Wirtschaft

Duisburg: Das sind die mächtigsten Manager in der Stadt

Gisbert Rühl, Vorstandschef von der Klöckner & Co., hier bei einem Besuch des Education Project des Klavier Festivals Ruhr an der Grillo Gesamtschule in Duisburg-Marxloh. Das Stahlhandelsunternehmen gehört zu den Förderern des Festivals.

Gisbert Rühl, Vorstandschef von der Klöckner & Co., hier bei einem Besuch des Education Project des Klavier Festivals Ruhr an der Grillo Gesamtschule in Duisburg-Marxloh. Das Stahlhandelsunternehmen gehört zu den Förderern des Festivals.

Foto: Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg.  In der Top 100 der mächtigsten Manager im Ruhrgebiet finden sich 18 Männer und zwei Frauen aus Duisburg. Wir stellen die mächtigsten Lenker vor.

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Das regionale Wirtschaftsmagazin „Reviermanager“ hat die jüngste Entwicklung in den großen Unternehmen im Ruhrgebiet analysiert und daraus die 100 mächtigsten Manager gekürt. Entscheidend für das Ranking waren Umsatz und die Zahl der Mitarbeiter, für die die Firmenlenker verantwortlich sind. Unter den Top Ten findet sich kein Manager aus Duisburg, elf Vorstände, Geschäftsführer und Eigner sind es unter den ersten 50, weitere acht auf den Plätzen 51 bis 100. Wir stellen Duisburgs mächtigste Manager vor:

Der erste Duisburger auf der Liste ist Gisbert Rühl auf Rang 15, Vorstandsvorsitzender von Klöckner & Co.. Der Stahlhändler mit Sitz im Silberpalais am Hauptbahnhof verzeichnete zuletzt mit rund 8600 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 6,8 Milliarden Euro (2018). Der 60-jährige Wirtschaftsingenieur führt das Unternehmen seit Ende 2009 und führte seither die Wachstumsstrategie fort. Dazu gehört auch die komplette Digitalisierung der Lieferkette und die Einführung einer unabhängigen offenen Industrieplattform und deren Ausbau zum führenden vertikalen Marktplatz der Stahl- und Metallbranche.

Thomas Schmidt: Umbau bei Haniel in Ruhrort

Gleich danach folgt auf Platz 16 Thomas Schmidt (48), der im vergangenen Juli als Vorstandschef der Franz Haniel & Cie auf Stephan Gemkow folgte. Mit seinen Firmen- und Finanz.-Beteiligungen erzielte das Ruhrorter Familienunternehmen zuletzt einen Jahresumsatz von rund 4,7 Milliarden Euro (2018), direkt und indirekt zählen etwa 18.800 Mitarbeiter zu Haniel, das in den Bereichen Metallrecycling, Hygiene, Maschinenbau, Geschäftsausstattung und Elektronik (MediaMarkt/Saturn) aktiv ist. Das Traditionshaus soll Schmidt auf Wachstum ausrichten – er baut dazu die Holding um und setzt auf die Felder Digitalisierung, Urbanisierung und Nachhaltigkeit. Kapital für Investitionen fließt aus dem Verkauf eines 12,5 Prozent-Aktienpaketes des Handesriesen Metro.

Imperial: Logistik-Spezialist in Ruhrort

Als Vorstandschef der Imperial Logistics belegt Hakan Bicil dem 23. Platz des Rankings. Der Logistik-Manager (48) führt seit Herbst 2018 das Ruhrorter Unternehmen, das vor 20 Jahren nach der Stahlfusion von Thyssen und Krupp entstand. Nach Wachstum durch zahlreiche Zukäufe – unter anderem der Duisburger Lehnkering-Gruppe – wurde im Jahr 2015 aus 40 Einzelmarken die Dachmarke Imperial Logistics International geformt. Heute verzeichnet das Unternehmen mit rund 9000 Beschäftigten einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro im Transport per Schiff, Lkw und Expressfracht sowie der Bedienung industrieller Lieferketten.

