Jubiläum

Duisburg: Burmeister Feuerschutz seit 100 Jahren im Einsatz

Detlev Niemietz (rechts) hält mit einem Teil des Teams das Jubiläum-Bild vor ihrer Firma am Duisburger Innenhafen hoch.

Detlev Niemietz (rechts) hält mit einem Teil des Teams das Jubiläum-Bild vor ihrer Firma am Duisburger Innenhafen hoch.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Duisburg  Seit 100 Jahren ist die Brandschutz-Firma "Burmeister Feuerschutz" aus Duisburg im Einsatz gegen Flammen. Wie sich das Geschäft verändert hat.

Detlev Niemietz mag kein Feuer. Nur wenn er zu Hause in den Holzofen schaut, die Flammen unter Kontrolle sind, kann er es genießen. Der Schutz vor Feuer ist sein Fachgebiet: Der groß gewachsene Mann führt in Duisburg eine Brandschutz-Firma, die Burmeister Feuerschutz GmbH an der Stresemannstraße im Innenhafen. Seit genau 100 Jahren leistet die Firma einen Beitrag zur Brandbekämpfung.

Rauchmelder, Brandschutztüren, Kabelabschottungen, die einen Kabelbrand verhindern, und vor allem: Feuerlöscher. Das alles gehört zum täglichen Geschäft von Niemietz und seinen zwölf Mitarbeitern.

Burmeister Feuerschutz in Duisburg: Seit 100 Jahren im Einsatz

Alle zwei Jahre, erklärt Niemietz, müssen die Brandschutzeinrichtungen in Immobilien überprüft werden, so schreibt es das Gesetzt vor. Der überwiegende Teil seiner Kunden sind Gewerbetreibende: etwa Apotheken, Krankenhäuser oder Seniorenheime. „Jeder, der ein Gewerbe hat, ist gesetzlich verpflichtet Feuerlöscher aufzustellen“, sagt Niemietz.

2018 hat der gelernte Schlosser die Firma übernommen. Sein Vorgänger und Schwager Rolf Renner jr. verstarb ein Jahr zuvor. Namensgeber ist aber Gründer Fritz Burmeister. Sein Lieferprogramm umfasste 1920 neben allen Geräten für den vorbeugenden Brandschutz wie Handfeuerlöscher und Feuerlöschschläuche von der ersten Stunde an auch alle Ausrüstungen für abwehrenden Brandschutz vom Feuerwehrhelm bis hin zum Feuerlöschfahrzeug.

Brandschutz ist für viele Kunden ein leidiges Thema

Mittlerweile ist Niemietz der Chef. "Ich bin sowas wie der Leithammel", sagt der 60-jährige, der Jacket und ausgewaschene Jeans trägt, die von Hosenträgern gehalten wird. Er wisse genau, wie ein Feuerlöscher aufgebaut ist – schon etliche Male hat er die kleinen Lebensretter auseinandergeschraubt. Das technische Wissen erwartet er auch von seinen Mitarbeitern – und gibt es an sie weiter. Doch er habe Probleme, geeignetes Fachpersonal zu finden.

Für viele Kunden sei der Brandschutz ein leidiges Thema. Die meisten interessierten sich nicht für Feuerlöscher – obwohl sie Leben retten können.

Brandschutz-Firma: Wenig Konkurrenz in Duisburg

Nicht nur in Duisburg sind die Mitarbeiter im Einsatz. Die Aufträge kommen aus dem gesamten Ruhrgebiet, sagt Niemietz. Bei einigen Kunden wartet seine Firma bis zu 1000 Feuerlöscher, bei anderen nur einen. In Duisburg hat Niemietz „vier bis fünf Konkurrenten, unser Gewerbe ist nicht so gestreut wie Bäcker oder Werkstätten.“

Die Corona-Krise merkt Niemietz zwar, „aber wir müssen keine Kurzarbeit anmelden.“ Sie hätten so viele offene Aufträge aus der Vergangenheit, da sei die Ruhe momentan ganz gut. Die Aufträge werden mit dem nötigen Mindestabstand durchgeführt.

100 Jahre Brandschutz – veränderte Arbeitsweise der Firma

In 100 Jahren habe sich die Arbeit der Firma verändert. Früher herrschte im Büro eine wahre Zettelwirtschaft. Die Firma arbeitete mit Karteikarten, um ihre Aufträge zu archivieren und nachzusehen, wann die nächste Wartung ansteht. Bei tausend Kunden also kistenweise Karteikarten. "Das war Kraut und Rüben" und so mancher Mitarbeiter hat sich einen Wolf gesucht.

„Ich will den Laden digital aufbauen“, spricht Niemietz Veränderungen an. Sechs neue PCs, Scanner und eine Software sollen dabei helfen. 70 Prozent der Karteikarten sind bereits digitalisiert. „Eine Sisyphusarbeit“, stöhnt Niemietz. Neue Aufträge legen sie direkt am Computer an. Wann die nächste Wartung eines Feuerlöschers fällig ist? Nun informiert sie der Computer.

"Wascher als Löschmittel wird bleiben"

In den vergangenen Jahren seien viele neue Brandschutzmittel für Feuerlöscher auf den Markt gekommen, biologisch abbaubare und umweltfreundliche: „Es gibt sogar Löschmittel aus Spinat.“ Wie der Brandschutz der Zukunft aussieht, darüber kann Niemietz nur spekulieren. Nur so viel sei sicher: „Wasser als Löschmittel wird bleiben."

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