Ärzteversorgung

Der Stadtteil Hochfeld soll wieder einen Kinderarzt bekommen

In Duisburg-Hochfeld gibt es derzeit keinen Kinderarzt.

In Duisburg-Hochfeld gibt es derzeit keinen Kinderarzt.

Foto: Foto: Katarzyna Bialasiewicz / Getty Images/iStockphoto

Duisburg-Hochfeld.  4288 Kinder und Teenager leben in Duisburg-Hochfeld, doch einen Kinderarzt gibt es hier seit zehn Jahren nicht mehr. Das soll sich nun ändern.

Hochfeld ist einer der kinderreichsten Stadtteile in Duisburg. 4288 Kinder und Teenager wohnen hier, doch schon seit zehn Jahren gibt es in Hochfeld keinen Arzt für junge Patienten mehr. Eltern mussten in der Vergangenheit auf Praxen in der Innenstadt oder Neudorf ausweichen – einige haben sogar noch weitere Wege in Kauf genommen. Doch nun gibt es einen Interessenten, der sich wieder in Hochfeld ansiedeln möchte, bestätigt die Entwicklungsgesellschaft Duisburg, an die eine entsprechende Anfrage gerichtet wurde. Auch der Verein „Mina - Muslimisches Frauenbildungszentrum e.V.“ hat die Initiative auf seiner Facebookseite aufgegriffen und ein Gesuch für mögliches medizinisches Fachpersonal, das einmal in der Praxis arbeiten könnte, veröffentlicht. Allerdings sind alle Beteiligten noch etwas vorsichtig damit, frohe Kunde zu verbreiten, schließlich müssen noch passende Räume gefunden werden.

Kassenärztliche Vereinigung schaut auf die Versorgung in der ganzen Stadt

„Schon seit Jahren ist die medizinische Versorgung der Kinder in Hochfeld immer wieder im Fokus“, bestätigt auch Stadtsprecher Jörn Esser. Schon früher habe es Überlegungen mit den Duisburger Kinderärzten und deren Vertreter gegeben, eine Zweigstelle einer Praxis für Hochfeld einzurichten. „Da die bereits vorhandenen Praxen jedoch so überlastet waren, ließ sich dies nicht umsetzen“, sagt Esser.

Für die Bedarfsplanung der ärztlichen Versorgung sind die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) zuständig. Die KV Nordrhein teilt auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass eine Kinderarztpraxis rechnerisch für 2852 junge Duisburger zuständig sei. Allerdings: „Für uns zählt primär der Versorgungsgrad der Arztgruppe in Duisburg, nicht in den einzelnen Stadtteilen, auch wenn eine gleichmäßige Verteilung wünschenswert ist“, erklärt Dr. Heiko Schmitz, Pressesprecher der KV Nordrhein. Aktuell gebe es im kompletten Stadtgebiet 31 Kinderärzte. Das entspreche einer Versorgung von 104 Prozent und bewege sich „formal im grünen Bereich.“ Bis die Sperrgrenze erreicht ist – sie liegt bei 110 Prozent – könnten noch zwei freie Kassensitze vergeben werden.

Duisburger Interessent sucht aktuell noch Praxisräume

Insgesamt, so Schmitz, werde sich die ambulante ärztliche Versorgung des Ruhrgebiets „signifikant verbessern“, da die sogenannte „Sonderregion Ruhr“ schrittweise aufgehoben werde. Dadurch wird es mehr Hausärzte in Duisburg geben. Eine Entwicklung, die auch für Familien und Kinder wichtig ist, da viele Hausärzte kleine Patienten mit versorgen.“ In Hochfeld hoffen alle Beteiligten nun, dass der Interessent bald Praxisräume beziehen kann, denn das würde ihnen den Alltag im Krankheitsfall erheblich erleichtern.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben