Politik

CDU-Fraktion - Enzweiler krempelt die Ärmel hoch

Rainer Enzweiler, neuer CDU-Fraktionschef im Duisburger Rat.

Rainer Enzweiler, neuer CDU-Fraktionschef im Duisburger Rat.

Foto: WAZ-Fotopool

Duisburg. Die auch in eigenen CDU-Reihen als Überraschung eingeschätzte Wahl des Hamborner Rainer ­Enzweiler zum Chef der Ratsfraktion lässt nicht auf parteiinterne Umbrüche schließen. Das stellten Enzweiler und CDU-Parteichef Thomas Mahlberg zwei Tage nach der Fraktionswahl auf einer gemeinsamen Pressekonferenz klar.

Enzweiler hatte sich am Mittwoch mit 13 zu 10 Stimmen gegen den Buchholzer Thomas Susen durchgesetzt, der als Freund von Mahlberg und der bisherigen Fraktionsvorsitzenden Petra Vogt, die wegen ihres Landtagsmandat aus dem Rat ausgeschieden war, gilt. Eine Empfehlung der Parteispitze hatte es allerdings nicht gegeben. „Ich bin froh über den Wechsel. ­Enzweiler ist ein Typ, der sich Gehör verschaffen kann“, zeigte sich Mahlberg zufrieden. Enzweiler unterstrich, dass die Fraktionswahl keine Verlierer zurückgelassen habe. Er und Susen arbeiteten gut zusammen: „Wir sind alle nach der Wahl zusammen ein Bier trinken gegangen“, meinte Enzweiler.

Streitkultur verbessern

Dafür wird bald kaum Zeit mehr sein. Denn Enzweiler verlangt von sich und der Fraktion künftig mehr Arbeit. In der neuen Oppositionsrolle soll die Fraktion losgelöst von einstigen Rücksichten auf die damalige CDU-Verwaltungsspitze künftig stärker eigene Inhalte entwickeln. „Und das bedeutet mehr Arbeit“, so Enzweiler. Und weiter: „Wir wollen nicht ewig Njet sagen, sondern sachliche Alternativen bieten“, kündigt der 65-Jährige an. Zugleich fordert der Hamborner, dass künftig wieder der Sachverstand der Fachausschüsse genutzt wird und „nicht alles bis in den Rat geschoben wird“.

„Mir liegt auch sehr am Herzen, die Streitkultur zu verbessern. Es darf auch mal laut werden, aber man darf den politischen Konkurrenten nicht unter der Gürtellinie treffen“, fordert der ehemaligen Spitzenathlet und Hammerwerfer mehr „sportlichen“ Wettkampf in der Politik.

"Die Stadt tut nichts"

Die Abteilung Attacke übernahm Mahlberg: Er rügte die Luftnummern von Rot-Rot-Grün im Sparpaket und äußerte Zweifel, dass die Bezirksregierung das Sanierungskonzept genehmigen wird. Nicht zuletzt nach Protestbriefen von Anwohnern aus Bergheim über Zuwanderergruppen aus Südosteuropa konstatierte Mahlberg: „Wir haben massive Probleme beim Zusammenleben der Kulturen und die Stadt tut nichts.“ Konzepte blieben beim OB liegen. Ohnehin sei dessen Wahl kein Fall von „Begeisterung“ gewesen. Die Prozentmarke von 70 Prozent schmelze bei der geringen Wahlbeteiligung auf kärglich 17 Prozent der Wahlberechtigten: „83 Prozent haben ihn nicht gewählt.“

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