Zeitsprung

Bilder von früher und heute zeigen Duisburg im Wandel

Der Gläserne Hut in der Duisburger Innenstadt aus dem Jahr 1956 und die schnöde, noch immer unbebaute Bahnhofsplatte.

Foto: Archiv/Wolko

Der Gläserne Hut in der Duisburger Innenstadt aus dem Jahr 1956 und die schnöde, noch immer unbebaute Bahnhofsplatte. Foto: Archiv/Wolko

Duisburg.  Wie sah Duisburg früher aus - und wie dieselbe Ecke heute? Wir vergleichen Stadtansichten und zeigen, wie sich das Stadtbild seitdem verändert hat.

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Duisburg kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, die erste schriftliche Erwähnung geht auf das Jahr 883 zurück. Zugegeben: Unsere Fotos sind nicht ganz so alt - die Technik kam ja auch erst viel später. Aber in den Tiefen unserer Archive haben wir einige historische Schmuckstücke gefunden, die zeigen, wie Duisburg noch vor 50 oder sogar vor 100 Jahren aussah - und wie sich das Stadt- und Landschaftsbild seitdem verändert hat.

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Die Brücke der Solidarität 1950 und 2015

Ihr Vorgänger fiel dem Krieg zum Opfer, am 3. Juli 1950 wurde als neuer Brückenschlag über den Rhein bei Rheinkilometer 775,29 die heutige Brücke der Solidarität zwischen Hochfeld und Rheinhausen eröffnet. Krupp Stahlbau war beim Bau der Bogenbrücke involviert, sorgte dafür, dass die Brücke bis heute einzigartig ist: Der Stabbogen hat mit 255,9 Metern die größte Stützweite in Deutschland.

Auch der Name des Bauwerks hat insbesondere seit Ende der 1980er-Jahre mit Krupp zu tun: 1987/88 protestierten Stahlwerker mit monatelangen Mahnwachen gegen die Schließung der Krupp-Werke, zum Teil mit der Unterstützung von zigtausenden Arbeitern aus ganz Deutschland. Am 20. Januar 1988 benannten die Krupp-Beschäftigten die Rheinquerung in "Brücke der Solidarität" um, wenig später übernahm die Stadt Duisburg diesen Namen auch offiziell.

Am 3. Juli 1950 wird die Rheinhausenbrücke eröffnet, heute ist sie unter anderem ein Streckenabschnitt beim Rhein-Ruhr-Marathon.

Bau der Friedrich-Ebert-Brücke zwischen Homberg und Ruhrort

Fünf Kilometer stromabwärts, bei Rheinkilometer 780, befindet sich die Friedrich-Ebert-Brücke. Die knapp 626 Meter lange "unechte Hängebrücke" wurde im Dezember 1954 für den innerstädtischen Verkehr zwischen Homberg und Ruhrort freigegeben.

Ihr Vorgänger, die Admiral-Scheer-Brücke, ereilte in den letzten Kriegstagen das gleiche Schicksal wie vieler anderer Rheinquerungen. Um den Vormarsch der Alliierten zu stoppen, wurde die Brücke am 4. März 1945 gesprengt. Neun Jahre lang blieb den Menschen, die die Rheinseite wechseln wollten, nur der Weg übers Wasser. Fähren pendelten vom einen zum anderen Ufer.

1951, sechs Jahre nach Kriegsende, begann dann der Neubau der neuen Friedrich-Ebert-Brücke. Am 18. Dezember 1954, nach drei Jahren Bauzeit, wurde die neue Zügelgurtbrücke eröffnet. Das obere Bild ist kurz vor dem Brückenschluss im Jahr 1954 entstanden.

Benannt wurde sie nach dem ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik. Damals fuhr auch noch der O-Bus zwischen Moers über Homberg nach Ruhrort (unteres Bild nach der Eröffnung im Dezember 1954). Zum 60-jährigen Brückengeburtstag haben wir in einem Gespräch mit Reinhard Stratenwerth an den Bau und die Historie dieser Rheinquerung erinnert.

Das Duisburger Stadttheater

Das Vorspiel zu Richard Wagners "Die Meistersinger zu Nürnberg", "Wallensteins Lager" von Friedrich Schiller und das Finale der "Meistersinger", waren die ersten Stücke, die zur feierlichen Eröffnung des Duisburger Stadttheaters gegeben wurden. Nach rund anderthalbjähriger Bauzeit und Kosten von drei Millionen Goldmark wurde der Theaterneubau am 7. November 1912 eingeweiht.