Baustoffriese mit Huckinger Zentrale

Auf Platz 28 folgt Jochen Fabritius, der seit 2016 den Bau- und Dämmstoffproduzenten Xella International führt. Der 48-Jährige lenkt die Geschäfte in der Zentrale an der Düsseldorfer Landstraße Huckingen, mit denen 7.100 Mitarbeiter rund 1,5 Milliarden Euro Jahresumsatz erzielen. Xella, hervorgegangen aus der Haniel Bau-Industrie,wurde 2016 von Haniel an die Investmentgesellschaft Lone Star verkauft, die Gruppe produziert und vertreibt Marken wie Ytong, Silka und Multipor.

Trio lenkt Hüttenwerke Krupp-Mannesmann

Die Hüttenwerke Krupp-Mannesmann (HKM) werden von einem geschäftsführenden Trio gelenkt: Dr. Gerhard Erdmann (Finanzen), Dr. Herbert Eichelkraut (Technik) und Carsten Laakmann (Personal) folgen auf Platz 29 der Liste. Das Hüttenwerk im Duisburger Süden produziert mit rund 3000 Mitarbeitern Stahl im Wert von 2,5 Milliarden Euro, der als Vormaterial an die HKM-Gesellschafter Thyssenkrupp (50%), Salzgitter Mannesmann (30%) und Vallourec Tubes (20%) geliefert wird.

Marcus Wittig auch im MSV-Aufsichtsrat

Auf Platz 31 rangiert Marcus Wittig, seit 2012 Vorsitzender der Geschäftsführung der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV), Mutterkonzern von Stadtwerken und DVG mit insgesamt 30 Einzelgesellschaften. Die Stadttochter verzeichnet einen Jahresumsatz in Höhe von 1,2 Milliarden Euro und beschäftigt 4.240 Mitarbeiter. Der Betriebswirt verantwortete ab 2006 zunächst die Finanzen der DVV, seit dem vergangenen Jahr führt er auch den Aufsichtsrat des MSV Duisburg.

Spaeter: Stahlhandel am Innenhafen

Rang 39 im Ranking geht an Thorsten Zips, Sprecher der Geschäftsführung von Stahlhändler Carl Spaeter. Vom ehemaligen Allgemeine-Speicher im Innenhafen lenkt er das bundesweite Niederlassungsnetz des 1875 gegründeten Familienunternehmens, das zuletzt 1,4 Milliarden Euro Umsatz mit 1580 Mitarbeitern erzielte.

Nachschub für McDonald’s kommt aus Rheinhausen

Den Logistiker Havi Europe Management leiten Haluk Ilkdemirci und Arnd Christochowitz, die auf Platz 40 gelistet sind. Mit der Belieferung von großen Restaurantketten, darunter neben Imbiss-Riese McDonald’s, auch Nordsee, Pizza Hut und Subway, erzielt das Unternehmen, zunächst in Großenbaum und seit 1988 in Rheinhausen ansässig, mit 6.480 Beschäftigten einen Jahresumsatz von rund 846 Millionen Euro Jahresumsatz.

Alleininhaber von Schauinsland-Reisen

Nicht nur Duisburger schickt die Nummer 45 im Ranking ist Urlaub: Gerald Kassner (56) ist Alleininhaber von Schauinsland-Reisen. Der Reiseveranstalter mit Marxloher Wurzeln und moderner Firmenzentrale am Innenhafen macht pro Jahr 1,34 Milliarden Euro Umsatz, rund 400 von 1000 Menschen beschäftigt der Namenssponsor des Wedau-Stadions kurz nach seinem 100. Gründungstag in Duisburg.

Sanierungsspezialist in Großenbaum

Auf Platz 43 der Rangliste findet sich Elvir Kolak, Geschäftsführer von Belfor Deutschland. In der Europa-Zentrale an der Keniastraße in Großenbaum steuert er die deutschen Niederlassungen des US-Sanierungsunternehmens und ist auch für Polen und Großbritannien zuständig. Mit der Beseitigung von Brand- und Wasserschäden sowie Leckagen erzielt Belfor 865 Millionen Euro Umsatz, 4.000 Beschäftigte.

