Arbeitsmarkt

Corona: Firmen in Duisburg melden massenweise Kurzarbeit an

Duisburger Unternehmen melden wegen der Corona-Krise zurzeit massenweise Kurzarbeit an.

Duisburger Unternehmen melden wegen der Corona-Krise zurzeit massenweise Kurzarbeit an.

Foto: Jens Büttner / dpa

Duisburg.  Über 1800 Duisburger Unternehmen haben wegen Corona schon Kurzarbeit angemeldet. Täglich werden es mehr. Trotzdem macht die Arbeitsagentur Mut.

Mehr als 1800 Duisburger Unternehmen aus fast allen Branchen haben bei der Agentur für Arbeit wegen der Corona-Krise Kurzarbeit angezeigt. Das ist ein drastischer Anstieg im Vergleich zur Normalität: Im gesamten März 2019 waren es nur drei Unternehmen. Die Zahl ist mehr als doppelt so hoch wie während der Finanzkrise 2009. Und sie wird noch weiter steigen.

Anzeigen zur Kurzarbeit kämen mittlerweile aus fast allen Bereichen, teilt die Duisburger Arbeitsagentur mit. Besonders betroffen seien die Bereiche Transport/Logistik, Hotel- und Gaststättengewerbe, Messebau und Tourismus. „Es kommen weiter täglich Anzeigen herein“, sagt Astrid Neese, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur in Duisburg. „Die Zahlen, die uns heute vorliegen, deuten bereits darauf hin, dass die aktuelle Situation die Dimension der Finanzkrise übersteigen wird.“ Im gesamten Jahr 2009 stellten 776 Duisburger Betriebe auf Kurzarbeit um. Schon jetzt sind es mehr als doppelt so viele.

Corona-Krise wirkt sich noch nicht auf Duisburger Arbeitsmarktzahlen aus

Auf die Arbeitsmarktzahlen wirkt sich die Corona-Krise in Duisburg noch nicht aus. Das hängt vor allem mit dem Stichtag für die statistische Auswertung der Daten zusammen: Das war der 12. März, fast eine Woche, bevor Geschäfte, Restaurants und weitere Betriebe auf Anordnung schließen mussten. „Die Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit werden sich erst in den nächsten Monaten zeigen“, sagt Astrid Neese. „Schon im April werden wir mit einem deutlichen Anstieg rechnen müssen“ – trotz Kurzarbeit. Für den März lag die Arbeitslosenquote in Duisburg noch bei 10,9 Prozent.

Neese betrachtet Kurzarbeitet als ein wirksames Mittel der Unternehmen im Kampf gegen die Corona-Krise: „Mit diesem Instrument können Betriebe ihre Mitarbeiter im Unternehmen halten, und Arbeitslosigkeit wird vermieden.“

Für die Zeit nach der Corona-Krise macht die Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Duisburg Mut: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Menschen sei nach den aktuellen Werten aus dem September 2019 gestiegen und betrug mehr als 178.000 Menschen – fast 1500 mehr als im Quartal zuvor. Das entspricht einem Zuwachs von mehr als 0,8 Prozent.

Die Duisburger Arbeitsagentur weist Unternehmen darauf hin: Um für den März nachträglich Geld zu beziehen, muss die Anzeige bis Ende März eingegangen sein. Vordrucke und weitere Informationen zum Vorgehen gibt es auf arbeitsagentur.de/kurzarbeit

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