Coronavirus

Corona: Duisburger stellen Schutz für Kassiererinnen her

Maschinenbautechniker Nils Heining an einer Presse, die Scheiben aus Polycarbonat herstellen kann. Sein Arbeitgeber möchte zukünftig Schutzwände für Supermarkt-Kassen produzieren.

Maschinenbautechniker Nils Heining an einer Presse, die Scheiben aus Polycarbonat herstellen kann. Sein Arbeitgeber möchte zukünftig Schutzwände für Supermarkt-Kassen produzieren.

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Duisburg  Eine Duisburger Firma möchte in der Corona-Krise transparente Schutzwände für Kassierer im Supermarkt herstellen. Erste Gespräche mit Händlern.

Die Verbreitung des Coronavirus macht es überdeutlich: Hygiene im zwischenmenschlichen Umgang ist wichtiger als je zuvor. Vor allem Kassiererinnen und Kassierer im Supermarkt sind in diesen Tagen hundertfachem Kundenkontakt ausgesetzt. Um das Infektionsrisiko für Personal im Kassen- und Empfangsbereich zu senken, stellt die Firma Bongardt & Vogt aus Duisburg transparente Schutzwände für diesen Zweck her.

Angesichts der Corona-Krise „haben wir uns mit dem Problem beschäftigt, wie Mitarbeiter im Verkauf geschützt werden können“, sagt Nils Heining, Fertigungsleiter bei der Firma Bongardt & Vogt an der Hochstraße in Hochemmerich. Seit über 80 Jahren stellt der Systemlieferant Blech- und Stahlteile nach Zeichnungen und 3D-Modellen für Kunden her.

Coronavirus: Spuck- und Niesschutz aus Duisburg für Supermarktkassen

Doch wie in jedem Unternehmen hinterlässt die Corona-Krise im Hinblick auf die Umsatzzahlen auch in Hochemmerich ihre Spuren. „Wir sind natürlich am kämpfen“, sagt der 35-Jährige. Als Problemlöser für Unternehmen bekannt, sind Heining und sein Team deshalb kreativ geworden: Im Portfolio der Firma steht nun auch die Konstruktion von Schutzwänden.

Gefertigt wird der transparente Spuck- und Niesschutz aus Makrolon, ein Polycarbonat. „Das Material hat bessere Eigenschaften als Plexiglas.“ Die Bruchfestigkeit sei etwa höher. Nach individuellem Maß, in jeder Größe und Form fertigt die Firma aus Duisburg die Schutzvorrichtungen als Einzelstücke oder in Serie an. Für die Kasse werden etwa noch Ausschnitte für die Übergabe von Bargeld oder ein EC-Kartenlesegerät eingeplant. „Für die Montage nutzen wir den vorhandenen Prallschutz für Einkaufswagen", erklärt Heining.

Rewe, Edeka und Co. nutzen oft provisorische Lösungen

Proaktiv habe er in den vergangenen Tagen Supermarktketten und Discounter angeschrieben und seine Idee zur Reduzierung des Infektionsrisikos vorgestellt. „Das Interesse ist da.“ Bisher behelfen sich viele Lebensmittelhändler mit provisorischen Schutzvorrichtungen – von der Frischhaltefolie bis zu Acrylglas. Mit zwei Rewe-Filialen führt Heining in den kommenden Tagen konkrete Gespräche über eine dauerhafte Lösung.

Die Firma Bongardt & Vogt blickt in Duisburg auf eine lange Firmentradition zurück. Mittlerweile in vierter Generation geführt, besteht das Unternehmen seit über 80 Jahren. Bis 1950 wurden in der Schmiede noch Karrenräder beschlagen. Das frühere Krupp Hütten- und Walzwerk gehörte in dieser Zeit zu den Auftragsgebern. Seit 1954 hat die Firma ihren Sitz an der Hochstraße und baut in den folgenden 20 Jahren vor allem Stahlbauten für den Stein- und Braunkohlebergbau. Aktuell sind in der Firma rund 15 Mitarbeiter beschäftigt und stellen vor allem Edelstahlkonstruktionen nach Kundenzeichnungen her.

>>> Einsatz in Supermärkten, Arztpraxen und an Tankstellen

Unternehmen, die über einen zusätzlichen Schutz für Mitarbeiter im Kundenkontakt nachdenken, können telefonisch (02065 77888) oder per E-Mail (info@bongardt-vogt.de) mit der Duisburger Firma Bongardt & Vogt in Kontakt treten.

Zwischen 200 und 400 Euro müsse je nach Abnahmemenge für eine Schutzwand bezahlt werden, teilt der Fertigungsleiter mit. Neben Supermarktkassen sind auch für Verkaufstheken in Tankstellen oder Empfangsbereiche in Arztpraxen Lösungen denkbar.

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