Das Stadttheater wurde am 7. November 1912 eingeweiht und wurde nach dem zweiten Weltkrieg Krieg zunächst rot gestrichen. Kurz darauf bekam es seine weiße Farbe.

Nach der Zerstörung durch einen Luftangriff am 20. Dezember 1942 wurde das Duisburger Stadttheater nach Kriegsende wieder aufgebaut und konnte im Herbst 1950 seiner Bestimmung wieder übergeben werden. Es dauerte aber noch einige Jahre, bis alle Gebäudeteile wieder genutzt werden konnten. Ältere Duisburger werden sich auch noch daran erinnern, dass die Theater-Fassade einige Zeit rot gestrichen war, kurz darauf bekam es dann aber wieder seine weiße Farbe, wie es auch heute zu sehen ist.

Über den weißen Säulen auf dem Giebel steht ein Zitat aus Friedrich Schillers "Huldigung der Künste": "Mit all seinen Tiefen, seinen Höhen roll ich das Leben ab vor deinem Blick. Wenn du das große Spiel der Welt gesehen, so kehrst du reicher in dich selbst zurück."

Vom Gläsernen Hut zur Bahnhofsplatte

Fast 60 Jahre liegen zwischen diesen beiden Aufnahmen. Die historische Aufnahme von 1956 zeigt den Bau der Nord-Süd-Achse, wie die Autobahn 59 von den Duisburgern auch genannt wird. Jahrzehntelang ließ sich der mal mehr, meist weniger schnell fahrende Verkehr auf der Schnellstraße beobachten. Im Herbst 2010 wurde die Autobahn dann gedeckelt. Der 300 Meter lange Tunnel, durch den der Verkehr nun rollt, wurde nach Gerhard Mercator benannt.

Dort, wo heute das Averdunk-Zentrum steht, gab es Mitte der 50er-Jahre noch eine große Baulücke, die sich erst viel später schließen sollte. In der Bildmitte der historischen Aufnahme ist auch eines von Duisburgs bekanntesten Bauwerken der Nachkriegsgeschichte zu sehen: der "Gläserne Hut". Kern des Gebäudes war eine Wartehalle für Fahrgäste der DVG, besonders beliebt war jedoch die große Sonnenterrasse. Das Gebäude wurde Anfang der 1980er-Jahre abgerissen.

Hauptbahnhof

Cöln-Mindener Eisenbahn, Ruhrort-Crefeld-Kreis Gladbacher Eisenbahn-Gesellschaft, Bergisch-Märkische Eisenbahn, Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft – als Deutschland Bahnland wurde, war die Branche so bunt, wie sie heute beinahe wieder ist. Jede Bahngesellschaft baute ab dem zweiten Drittel des letzten Jahrhunderts seine Strecken und seine Bahnhöfe.

Nach Verstaatlichung der Bahngesellschaften gab es 1886 den ersten „Centralbahnhof“. Dieser ist auf der Aufnahme aus dem Fundus des Duisburger Stadtarchivs zu sehen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erwies sich das Bahnhofsgebäude als zu klein für die immer weiter wachsende Montanstadt. Doch der Erste Weltkrieg und die Wirtschaftskrise verhinderten einen schnellen Neubau.

1936 glich der Duisburger Hauptbahnhof eher einer riesigen, verlassenen Fabrikhalle, heute weiß man dank Eingangsschild und vielen Autos, dass man sich im Duisburger Zentrum befindet.

1931 bis 1934 wurde der heutige Hauptbahnhof gebaut, im selben Stil wie die Nachbarbahnhöfe Düsseldorf und Oberhausen, „Neue Sachlichkeit“ genannt. Rund 100.000 Menschen nutzen den Duisburger Hauptbahnhof.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der stark zerstörte Hauptbahnhof wieder aufgebaut. Zuletzt wurde die Bahnhofhalle 2009 saniert, um den ursprünglichen Raumeindruck der lichtdurchfluteten Halle wiederherzustellen. Rund 700 Züge halten täglich an den Bahnsteigen, deren Überdachung wegen der einst wegweisenden Konstruktion unter Denkmalschutz steht, den Reisenden aber wegen ihres maroden Zustandes oft im Regen stehen lässt. Ein Neubau in Wellenform ist bei der Deutschen Bahn für 2017 geplant.

