Wirtschaft

IHK hat Interessen der Duisburger Unternehmen im Blick

Burkhard Landers, der Präsident der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg, Wesel, Kleve und  der IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger

Foto: Daniel Elke

Burkhard Landers, der Präsident der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg, Wesel, Kleve und der IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger Foto: Daniel Elke

Duisburg.   IHK-Präsident Landers und Hauptgeschäftsführer Dietzfelbinger setzen sich für eine Stärkung des Wirtschaftsstandortes Duisburgs ein.

Erhalt und Stärkung des Wirtschaftsstandortes sowie die Image-Verbesserung von Duisburg bei Unternehmen und ansiedlungswilligen Firmen und die gleichzeitige Interessenvertretung der knapp 65 000 Mitglieder der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg, Wesel, Kleve - darauf zielen die Hauptaufgaben von IHK-Präsident Burkhard Landers und Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger ab. Gemäß den Beschlüssen der Vollversammlung machen beide immer wieder gegenüber Politik und Behörden die Haltung der IHK deutlich, zeigen auf, welche Folgen parlamentarische Entscheidung in positiver und negativer Hinsicht auf die Wirtschaft und damit letztlich auch auf die Bürger in den Städten und Gemeinden des gesamten Kammerbezirks haben könnten.

„Das ist eine Mehrheitsentscheidung.“

Burkhard Landers nennt das Beispiel Designer Outlet Center (DOC): „Das Thema wurde heftig diskutiert. Einige hoben die Kaufkraft, die neuen Arbeitsplätze, die Imagewerbung hervor. Die meisten Mitglieder sagten aber, wir müssen die Innenstadt ist schützen.“ Die mehrheitliche Entscheidung: „Wir sagen Nein.“ Und das auch mit dem Argument auf eine zu erwartende negative Ausstrahlung des DOC in eine Nachbarstadt. Landers: „Viele waren der Auffassung, dass man mit einem DOC die Innenstadt von Dinslaken austrocknen könne.“ Dennoch, so ergänzt der Präsident, die Kammer sei eine Mitmachorganisation, bei der ein Unternehmer eine Stimme habe, also Thyssen Krupp Steel genauso nur eine Stimme wie ein Kiosk-Besitzer, der genauso gewichtig seine Auffassung vorbringen kann. Landers: „Wir sagen der Politik immer, das ist eine Mehrheitsentscheidung. Es gibt aber auch andere Meinungen.“

„Große Ketten machen immer auf“

Schwierig zu diskutieren ist nach Auffassung von Hauptgeschäftsführer Dietzfelbinger momentan das Thema verkaufsoffener Sonntag: „Große Ketten sagen, wir machen immer auf. Familienbetriebe sagen, wir möchten nicht öfter als vier bis acht Sonntage öffnen.“

2000 Unternehmer engagieren sich ehrenamtlich in den verschiedenen Fach- und Prüfungsausschüssen. „Es gibt einen ständigen Dialog zwischen Hauptamt und Präsidium“, macht Hauptgeschäftsführer Dietzfelbinger deutlich und ergänzt, dass der Budgetjahresplan zum Beispiel ein Dialog zwischen Hauptamt sowie Präsidium sei. Die IHK finanziere sich über die Mitgliedsbeiträge, die durchschnittlich bei 390 Euro der zahlenden Mitglieder im Jahr liegen. 40 Prozent der Mitglieder sind von dem Beitrag befreit. Beratungen seien kostenlos.

„Das geht nicht, dass das zehn Jahre dauert.“

Ein brennendes Thema bei der IHK ist momentan die Infrastruktur. Burkhard Landers: „Wenn sich festsetzt, dass Duisburg nicht erreichbar ist, brauchen wir uns um das Thema Image nicht mehr zu kümmern.“ Der Präsident und der Hauptgeschäftsführer richten dabei mal den Blick auf die Berliner Brücke (A 59). Sie muss neu gebaut werden. Es werden mindestens zehn Jahre vergehen, bis Duisburg die neue Brücke hat. Burkhard Landers: „Das geht nicht, dass das zehn Jahre dauert.“ Davon sieben Jahre für die Planung und drei Jahre für den Bau, erläutert Dr. Stefan Dietzfelbinger. „Das ist ein ganz dickes Brett, das wir bohren. Wir laufen seit drei bis vier Jahren damit rum“, sagt IHK-Präsident Landers. Nach seiner Meinung sollte es ein quasi „abgespecktes“ Planungsrecht für Ersatzbauten und Reparaturen sowie ein umfassendes Planungsrecht für Neubauten geben. „Wir tun uns mit Instrumentarien schwer. Kriegen wir das nicht gelöst, werden wir den Wirtschaftsstandort schädigen“, ist Landers überzeugt. Dabei habe die Stadt viele Vorzüge. Sie habe den Rhein und die Ruhr, das dichteste Autobahn- und Hochschulnetz der Republik. Die Kritik des IHK-Präsidenten: „Das ganze Thema wird nicht ergebnisorientiert genug diskutiert. Politik und Verwaltung sollten uns zuhören.“

Wenn man an der Schraube dreht ...

Immer wieder in der Diskussion zudem das Thema Gewerbesteuer. Nach Auffassung von Burkhard Landers ist sie ein Standortkriterium für Unternehmen. Deshalb solle man sie nicht mit Gewerbesteuererhöhungen drangsalieren. IHK-Präsident Landers: „Wenn man an der Schraube dreht, sollte Planungssicherheit gewährleistet sein.“ Planen zu können und nicht ständig von Politik und Verwaltungen vor neuen Situationen gestellt zu werden, ist ein wichtiges Anliegen von Unternehmen. Hauptgeschäftsführer Dietzfelbinger macht das an einem Beispiel fest: „Der Rat der Stadt hat den Masterplan Innenstadt beschlossen. Drei Jahre später war der Masterplan weg.“

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