Pilotprojekt

Drohne der Feuerwehr über Duisburger Innenstadt abgestürzt

Die Drohne der Feuerwehr Duisburg hat eine Spannweite von etwa drei Metern. Das High-Tech-Gerät, das die Duisburger mit dem Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt haben, ist über der Innenstadt abgestürzt.

Die Drohne der Feuerwehr Duisburg hat eine Spannweite von etwa drei Metern. Das High-Tech-Gerät, das die Duisburger mit dem Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt haben, ist über der Innenstadt abgestürzt.

Foto: Feuerwehr/Stadt Duisburg

Duisburg.  Die 14 Kilo schwere Drohne der Feuerwehr ist bei einem Flug über die City abgestürzt. Hier lesen Sie die Details zum Absturz und zum Projekt.

Rückschlag für die Feuerwehr Duisburg, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Innenministerium NRW: Die High-Tech-Drohne, die Feuerwehr und DLR für ein bundesweit einmaliges Modellprojekt entwickelt haben, ist bei einem Flug über die Duisburger Innenstadt auf ein Einkaufszentrum abgestürzt.

Feuerwehr-Drohne stürzte auf Duisburger Einkaufszentrum

Den Vorfall hat Stadtsprecher Falko Firlus am Freitag auf Nachfrage bestätigt. Beim Absturz der zu diesem Zeitpunkt autonom fliegenden Drohne am Mittwoch, 20. November, sei „zum Glück keine Person verletzt worden“. Mit Hilfe des Prototyps wollte die Feuerwehr „eine Gesamtübersicht der Zufahrts- und Fluchtwege rund um den Weihnachtsmarkt“ erstellen, sagt Firlus.

Das 60.000 Euro teure Fluggerät, das wie ein großes Modellflugzeug aussieht, sei am Mittwochmorgen vom Dach des Kaufhof-Parkdecks an der Düsseldorfer Straße abgehoben. Gegen 9.15 Uhr, so der Stadtsprecher, „verlor Drohne aus bislang noch ungeklärter Ursache an Höhe und fiel aus etwa 20 Metern auf das Dach der Königsgalerie an der Kuhstraße“.

„Keine unmittelbare Gefahr“ für Passanten

Eine „unmittelbare Gefahr“ für Passanten in der City habe nicht bestanden, versichert Firlus: „Für den Überflug wurde ein Zeitpunkt mit möglichst wenig Publikumsverkehr und einer Flugroute hauptsächlich über Gebäude gewählt.“

Die Drohne hat eine Spannweite von etwa drei Metern, ist 14 Kilo schwer, kann bis zu 120 km/h schnell fliegen und anderthalb Stunden in der Luft bleiben.

Das Gerät wurde bei dem Vorfall so stark beschädigt, dass es nun „flugunfähig“ sei, so der Stadtsprecher. Die Unfallursache ermittle der Hersteller des Drohnensystems. Nach der Auswertung sei „wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Projekts beabsichtigt, die Forschungsarbeiten fortzusetzen“.

Autonome Drohne liefert Rettern Fotos und GPS-Daten

Die Duisburger wollen sich als erste Feuerwehr in Deutschland bei Einsätzen vorab Lagebilder, Kartenmaterial und GPS-Daten von der mit einer Spezialkamera ausgestatteten Drohne liefern lassen. So könnten die Einsatzkräfte beispielsweise auf der Suche nach Unfallorten Zeit gewinnen. Vier Mitarbeiter hatten 2018 die Fluglizenz für das High-Tech-Gerät erhalten. Dieses kann aber auch eigenständig Einsatzkoordinaten aus Notrufen ableiten und sich auf den Weg machen.

feuerwehr duisburg testet drohne als neues hilfsmittelDas Entwicklungsprojekt „Live-Lage“ hatte die Feuerwehr Anfang 2018 mit dem Institut für optische Sensorensysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Berlin gestartet. Drei Jahre lang wollen die Experten die Drohne testen und weiterentwickeln; parallel müssen luftrechtliche Fragen geklärt werden.

Feuerwehr: Bislang nur problemlose Testflüge

Bislang sah der Zeitplan vor, dass Duisburg 2021 Referenzprojekt für die Kooperation des Landes Nordrhein-Westfalen mit dem DLR wird. Diese hatte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) im September unterzeichnet. Er möchte weitere Feuerwehren und auch Polizeibehörden mit dem Hilfsmittel ausstatten.

Bilder vom Absturz in Duisburg habe die Kamera der Drohne nicht aufgezeichnet, sagt Stadtsprecher Firlus. Sämtliche bisher durchgeführten Testflüge an verschiedenen Orten im Stadtgebiet, aber auch auswärts, seien „komplikationslos verlaufen“ – so zum Beispiel ein autonomer Flug bei der Sprengung der „Weiße Riesen“ genannten Hochhäuser.feuerwehr und polizei nrw wollen ab 2020 drohnen einsetzen

Leserkommentare (9) Kommentar schreiben