Harald Molder, Vorsitzender der Duisburger Zeitzeugenbörse, macht darauf aufmerksam, dass die beiden Bahnhofsgebäude an unterschiedlichen Stellen standen. Das alte Bahnhofsgebäude stand da, wo heute Gleis 11 verläuft. Die Gebäude im Hintergrund der historischen Aufnahme zeigen die Bebauung der Otto-Keller-Straße, wo heute das UCI-Kino steht.

Land- und Amtsgericht

Das Landgericht wurde in drei Etappen gebaut, der älteste Teil steht mit der Front zur Königstraße und entstand in den Jahren 1874 bis 1876, 1878 war bereits eine Erweiterung entlang der Landgerichtstraße nötig. Schließlich folgte 1909 bis 1912 der Flügel am König-Heinrich-Platz. Zuständig ist das Landgericht nicht nur für Duisburger Fälle, sondern auch für jene aus Oberhausen, Mülheim, Dinslaken, Voerde, Wesel, Hünxe, Schermbeck und Hamminkeln.

Um 1925, wie auf der historischen Aufnahme zu erkennen, war der Vorplatz des Landgerichts noch mit vielen Bäumen bepflanzt. Seit dem Bau des City Palais und der neuen Mercatorhalle ist das innere Stadtbild vor dem Theater geprägt von Kopfsteinpflaster und den quadratischen Rasenflächen - den schwebenden Gärten.

Weitere Bilder im Vergleich 

Die alte Mercatorhalle und das Citypalais

Nachdem die Tonhalle 1942 von Fliegerbomben zerstört worden war, wurde 1956 ein Wettbewerb für den Bau der Mercatorhalle ausgeschrieben. Die Halle am König-Heinrich-Platz wurde dann nach drei Jahren Bauzeit im Herbst 1962 eröffnet. Rund vier Jahrzehnte gab es in der schnörkellosen Allround-Halle Konzerte, Konferenzen und Großveranstaltungen aller Art.

Obwohl die Mercatorhalle unter Denkmalschutz stand, beschloss der Stadtrat den Abriss, um Platz für die neue Spielbank an gleicher Stelle zu schaffen. Mit einem Abrissfest am 13. Januar 2005 verabschiedeten sich die Duisburger dann von ihrer "guten Stube". Die Aufnahme von Januar 2005 zeigt die nicht mehr genutzte Halle kurz vor dem Abriss.

Zwei Jahre später, am 21. April 2007, wurde die neue Mercatorhalle eingeweiht. Lange währte diese Freude nicht, fünf Jahre später muss die Halle wegen Baupfusch gesperrt werden. Erhebliche Brandschutzmängel wurden festgestellt: Nicht aktivierte Rauchmelder, Rigipsplatten statt Brandschutzwand. Und die Liste der Verstöße gegen Brandschutzvorschriften wurde im Laufe der Zeit immer länger. Auch mehr als drei Jahre nach der Schließung und Sanierung sind diese Mängel noch lange nicht abgestellt - erst der kleine Veranstaltungssaal ist seit Herbst 2015 wieder nutzbar, der große Saal soll erst im September 2016 folgen.

Das Kaufhaus an der Düsseldorfer Straße

Ob Merkur, Horten oder Galeria Kaufhof - mehr als fünf Jahrzehnte prägten die "Horten-Kacheln"das Duisburger Stadtbild. 1958 war nach Plänen von Harald Loebermann und Helmut Rohde an der Düsseldorfer Straße das Merkur-Warenhaus gebaut worden. Nicht nur in Duisburg, sondern deutschlandweit waren die Horten-Kaufhäuser stets erkennbar durch ihre Waben-Fassade, die dem Architekten Egon Eiermann sogar einen Platz in der Architekturgeschichte einbrachte.


Weil die Quadersteine aber nach mehr als fünf Jahrzehnten brüchig waren und abzustürzen drohten, wurde 2014 mit dem Abriss der maroden Fassade, die zeitweise sogar denkmalgeschützt war, begonnen. Sie wurde durch eine moderne Glas- und Stahl-Konstruktion ersetzt. Eine Auflage der Stadt war es jedoch, das 2600 Quadratmeter große "Kettenhemd" (so wurde die Gitterfassade auch genannt) zu dokumentieren. Außerdem sollte an der neuen Fassade an der Düsseldorfer Straße ein Teil der alten Fassade als „Erinnerungsstück“ erhalten bleiben.

