Pflege

Corona-Schnelltest: Duisburger Pflegeheime hoffen auf Start

Corona-Schnelltests können in Minuten Ergebnisse bringen. Pflegeheime in Duisburg hoffen auf mehr „Normalität“.

Corona-Schnelltests können in Minuten Ergebnisse bringen. Pflegeheime in Duisburg hoffen auf mehr „Normalität“.

Foto: Bodo Schackow / dpa

Duisburg.  Corona-Schnelltests können in Minuten Ergebnisse bringen. Pflegeheime in Duisburg hoffen auf mehr „Normalität“, auch für Besucher und Angehörige.

Innerhalb weniger Minuten wissen, ob man mit dem Coronavirus infiziert ist oder nicht – das versprechen Antigen-Schnelltests und sind die Hoffnung für Pflegeheime. „Solche Tests würden uns weiterhelfen“, sagt Ulrich Christofczik, Geschäftsführer des Christophoruswerks, mit zehn Pflegeeinrichtungen in Duisburg.

Der Vorteil: Die Proben müssen nicht ins Labor, sondern werden direkt vor Ort untersucht. Das Ergebnis soll dann, je nach Herstellerversprechen, nach 15 bis 30 Minuten vorliegen. Die große Hoffnung: Bewohner, Mitarbeiter sowie Besucher der Pflegeeinrichtungen können „regelmäßig und präventiv getestet werden“, sagt Olga Jabs, Sprecherin der Malteser Pflegeeinrichtungen.

Corona-Schnelltests in Pflegeheimen – Mehr Infektionsschutz für Bewohner

Der Träger von sechs Häusern in Duisburg sieht die Antigen-Schnelltests als „einen wichtigen Baustein für einen noch besseren Infektionsschutz der Bewohner“. Am Donnerstag hatte das Bundesministerium für Gesundheit mit der neuen Corona-Testverordnung den Weg für Schnelltests in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern geebnet. In naher Zukunft sollen diese verstärkt zum Einsatz kommen, wöchentlich könnten Personal und Bewohner getestet werden, um so das Risiko von Infektionsketten zu minimieren.

Die Corona-Pandemie hatte Pflege- und Alteneinrichtungen in Duisburg schwer getroffen: Mehrere Ausbrüche und Todesfälle zählt die traurige Statistik. In 57 Altenheimen wurden stadtweit über 16.618 Tests bei Reihenuntersuchungen durchgeführt – 253 Tests waren positiv, so die Stadtverwaltung auf Nachfrage (Stand Anfang Oktober).

Seit dem Start der Pandemie wurden zeitweise Besuchsverbote ausgesprochen, später waren Begegnungen mit dem Liebsten hinter einer Glasscheibe ein kleiner Trost. Doch der Weg schien alternativlos, schließlich gehören Bewohner im hohen Alter zur Risikogruppe.

Antigen-Schnelltests sind etwas ungenauer

Durch die schnelle Diagnostik eines Schnelltests könnte ein Lockdown einer Einrichtung effektiv verhindert werden, so das Urteil des evangelischen Christophoruswerks. Auch die tagelange Isolation von neuen Bewohnern und das Warten auf Laborergebnisse würde wegfallen, erklärt Christofczik.

Hier schließt sich für den Geschäftsführer ein großes Aber an. Die Schnelligkeit geht wohl zu Lasten der Zuverlässigkeit der Tests. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Infizierter auch als solcher erkannt wird, liegt bei rund 96 Prozent. Im Vergleich: Die Hersteller von PCR-Tests geben eine Genauigkeit von über 99 Prozent an. Infizierte mit einer geringen Viruslast könnten durch Schnelltests möglicherweise nicht entdeckt werden.

Eingewiesene Mitarbeiter sollen Tests durchführen

Für das Christophoruswerk sind auch Fragen hinsichtlich der Qualifikation der Testenden und der Testressourcen offen. Fest steht: Die Testungen sollen durch eingewiesene Mitarbeitende der Einrichtungen durchgeführt werden. Auch der Schnelltest erfordert einen Nasen-Rachen-Abstrich. Die Sachkosten der Tests in der Höhe der entstandenen Beschaffungskosten können mit den Pflegekassen abgerechnet werden.

Das Wie bei der Durchführung sei aber noch zu beantworten, auch für die Malteser Pflegeeinrichtungen. Man stehe jedoch im engen Austausch mit dem Gesundheitsamt Duisburg, „um ein praktikables Testkonzept zu erarbeiten“. Erst wenn das Konzept durch das Gesundheitsamt geprüft und dieses die entsprechenden Testkapazitäten bewilligt hat, können die Schnelltests in den Malteser Pflegeeinrichtungen zum Einsatz kommen und so für mehr Sicherheit sorgen.

>>> Antigen-Test für Pflegeeinrichtungen

  • Die Antigen-Tests weisen nicht das Erbgut des Virus nach, sondern bestimme Proteinstrukturen des Krankheitserregers. Die Rachenproben werden auf eine Testkassette aufgetragen. Bei der Reaktion zeigt sich, ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest, ob Virusproteine und damit eine Infektion vorliegt.
  • Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekräftigte gegenüber der ARD, dass es bei diesen Tests zunächst vor allem um den Gesundheits- und Pflegebereich gehen soll. Für den privaten Bereich oder gar für Selbsttests seien sie nicht gedacht. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Testverfahren lesen Sie hier.
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben