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Blick ins EU-Ausland: Asphalt, der Duisburgs Namen trägt

Die Rue Duysburgh in der Brüsseler Gemeinde Jette. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2014. 

Foto: Google Street View

Die Rue Duysburgh in der Brüsseler Gemeinde Jette. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2014.  Foto: Google Street View

Duisburg.   In Belgien finden wir sie, in den Niederlanden und in England sowieso: Selbst im europäischen Ausland dient Duisburg als Namenspate für Straßen.

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Vor Duisburg ist man auch im Ausland nicht sicher. Zum Beispiel in Brüssel. Europas Hauptstadt ist immer einer Reise wert: hier das im Wortsinne staatstragende EU-Regierungsviertel, dort Problembezirke wie der Stadtteil Molenbeek, der unmittelbar an die Brüsseler Altstadt grenzt. Eine Stadt der Gegensätze – vergleichbar mit Duisburg.

Wen trotz der vielen, durchaus gemischten Eindrücke, die es in der belgischen Metropole zu gewinnen gibt, so etwas wie Heimweh beschleicht, dem sei ein Abstecher in die Gemeinde Jette im Nordwesten der Stadt empfohlen. Dort nämlich verläuft die „Rue Duysburgh“, die zwei große Parkanlagen, gespickt mit Bolz- und Spielplätzen, verbindet.

Auch Düsseldorf ist weit verbreitet

Die „Rue Duysburgh“ ist dabei nicht die einzige Straße außerhalb Deutschlands, die den Namen der Großstadt an Rhein und Ruhr trägt. Klar, dass es in der englischen Hafenstadt Portsmouth mittlerweile einen „Duisburg Way“ gibt und im Gegenzug den Portsmouthplatz am Duisburger Hauptbahnhof, mag angesichts der seit 1950 bestehenden Städtepartnerschaft nicht sonderlich überraschen. Aber auch bei unseren niederländischen Nachbarn wird man fündig: In der 32000-Einwohner-Stadt Zevenaar, mittig zwischen Emmerich und Arnheim gelegen, führt der „Doesburgseweg“ auf die Autobahn 12 in Richtung deutsch-niederländische Grenze.

Auch Duisburgs Städte-Nachbarn haben ihre Namen auf die Straßenschilder dieser Welt getragen. Insbesondere Düsseldorf ist außerhalb Europas vertreten: etwa in einem Vorort von Evansville, Kentucky, einer mittelgroßen Stadt wie es sie in den USA zu Dutzenden gibt – nur eben mit dem Unterschied, dass man dort den „Dusseldorf Drive“ befahren kann. Selbst in Chile ist die Landeshauptstadt ein Begriff: in Gestalt der „Pasaje Dusseldorf“ in Osorno im Süden des Landes.

Ein Hauch von historischem Geheimnis

Straßen mit „Essen“ im Namen finden sich jenseits des Atlantiks viele, wie der „Essen Drive“ in Amityville, New York, oder die „Essen Road“ in Green Bay, Wisconsin, um nur zwei zu nennen. Dass fast ein Viertel der US-Amerikaner erklärt, deutscher Abstammung zu sein, wird mit Blick auf die vielen Straßennamen mit deutschem Einfluss umso anschaulicher.

Noch einmal zurück nach Belgien: Ob es tatsächlich das deutsche Duisburg war, das für die Benennung der „Rue Duysburgh“ Pate stand, lässt sich mit Sicherheit gar nicht sagen. Wahrscheinlicher ist sogar, dass das etwas über 3000 Einwohner zählende Örtchen Duisburg in Tervuren, östlich von Brüssel, auf diese Art verewigt wurde.

Was als gesichert gilt: Von „Dispargum“ aus zog Chlodio, der erste König der Salfranken und Urvater der Franzosen, im 5. Jahrhundert aus, um seine Eroberungen in Belgien und Nordfrankreich durchzuführen. Ob das deutsche oder belgische Duisburg Chlodios Hauptsitz war, ist nicht überliefert – was der Stadt sogar etwas historisch Geheimnisvolles verleiht.

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