Ranking

Duisburg ist Ruhrgebiets-Schlusslicht bei der Nachhaltigkeit

Verpackungsmüll gibt es in Duisburg zu viel: Es gibt nur einen Unverpacktladen in der Stadt.

Verpackungsmüll gibt es in Duisburg zu viel: Es gibt nur einen Unverpacktladen in der Stadt.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Duisburg.  In einem Nachhaltigkeits-Ranking ist Duisburg eine der schlechtesten Städte Deutschlands. Bei einem Punkt schafft es Duisburg aber in die Top 10.

Duisburg ist alles andere als nachhaltig. Dieses Zeugnis stellt eine aktuelle Studie der Stadt aus: Duisburg belegt darin den drittletzten Platz von 25 deutschen Städten zwischen Hamburg und München. Unter den Ruhrgebietsstädten der Studie ist Duisburg das Schlusslicht. In einer Kategorie aber schafft es die Stadt an Rhein und Ruhr immerhin in die Top 10.

Mit Platz 23 von 25 schneidet Duisburg im Nachhaltigkeitsranking der WBS Gruppe schlechter ab als die drei übrigen untersuchten Ruhrgebietsstädte Essen (Rang 15), Dortmund (17) und Bochum (20). Untersucht hat die WBS Gruppe drei Kategorien: Verkehr, die Anzahl nachhaltiger Geschäfte und die Unterstützung der Städte für ihre Fridays-for-Future-Gruppen. So sehen die Duisburger Ergebnisse im Detail aus:

Studie: Lob für den Nahverkehr in Duisburg

- Verkehr: Mit 22 von 75 möglichen Punkten weist Duisburg im Ranking den schlechtesten Wert aller Städte auf. Die Wertung runter ziehen der geringste Anteil von E- und Hybridautos aller Städte und die wenigsten Ladesäulen für E-Autos im Ranking: Nur 0,67 Prozent aller zugelassenen Fahrzeuge in der Stadt fahren nachhaltig. Und: Nur Wuppertal verfügt über noch weniger E-Ladesäulen als Duisburg. Was die Studie als gut bewertet, ist hingegen die Monatskarte für den Öffentlichen Nahverkehr: Der Duisburger ÖPNV ist vergleichsweise günstig, Platz sieben der untersuchten Städte.

- Nachhaltige Geschäfte: In dieser Kategorie bringt es Duisburg mit 29 von 75 Punkten immerhin in die Top 10: Platz 8. Hier gab es Punkte für den Anteil an Restaurants mit einem vegetarischen und veganen Angebot sowie für die Anzahl von Bioläden und Zero-Waste-Geschäften pro Quadratkilometer. Analysiert wurde außerdem die Zahl der Geschäfte, die sich an der Aktion „Too good to go“ beteiligen. Über die App bieten Händler übrig gebliebene Waren zum Sonderpreis an. In Duisburg beteiligen sich über 30 Restaurants und Lebensmittelgeschäfte.

Zur guten Bewertung beigetragen haben wohl auch vegane Gastronomiebetriebe wie das Café Krümelküche und die von PETA ausgezeichnete Uni-Mensa. Ebenfalls hilfreich: Seit einem Jahr gibt es in Duisburg einen Unverpacktladen. Wenig nachhaltig aufgestellt ist Duisburg dennoch im Unterpunkt Bioläden: Nur in Wuppertal gibt es gemessen an der Fläche noch weniger Biogeschäfte als hier.

In Duisburg gibt es kaum Unterstützung für Fridays for Future

- Fridays for Future: Die Klimaaktivisten bekommen in Duisburg wenig Unterstützung. Hier kann Duisburg so gut wie gar nicht punkten: Gerade einmal drei Punkte von 50 möglichen gibt es in dieser Kategorie. Relevant für die Bewertung war hierbei, wie viele Follower FFF auf Facebook, Twitter und Instagram gemessen an der Einwohnerzahl hat und wie aktiv die Seiten in den sozialen Medien sind. Zusammen mit Mönchengladbach bildet Duisburg bei FFF das Schlusslicht der Studie.

52 Punkte erzielt Duisburg in der Gesamtbewertung, vergeben wurden insgesamt 200. Das ist weit weg von den 159 Punkten, die NRW-Spitzenreiter Düsseldorf holt. Auch Essen (96), Dortmund (87) und Bochum (82) schneiden zwar nicht gut ab, aber besser. Gesamtsieger der Nachhaltigkeitsstudie ist Stuttgart mit 162 Punkten. Joachim Giese, Vorstand der WBS Gruppe, kommentiert die Analyse so: „Der Klimawandel und die Umweltverschmutzung zählen zu den derzeit größten Herausforderungen der Menschheit. Umso wichtiger ist es, dass nicht nur Unternehmen nachhaltiges Leben fördern, sondern auch der Bund, die Länder, Städte und Kommunen.“

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