Der Sportpark Duisburg mit Regattabahn und MSV-Heimat

Mit einer Gesamtfläche von 200 Hektar, davon 60 Hektar Wasserfläche, zählt der Sportpark Duisburg zu den größten Sport- und Erholungsgebieten Deutschlands. 1919 hatte das Unternehmen Krupp der Stadt die Baggerseen an der Wedau zur Miete angeboten. In dem späteren Vertrag hatte sich die Stadt dazu verpflichtet, "für das Erholungsbedürfnis ihrer Einwohner größere Anlagen, darunter ein Strandbad und ein Stadion, an der nahe bei der Stadt gelegenen Wedau zu schaffen." Mitte der 1920er Jahre wurden Wedau-Stadion, das Schwimmstadion und das Strandbad offiziell eröffnet.

Bereits 1919 wurde mit dem Auskiesen der Regattabahn begonnen, Das Bild links zeigt den Sportpark im Jahr 1926. Zehn Jahre später, 1936, fand auf der Anlage mit der Kanu-EM die erste Großveranstaltung statt. Seitdem wurde die zwei Kilometer lange Ruderstrecke kontinuierlich ausgebaut. In den 1970er-Jahren kam zunächst ein Windschutzdamm hinzu, für die Kanu-WM 1979 wurde auch der Zielbereich neu gestaltet. So wurde das ehemalige Regattahaus zum Leistungszentrum für den Kanu-Rennsport ausgebaut. Dort, wo früher der alte Zielturm stand, gibt es nun Bootshallen, der neue Zielturm steht jetzt auf der Westseite der Bahn.

Das 1921 gebaute Wedaustadion (links unten) war mit seinen 40.000 Zuschauerplätzen neben dem Grunewaldstadion in Berlin zunächst erst die zweite Großsportstädte Deutschlands. Die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 1922 waren die erste sportliche Großveranstaltung an der Wedau. Abgerissen wurde es 2003, am selben Ort entstand dann die MSV-Arena. 2008 wurde aus dem "Sportpark Wedau" der "Sportpark Duisburg".

Der Innenhafen

Der Duisburger Innenhafen ist Paradebeispiel für den Strukturwandel im Ruhrgebiet. Nach dem Niedergang der Getreidemühlen in den 1960er-Jahren beherbergten die großen Speicher weitgehend nur noch Lager- und Gewerbehallen. Im Zuge der Internationalen Bauaustellung Emscher Park wurden die nicht mehr genutzten Industrieflächen aufgewertet und neu genutzt.

Heute ist der Innenhafen beliebtes Ausgeh- und Szeneviertel in Duisburg, Kneipen, Cafés und Bars reihen sich hier am Wasser aneinander. Für kulturinteressierte Besucher gibt es das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, das nun im zweiten Anlauf erweitert werden soll und das Kultur- und Stadthistorische Museum. Seit Februar 2014 ist der Innenhafen zudem zentraler Sitz des Landesarchivs NRW.

Die Beekstraße in den 1930er-Jahren

1930 war auf der Beekstraße in der Altstadt Duisburgs eleganteste Einkaufsstraße. Die Straße war der Inbegriff des käufmännischen jüdischen Lebens in der Stadt. In keiner anderen Straße reihten sich mehr jüdische Textilhäuser, Bettengeschäfte, Gemischtwarenkaufhäuser, Schuhgeschäfte sowie Geschäfte für Stoffe und Kurzwaren aneinander.

Es waren osteuropäische Juden, die ab Ende des 19. Jahrhunderts vor zaristischen Pogromen nach Duisburg geflohen waren und in der Altstadt eine neue Heimat gefunden hatten. Als 1938 die Verfolgung durch das Nazi-Regime zunahm, verloren sie mehr als ihre Heimat. Sie wurden gezwungen, ihre Geschäfte an „Arier“ zu veräußern, wer nicht ins Ausland floh, wurde deportiert - und ermordet.

An sie erinnern in der ganzen Stadt Stolpersteine, in der Beekstraße ist unter anderem eine der kleinen Messingplatten für Laura Alsberg vor Hausnummer 41 eingelassen.