Warnecke und Pelzer bei PCC am Ruder

Die Duisburger Holding des PCC-Konzerns führt als Direktorin Ulrike Warnecke mit Dr. Alfred Pelzer in gleicher Funktion. Sie belegen Rang 46. Die in den Geschäftsfeldern Chemie, Logistik und Energie tätige Unternehmensgruppe erzielte zuletzt 780 Millionen Euro Jahresumsatz mit 3470 Mitarbeitern in 18 Ländern. Der Name geht zurück auf die 1993 von Waldemar Preussner und Partnern gegründete Petro Carbo Chem Rohstoffhandelsgesellschaft (PCC), Vorgänger der heutigen PCC, die 1998 als AG abgespalten wurde und seit 2007 als Europäische Aktiengesellschaft (SE) firmiert.

Grillo: Weltgrößter Zinkverarbeiter

Ulrich Grillo, Vorsitzender des Vorstands der Grillo-Werke, rangiert mit 760 Millionen Euro Jahresumsatz, die er mit 1.600 Mitarbeiter am Stammsitz in Marxloh erzielt, auf Platz 55 des Rankings. Zinkmetallurgie und Schwefelchemie stehen im Mittelpunkt der Aktivitäten des 1842 gegründeten Unternehmens. Der 60-Jährige, gelernter Bankkaufmann, wurde 2013 überregional bekannt, als er zum Präsidenten des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI) gewählt wurde. Auf Platz 60 der Rangliste folgt seine Cousine Gabriela Grillo, Geschäftsführerin der Wilhelm Grillo Handelsgesellschaft (1 Milliarde Euro Jahresumsatz, 83 Mitarbeiter) und Aufsichtsratsvorsitzende der Grillo Werke AG, die als größter Zink-Verarbeiter der Welt gelten. Bekannt ist Gabriela Grillo (67) den Deutschen durch den Gewinn Goldmedaille mit dem deutschen Dressurreiter-Team bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal.

Tailored Blanks: Maßgeschneiderte Autoteile aus Hüttenheim

Tailored Blanks stellt seit 1985 maßgeschneiderten Produkte für die Autoindustrie her. Geschäftsführer Yongchuan Wang, 2018 nach dem Verkauf an den chinesischen Baosteel-Konzern bestellt, rangiert auf Platz 56. Das Werk an der Mannesmannstraße in Hüttenheim erzielt 910 Millionen Euro Jahresumsatz mit 1000 Mitarbeitern. Thyssenkrupp hatte den Standort 2013 an die chinesischen Wuhan Iron and Steel Corporation (Wisco) verkauft.

Urenkel von Krohne-Gründer

Auf Platz 59. der Rangliste findet sichMichael Rademacher-Dubbick, Urenkel von Krohne Messtechnik-Gründer Ludwig Krohne. Das Unternehmen mit Stammsitz in Duissern, das er mit Stephan Neuburger führt, zählt rund 560 Millionen Umsatz mit Prozessmesstechnik und messtechnischen Lösungen, es beschäftigt an 14 Niederlassungen in zehn Ländern 3900 Menschen.

Vössing ist Chef beim Sachtleben-Nachfolger

Der Name Sachtleben blieb auch nach dem Verkauf des Spezialchemie-Herstellers (Weißpigmente) auf der Homberger Seite der A40-Rheinbrücke, der heute als Tochter des US-Konzerns Huntsman unter Venator firmiert. Michael Vössing, Geschäftsführer des Unternehmens, erzielt rund 623 Millionen Umsatz mit 970 Mitarbeitern und rangiert auf Platz 67 des Rankings.

Personaldienstleister der Stahlriesen

Auf Rang 83 des Ranking ist Sven Kramer gelistet, er ist Geschäftsführer der Peag Personal GmbH mit Sitz an der Schifferstraße im Innenhafen. Die Peag-Unternehmensgruppe beschäftigt (227 Millionen Euro Umsatz, 4.160 Beschäftigte) beschäftigt sich mit Personal-Vermittlung, -Transfer und -Verwaltung. Gesellschafter sind die Stahlunternehmen Thyssenkrupp, Arcelor-Mittal, und Salzgitter-Mannesmann, außerdem RWE, Evonik und die Stadt Dortmund.

Thomas Patermann auf Platz 90

Als Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Duisburg findet sich Thomas Patermann. auf dem 90. Platz des Manager-Rangkings wieder. Die Stadttochter, zuständig unter anderem für die Müllentsorgung, macht mit 1658 Euro einen Jahresumsatz von 245 Millionen Euro.

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