Literatur & Humor

Die schlimmsten Sprachunfälle der Denglisch-Anwender

Hat aus seinem privaten „Denglisch“-Archiv die schrägsten Beispiele herausgesucht und diese nun in Buchform veröffentlicht: der in Duisburg lebende Waliser Robert Tonks.

Foto: Tanja Pickartz

Hat aus seinem privaten „Denglisch“-Archiv die schrägsten Beispiele herausgesucht und diese nun in Buchform veröffentlicht: der in Duisburg lebende Waliser Robert Tonks. Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.   In seinem neuen Buch „The Denglisch Master“ zeigt Robert Tonks auf, was dabei herauskommt, wenn Deutsch und Englisch unbedarft vermischt wird.

Nach drei Fundbüchern mit 150 Denglisch-Unfällen hat Robert Tonks jetzt ein Lehrbuch veröffentlicht, das dem Leser die höheren Weihen als „Denglisch Master“ verheißt. Hört sich ernst an, ist aber eine spielerische Fortsetzung des Themas „English Made in Germany“ – und folgt weiter dem Prinzip „Learning by Laughing“, lachend lernen also. Denn der in Wales geborene Duisburger will nicht der ernsten Sprachwissenschaft Konkurrenz machen, sondern er jongliert mit den deutsch-englischen Kuriositäten, mit denen die Werbebranche es offenbar schafft, Englisch pfiffiger und jünger erscheinen zu lassen als Deutsch.

Ein Beispiel aus dem neuen Buch ist eine Werbung für Unterwäsche, die drei attraktive, leicht bekleidete Frauen mit dem Schriftzug versieht: „hello day! Tschüss Langweiler“. Soll das signalisieren, Englisch ist sexy und Deutsch langweilig? In diese Richtung zielen auch die Quiz-Fragen, die Tonks zu den allesamt neu gefundenen Beispielfotos stellt. Diesmal sollten diese Bilder nicht nur kurz und karikierend kommentiert, sondern stärker erläutert werden. In richtigem Deutsch und richtigem Englisch übrigens, was die Fremdsprachenkenntnisse durchaus auffrischen kann. Inspiriert dazu haben ihn die erfolgreichen Endlos-Quiz-Sendungen im Fernsehen.

Von Topfpflanzen und Hemdbomben

Inzwischen habe er rund 400 Bilder in seinem Denglisch-Archiv, sagt Tonks, „nur die Witzigsten“ kämen in seine Bücher. Wobei Tonks Humor auf die besonderen Sprachunfälle zielt, die deutsche Erfindung „Handy“ (übersetzt: praktisch, in Englisch „Mobile“) lässt er als zu ausgelutscht liegen. Gerade habe er in Duisburg ein Geschäft entdeckt, das „Bedding“ anbietet; angeboten wird alles rund ums Bett, Engländer denken dabei eher an Topfpflanzen. Weitere kuriose Fundstücke aus dem Buch: „Shirtbomb“ nennt sich ein Geschäft für T-Shirt-Druck, übersetzt aber heißt es „Hemdbombe“, geht also schon ins Makabre.

Der Slogan „fish for hair“ (fischen nach Haaren oder was auch immer?) hat er in seiner Duisburger Nachbarschaft gefunden, den „Stickpoint“ auf Norderney (scharfes Ende eines angespitzten Stocks oder doch Stickereigeschäft?). Und die unübersehbare Reklametafel „100 Girls – The biggest in Europe“ verheißt Männern ein Angebot mit den 100 dicksten Mädchen Europas. Manchmal „eine Gratwanderung“, sagt Tonks. Aber wenn die Satire zu weit gehe, greife seine Frau ein.

Mit der VHS, mit der er am 1. April 2014 zum „1. Denglisch-Diplom der Welt“ einlud, plant Tonks jetzt eine Veranstaltung „Wer wird Denglisch-Master?“ – ein Comedy-Quiz, bei dem die Teilnehmer eben auch lernen, welche Wortkuriositäten in muttersprachlich englischen Köpfen Ratlosigkeit auslöst. Ein pädagogischer Ansatz, zu dem Tonks steht. Sein neuer Lehrsatz: „Das beste Mittel gegen Denglisch ist Englisch.“

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