Heute stehen in diesem Teil der Fußgängerzone viele Ladenlokale leer. Diesen Leerstand kreativ zu nutzen, war Ziel einiger Projekte innerhalb der Duisburger Akzente 2015.


Die Schwanentor-Brücke

Die vier Türme der Schwanentorbrücke sind eines der Duisburger Wahrzeichen. Gebaut wurde die Hubbrücke, die auch noch heute das Stadtbild prägt, 1950. Das heutige Bauwerk ist die dritte Brücke, durch die Schiffe in den hinteren Teil des Innenhafens gelangten.

1841 befand sich an dieser Stelle eine erste hölzerne Zugbrücke, 63 Jahre später wurde dann eine elektrisch betriebene Klappbrücke errichtet. Diese wurde jedoch 1945 bei einem Bombenangriff zerstört. Nach ihrer Großsanierung, die 2016 beginnen soll, wird die Brücke übrigens nicht mehr angehoben werden können. Das ist aber auch nicht nötig, weil die Berufsschifffahrt nicht mehr den Innenhafen anläuft.

Der Name erinnert übrigens an das mittelalterliche Schwanentor in der Stadtbefestigung.

Die Königstraße

Die Königstraße in der Duisburger City ist die Einkaufsmeile schlechthin. Vor allem Filialen großer Ketten reihen sich hier aneinander. Die Straße ist breit und großzügig gestaltet, bot früher Platz für Kutschen-Verkehr, später auch die Straßenbahn. Ab 1970 begannen die Arbeiten für die U-Bahn. Als die oberirdischen Strecken 1992 stillgelegt wurden, entwickelte sich die Königstraße zu einer vollständigen Fußgängerzone.

In dieser Zeit entstanden auch wesentliche Elemente der "Brunnenmeile" - sechs Brunnen sind hier auf kaum zwei Kilometern verteilt. Den Auftakt machte schon 1983 die "Waschmaschine" von André Volten aus drei Stahlzylindern, gleich am Anfang der Kö gelegen.

1986 kam die "Wassermühle" von Otmar Alt (1986) hinzu. Zwischen 1991 und 93 folgten Schlag auf Schlag das gemauerte "Stadtbild" von Ulf Hegewald, das Gemeinschaftswerk "Lifesaver" von Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely sowie die Schiffsmasken von Thomas Virnich.

Das neueste Wasserwerk wurde 2008 vor dem Forum eröffnet. Das "Düsenfeld" begeistert vor allem im Sommer mit seinen unterschiedlich hohen Strahlen.

Unser Bild zeigt den Maskenbrunnen (Schiffsmasken) am Kuhtor Richtung Düsseldorfer Straße. Das Gebäude hinter Salamander steht heute noch, im Erdgeschoss ist der Juwelier Rüschenbeck.

Das Bild wurde vom Dachgeschoss der heutigen Commerzbank gemacht. Zur Orientierung: Das Gebäude links im Bild ist heute der Juwelier Christ.

Die Düsseldorfer Straße wurde Anfang der 1960er Jahre verbreitert. Im Hintergrund das Gebäude mit dem Turm ist das "Palast Hotel" an der Ecke zum Sonnenwall.

Dort wo heute der "Pleitegeier" steht, also der Life Saver der Künstlerin Nikki de Saint Phalle, befand sich einmal ein Denkmal zu Ehren des ersten Reichskanzlers Otto von Bismarck, von Prof. Friedrich Reusch gestaltet. Es wurde 1905 enthüllt - und 1942 schon wieder eingeschmolzen.

Auf dem Foto aus dem Stadtarchiv blicken wir Richtung Bahnhof. In Höhe der Kutsche befindet sich heute der Optiker Uhlig.

Weiter hinten beginnt der König-Heinrich-Platz, darunter ist ein Bunker, der im Ernstfall 4500 Menschen Schutz bieten würde.

Wir danken der Zeitzeugenbörse, dem Freundeskreis Historisches Homberg und dem Stadtarchiv Duisburg, dass sie der Redaktion das historische Bildmaterial zur Verfügung gestellt haben.

Machen Sie mit!

Ihnen ist etwas aufgefallen? Sie können ergänzende historische Fakten beisteuern? Sie haben historische Aufnahmen, die wir mit aktuellen Bildern abgleichen können? Schreiben Sie uns: duisburg@derwesten.de

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