Kultursommer

Das Beste von Konrad Beikircher aus 400 Jahren

er gebürtige Südtiroler Konrad Beikircher ist inzwischen voll integrierter Rheinländer. In Friemersheim begeisterte er wiederholt Foto:

er gebürtige Südtiroler Konrad Beikircher ist inzwischen voll integrierter Rheinländer. In Friemersheim begeisterte er wiederholt Foto:

Foto: Christoph Reichwein

Rheinhausen.  Der 73-jährige Kabarettist ist am Wochenende der Star des Friemersheimer Kultursommers. Die Bühne 47 zeigt zudem ihre jüngste Komödie.

Der wortgewandte Kabarettist Konrad Beikircher ist am Wochenende der Star des Friemersheimer Kultursommers an der Dorfkirche. Am Samstag, 14. September, betritt er um 19 Uhr die Bühne (19 Euro). Seit gefühlt 400 Jahren spornt der gebürtige Südtiroler, der seit Mitte der 60er Jahre in Bonn eine zweite Heimat gefunden hat, die Kleinhirne seiner Gäste an, seziert Sprache und Redensarten und lotet die rheinische Seele aus. Diese ist ein robustes, aber komplexes Ding. Inzwischen hat der im Rheinland voll integrierte Italiener sie wohl bis auf den letzten Winkel ausgeleuchtet. Der fremde Blick ist stets der schärfere.

Eine Überfülle an Erkenntnis ist dabei zutage getreten, aus der der 73-Jährige, der passenderweise in jungen Jahren Psychologie studiert hat, für sein Best-of-Programm aus dem Vollem schöpfen kann. Vielleicht kommt auch die Frau Walterscheidt zu Wort, die ja immer die schwersten Themen auf die rheinische leichte Schulter nehmen kann. Mit ihr setzte Beikircher Anfang der 80er Jahre seinen Siegeszug über den Äther an, der dann rasch ins Fernsehen führte. Vielleicht geht es auch um die „rheinische Relativverschränkung“.

Manneken Pis - der Schutzpatron der Kleinkünstler

Warum 400 Jahre? Weil anno 1619 das Brüsseler „Manneken Pis“ geschaffen wurde und diese Figur ob des recht klein geratenen „Dingens“ seitdem als Schutzpatron der Kleinkünstler gelte. Meint jedenfalls Beikircher und schlägt so elegant die Brücke zwischen rheinischer „Züscholorie“ und Kabarett.

„Wohin mit der Leiche?“ Die Bühne 47 kennt die Antwort

Bereits am Freitag, 13. September, eröffnet die Bühne 47 um 19 Uhr den Kultursommer (12 Euro), den sie mit der Evangelischen Kirche und der Stadt Duisburg organisatorisch gemeinsam stemmt. „Wohin mit der Leiche?“, lautet der Titel der jüngsten Komödie, die erst vor wenigen Tage Premiere hatte und vom Publikum begeistert aufgenommen wurde. Der Gatte hatte sie eine „saublöde Kuh“ genannt. Da griff sie zur Flasche und schlug zu und die junge Ehe war jäh vorbei. Aber der unschöne Teil der so abrupt beendeten Beziehung lag auf dem Fußboden und harrte der Entsorgung. Eine Anstrengung, die zu vielen Verwicklungen und komischen Situationen führt. Karten im Gemeindebüro, im Bürgerservice und bei Lotto Körner.

Der Sonntag bietet ein abwechslungsreiches Programm. Es beginnt um 10.30 Uhr mit einem Open-Air-Gottesdienst, der musikalisch ausgestaltet wird vom Kleinen Chor Friemersheim.

Posaunenchor und Improvisationstheater

Auf der Bühne präsentiert sich um 13 Uhr der Posaunenchor der Gemeinde, bevor gegen 14.30 Uhr die Showtanzgruppe Lindengirls auftritt. Um 15.15 Uhr betritt das Improvisationstheater „Schwanensees Rache“ die Bühne, bei dem die Zuschauer die Möglichkeit haben, das Programm mitzubestimmen. Die Bigband Eddy & Friends beschließt dann um 16.30 Uhr mit coolem Swing das Programm.

Der Kultursommer ist als Open-Air-Veranstaltung geplant. Bei schlechtem Wetter werden die Veranstaltungen nach drinnen in die Dorfkirche verlegt.

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