Gericht

Duisburg: Geiselnahme im Döner-Imbiss? Zeuge schweigt

Wegen Geiselnahme mussten sich sechs 21 bis 34 Jahre alte Duisburger vor dem Landgericht verantworten. Im Zusammenhang mit einer geplatzten Restaurant-Eröffnung sollen sie einen Mann über Stunden geschlagen  und bedroht haben.

Wegen Geiselnahme mussten sich sechs 21 bis 34 Jahre alte Duisburger vor dem Landgericht verantworten. Im Zusammenhang mit einer geplatzten Restaurant-Eröffnung sollen sie einen Mann über Stunden geschlagen und bedroht haben.

Foto: Foto: Jörg Schimmel

Duisburg.  Eine Gruppe soll einen Mann in Duisburg festgehalten und gefesselt haben. Vor Gericht schwieg der Hauptbelastungszeuge aber plötzlich.

Auf eher ungewöhnliche Weise endete jetzt vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz das Verfahren gegen sechs Männer im Alter zwischen 21 und 34 Jahren, die sich wegen Geiselnahme verantworten mussten.

Nach sieben Verhandlungstagen stellte das Gericht die Anklagevorwürfe ein. Nur zwei der Männer müssen in diesem Zusammenhang geringe Geldbußen von 300 und 500 Euro bezahlen.

Duisburg: Angeklagte sollen Mann gefesselt haben

Laut Anklage hatten vier der Männer in der Innenstadt ein Restaurant eröffnen wollen. Deshalb hatten sie bei dem späteren Geschädigten Küchengerät und Döner-Spieße im Wert von 11.300 Euro bestellt und bezahlt. Doch die Ware wurde nie geliefert. Auch die vereinbarte Rückzahlung des Kaufpreises scheiterte.

Als am Tattag ein Versuch scheiterte, wenigstens einen Teil der Summe zurückzubekommen, soll der Geschädigte in das Ladenlokal gebracht worden und an einen Stuhl gefesselt worden sein. In den folgenden Stunden soll er von den sechs Angeklagten geschlagen und mit dem Tod bedroht worden sein, falls er nicht dafür sorge, dass Geld bezahlt werde. Was dem Zeugen aber nicht gelang. Die Täter ließen ihn schließlich einfach laufen.

Geschädigter verweigert plötzlich die Aussage

Bewiesen werden konnte von all dem nichts. Das lag vor allem an dem Geschädigten, der im Zeugenstand überraschend die Aussage verweigerte, um sich nicht selbst einer Straftat bezichtigen zu müssen. Über das Motiv lässt sich nur spekulieren: Denkbar, dass der Mann keinen Betrug zugeben wollte. Denkbar aber auch, dass das Geschehen sich nicht so zugetragen hat, wie es die auf seinen Angaben beruhende Anklage zugrunde legte.

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