Bundesweiter Wettbewerb

Deckelfieber: Duisburger Verein hofft auf den großen Coup

Thomas Baum und Jeanette Overweg präsentieren unzählige Deckel auf dem Ascheplatz, auf dem bald Kunstrasen gelegt werden soll.

Foto: Jörg Schimmel

Thomas Baum und Jeanette Overweg präsentieren unzählige Deckel auf dem Ascheplatz, auf dem bald Kunstrasen gelegt werden soll.

Duisburg.   ETuS liegt bei bundesweitem Wettbewerb eines Getränkeherstellers mit rund 15 000 Vereinen vorne. Hoffnung auf 20 000 Euro für Kunstrasenplatz.

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Thomas Baum blickt während des Interviews immer wieder auf sein Smartphone – und lächelt zufrieden. Die 68 000er-Marke knackt der ETuS Bissingheim an diesem Mittwochmittag ganz locker, Tendenz weiter steigend. Kein Zweifel, der ganze Sportverein – ach was – der ganze Stadtteil ist im Deckelfieber, sagt der zweite Vorsitzende.

Fast 15 000 Amateurvereine in Deutschland sammeln derzeit bei einer von Coca-Cola initiierten Aktion Codes, die in Flaschendeckeln und Dosenlaschen von Produkten mit dem Fifa-WM-Pokal zu finden sind. Und ETuS führt die Rangliste tatsächlich mit weitem Abstand an. Wenn das bis zum 1. April, bis zum Schluss des Wettbewerbs, so bleibt, kommt nicht nur der echte WM-Pokal zu einer kleinen Siegesfeier nach Bissingheim. Der Verein erhielte vor allem auch 20 000 Euro, die zur Finanzierung eines sehnlichst gewünschten Kunstrasenplatzes benötigt werden.

„Vereinsmutti“ Jeanette Overweg, Mädchen für alles im Klub, ist die Deckelkönigin beim ETuS. Sie hat mit Hilfe ihrer Familie und Freunde bereits sage und schreibe über 10 000 Codes gesammelt – dicht gefolgt von Fußball-Obmann Jens Braunroth mit über 9000. Braunroth hatte auch die Idee, ab Ende Januar an der Aktion des Getränkeherstellers teilzunehmen und schnell Mitsteiter gefunden. „Viel lief über Mund- zu-Mund-Propaganda“, erzählt Baum. „Wir haben aber auch über die sozialen Medien die Werbetrommel für uns gerührt.“ Und weil immer irgendwer irgendwen irgendwo kennt, kamen plötzlich aus allen Teilen Deutschlands Codes für den ETuS zusammen. „Wir haben Bilder von Opas und Omas, aber auch von Kindern geschickt bekommen, die Deckel sammeln“, erzählt Jeanette Overweg. „Wir durften hier in Bissingheim Sammelboxen in der Dorfbäckerei, Grundschule und im Getränkemarkt aufstellen. Das ist schon klasse.“ Und das hat vor allem durchschlagenden Erfolg.

Es gab schon 1000 Euro für einen Tagessieg

„Bereits kurz nach dem Start waren wir Wochensieger und haben dafür schon mal 1000 Euro bekommen“, so Baum, der sich aktuell – Stand Mittwochabend – über fast 70 000 Aktionscodes freuen kann. Die souveräne Spitzenposition soll nicht nun nicht mehr abgegeben werden. Doch Vorsicht: Die Bissingheimer haben munkeln gehört, dass die Fvgg Kastell, ein Verein aus Mainz und in Lauerstellung liegend, aus taktischen Gründen zahlreiche gesammelte Deckel noch zurückhält. Um die Duisburger quasi in Sicherheit zu wiegen. Baum: „Wir brauchen deshalb weiter jede Unterstützung.“

Wer am Ende definitiv gewinnen wird, ist der Verein „Deckel drauf“, der sich für die weltweite Ausrottung der Kinderlähmung einsetzt. Er wird die stattliche ETuS-Sammlung an Deckeln bekommen und diese an Verwerter verkaufen. Der Gewinn von rund 500 Schraubverschlüssen ermöglicht bereits eine Polioimpfung.

>>> MITMACHEN UND INFOS IM INTERNET

Die gesammelten Aktionscodes in den entsprechenden Flaschendeckeln und Dosenlaschen werden online auf vereinsgeschichte.cocacola.de/etus-1925-bissingheim eingetragen.

Weitere Informationen gibt es unter dem Stichwort „Cola-Aktion“ auch auf www.etus-bissingheim.de.

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