Kommentar

Duisburg – die Stadt und ihre Behörden am Anschlag

Duisburg.  400 aktive Corona-Fälle in Duisburg. Eine Zahl, die schockt. Die verschärften Regeln sind richtig. Aber wer überprüft die Einhaltung?

Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch Duisburg den Inzidenzwert von 50 überschritten hat. 400 aktive Corona-Fälle in der Stadt – eine Zahl, die schockt. Es sei Teil der Realität, dass die Maßnahmen immer wieder auf den Prüfstand müssen. So hatte es Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link in diesen Tagen formuliert. Da hat er Recht. Eine verschärfte Maskenpflicht, die Sperrstunde um 23 Uhr, Kontaktbeschränkungen – alles Maßnahmen, die richtig sind und viel früher hätten kommen müssen.

Aber: Wer überprüft denn die Einhaltung der Regeln? Der sprunghafte Anstieg in Duisburg lässt sich eben nicht mehr nur mit großen Hochzeitspartys oder Ausbrüchen in Heimen oder Betrieben erklären. Dies hatte die Verfolgung noch händelbar gemacht. Doch viele Zusammenkünfte werden sich ins Private verlagern. In geschlossene Räume. Und genau hier steckt die Gefahr.

Es gibt genügend Beispiele, die zeigen: Viele Duisburger halten sich an die Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen. Es gibt leider aber auch viele, die nicht den Ernst der Lage verstanden haben. Und sie gefährden nicht nur andere, sondern erschweren auch die Arbeit der Gesundheits- und Ordnungsämter, die seit Monaten am Anschlag arbeiten.

Personalmangel in der Verwaltung wird schmerzlich offenbart

Für sie wird es immer schwieriger, die Infektionsketten nachzuverfolgen – auch deshalb, weil sich jetzt der Personalmangel in der Verwaltung schmerzlich offenbart. Der strikte Sparkurs, den die Stadt Duisburg in den vergangenen Jahren zur Haushaltskonsolidierung durchziehen musste, hat zwar die Schwarze Null gebracht. Aber leider auch derart personell ausgedünnte Ämter, dass es jetzt nicht ohne die Hilfe der Bundeswehr geht.

Angesichts der zu erwartenden Mindereinnahmen in der Stadtkasse durch die coronabedingten Steuerausfälle wird es im städtischen Etat der kommenden Jahre kaum Spielraum für mehr Personal geben. Dennoch ist der Stellenplan der Stadt eine Baustelle, die der neue Rat dringend angehen muss. Und das im parteiübergreifenden Konsens, egal welchen oder welche Kooperationspartner sich die SPD sucht.

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