Justiz

Dietmar Petrasch blieb dem Amtsgericht Duisburg treu

Dietmar Petrasch, langjähriger Geschäftsleiter des Amtsgerichts Duisburg, darf nun den Ruhestand genießen.

Dietmar Petrasch, langjähriger Geschäftsleiter des Amtsgerichts Duisburg, darf nun den Ruhestand genießen.

Foto: Foto: Amtsgericht Duisburg

Duisburg.  18 Jahre lang war Dietmar Petrasch Verwaltungschef des Amtsgerichts Duisburg. Nun ist der Oberregierungsrat im Ruhestand.

Dietmar Petrasch ist derzeit eher selten Zuhause zu erreichen. Denn der 61-Jährige hat endlich viel Zeit für sein liebstes Hobby: Radfahren. Vor wenigen Tagen wurde der langjährige Geschäftsleiter des Amtsgerichts Duisburg in den Ruhestand verabschiedet.

Der gebürtige Westfale begann 1978 seine Laufbahn bei der Justiz. Vier Jahre später kam er zum Amtsgericht Duisburg, wo er schnell neben Rechtspflegeraufgaben auch mit Verwaltungsangelegenheiten betraut wurde. „Ich wollte eigentlich nie nach Duisburg“, gibt Petrasch zu. „Aber ich habe das nie bereut.“ Von 1989 bis 1996 war er stellvertretender Geschäftsleiter, 2001 wurde er zum Geschäftsleiter und damit zum Verwaltungschef des Amtsgerichts bestellt.

Duisburg war oft Pilot-Gericht für Neuerungen

Langeweile habe er nie gehabt, lächelt Petrasch. Und das nicht nur, weil das Amtsgericht Duisburg außer seinem Hauptsitz am König-Heinrich-Platz auch noch über die architektonisch wenig reizvolle Zweigstelle an der Kardinal-Galen-Straße verfügt und Petrasch oft zwischen beiden Gebäuden hin und her pendelte. Mit dem Fahrrad, versteht sich.

„Duisburg war in vielen Fällen Pilot-Gericht für Neuerungen, insbesondere im digitalen Bereich“, berichtet Dietmar Petrasch. Dazu gehörten beispielsweise die Einführung eines elektronischen Grundbuches und von „Judica“, der Datenverwaltung und – bearbeitung für die Gerichte in Nordrhein-Westfalen. Darüber, warum ausgerechnet Duisburg häufig erste Wahl für Modellprojekte war, kann Petrasch nur Mutmaßungen anstellen. „Vielleicht liegt es daran, dass es hier einen guten, verlässlichen und engagierten Mitarbeiterstamm gibt.“

Nachwuchs lag Petrasch besonders am Herzen

Die Sanierung des Gebäudes des Land- und Amtsgerichts am König-Heinrich-Platz, die 2015 nach sieben Jahren beendet wurde, wird Petrasch wohl nie vergessen. Jahre lang zogen die Justizangehörigen im Gebäude hin und her, nutzten einige Zeit lang auch Büro-Container auf dem Gerichtshof. Viel Arbeit für die Organisatoren des modernen Nomadentums. Da alle an einem Strang zogen, sei das letztlich aber auch irgendwie gegangen, meint Petrasch.

Neben seiner Tätigkeit als Geschäftsleiter war der Oberregierungsrat auch als Dozent für die Ausbildung von Justizsekretären tätig und Mitglied im Prüfungsausschuss für den mittleren Justizdienst. „Ein Bereich, der mir besonders am Herzen liegt“, gibt er zu. Die Justiz habe über Jahre den Fehler begangen, nur Stellen abzubauen. Angesichts eines hohen Altersschnitts befinde man sich nun insbesondere bei den Geschäftsstellen in einer Art Generationenwechsel. Nachwuchs sei knapp. „Man hat das inzwischen erkannt und versucht gegenzusteuern.“

Flusskreuzfahrt als Abschiedsgeschenk

Dass Dietmar Petrasch – für die heutige Zeit völlig untypisch – „seinem“ Amtsgericht fast ein ganzes Berufsleben lang treu blieb, schreibt er vor allem dem Umstand zu, dass die Kollegialität in Duisburg besonders groß sei. „Ich wollte hier bleiben.“Dass die Kollegen auch ihn zu schätzen wussten, zeigt ihr Abschiedsgeschenk: „Sie haben mir den Grundstock für eine Flusskreuzfahrt auf dem Douro in Portugal geschenkt“, freut sich Dietmar Petrasch. „Aber es gibt eine Bedingung: Ich muss regelmäßig von unterwegs Bilder schicken.“

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