Zentimeter dick. Auf der sogenannten Vorbaubrücke auf Duisburger Gebiet seien die Betonplatten 1984 von 20 auf 30 Zentimeter erhöht worden, sagte Huth.

Umleitungskonzept soll bis Freitagabend stehen

Wegen einer Baustelle gelte in Fahrtrichtung Duisburg derzeit Tempo 50 auf der Rheinbrücke, sagte Huth. In Gegenrichtung sollen es aktuell Tempo 70 sein. Möglicherweise aber wird auch dort die Geschwindigkeitsvorgabe auf Tempo 50 gesenkt, sagte Huth. Darüber werde derzeit gesprochen.

„Wir wissen um die Bedeutung der Brücke“, versicherte Huth. Die B288 ist auch eine wichtige Verbindung für Lastverkehr zwischen der Autobahn 3 und den Krefelder Gewerbegebieten wie etwa dem Hafen Uerdingen. Weil erst noch ein Umleitungs-Konzept auszuarbeiten und mit Polizei und Bezirksregierung abzustimmen ist, beginnt die Sperrung der Brücke für schwere Lastfahrzeuge erst an diesem Freitag ab 17 Uhr, sagte Huth.

Neubau für Brücke zwischen Duisburg und Uerdingen soll kommen

Wie lange die Sanierung der Brücke dauern wird, sei noch nicht absehbar, erklärte Huth. In den kommenden drei bis vier Wochen werde die Brücke nun genau untersucht. Bis Mitte Oktober soll ein Sannierungskonzept erarbeitet werden. Die jetzt erfolgte eingehende Prüfung sei vom Turnus her erst im Jahr 2022 vorgesehen gewesen, sagte Huth. Hinweise auf den deutlich gestiegenen Schwerlastverkehr hatten Straßen.NRW laut Huth veranlasst, die Prüfung kurzfristig vorzuziehen.

Auf lange Sicht soll die Rheinbrücke in Krefeld ohnehin ersetzt werden. Die NRW-Landesregierung hat Anfang des Jahres einen Neubau der B288-Rheinbrücke in das Programm zur Straßenerneuerung aufgenommen - „unabhängig von den aktuellen Schäden“, berichtete Straßen.NRW. Beim Landesbetrieb werde man jedoch nun die Anstrengungen bei der Planung der neuen Brücke „erhöhen“.

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