Jahresprogramm

Duisburg: Lehmbruck-Museum zeigt Stephan Balkenhol

Museumsleiterin Dr. Söke Dinkla und Thomas Krützberg stellten das Programm vor. Rechts eine Skulptur von Lynn Chadwick.

Museumsleiterin Dr. Söke Dinkla und Thomas Krützberg stellten das Programm vor. Rechts eine Skulptur von Lynn Chadwick.

Foto: Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Das Duisburger Ausstellungsjahr beginnt im Februar mit dem britischen Bildhauer Lynn Chadwick. Neue Veranstaltungsreihe bittet zu Kunst & Stulle.

Knapp 43.000 Besucher hat das Lehmbruck-Museum 2019 gezählt. „Ein Rekord“, wie der scheidende Kulturdezernent Thomas Krützberg am Freitag bei der Vorstellung des Programms für 2020 sagte. Der beliebte Bildhauer Stefan Balkenhol, der ab Ende August auch Figuren zeigen wird, an denen er noch arbeitet, dürfte er Publikumsgarant dieses Jahres sein.

„Der Mensch steht im Zentrum“, nennt Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla das Jahresthema. Nach dem Ende der Ausstellungen von Eija-Liisa Ahtila und Carsten Nicolai, die sich am Sonntag, 26. Januar, verabschieden, geht es am 29. Februar mit gleich zwei Ausstellungen los. „Lynn Chadwick. Biester der Zeit“, heißt die erste umfassende Museumsretrospektive des britischen Bildhauers (1914-2003).

Lynn Chadwicks „Biester“ bevölkern Duisburg ab Ende August

Seine Skulptur „Stranger“ wurde nach einer Ausstellung 1961 fürs Lehmbruck-Museums erworben, das mit der erneuten Präsentation an die eigene Geschichte anknüpft. 1956 erhielt Chadwick als „Newcomer“ den ersten Preis für Skulptur auf der Biennale in Venedig, bei der auch Alberto Giacometti zu den Favoriten gehörte. 70 von Chadwicks freundlich-abgründigen „Biestern“, Wesen zwischen Mensch und Fledermaus, zwischen Tier und Fluggerät, werden für drei Monate das Museum beleben.

Parallel dazu zeigt das Haus einen Künstler, den der frühere Museumschef Dr. Christoph Brockhaus besonders geschätzt hat und dessen Werke lange Zeit im Depot gelegen haben. Ausgestellt werden die monumentalen Werke des tschechischen Textilkünstlers Jiri Tichy, die er aus verschieden gewebten Partien zusammengefügt hat.

Die fantasievollen Musikinstrumente von Nevin Aladag werden auch klingen

Nevin Aladag gehört zur Zeit zu den gefragtesten deutschen Künstlerinnen. 2017 war sie bei der Biennale in Venedig vertreten. Ihre „Musikzimmer“, entstanden für die Documenta 14, sind inzwischen weltweit gereist. Zum ersten Mal in Deutschland gezeigt werden die von ihr gebauten Instrumente „Resonator Percussion“ und „Resonator Wind“ in der Reihe „Sculpture 21st“ ab 7. Mai. In ihren Fantasieinstrumenten vereint sie etwa Trompete, Tuba, Querflöte und Panflöte und überwindet so kulturelle Grenzen. Mitglieder der Duisburger Philharmoniker werden diese Gebilde zum Klingen bringen, so Dinkla.

Die stillen Männer in schwarzen Hosen von Stephan Balkenhol

Die Holzskulpturen des 1957 geborenen Stephan Balkenhol sind wohl jedem schon einmal begegnet. Seine Männer in schwarzen Hosen und weißen Hemden, manchmal auch zusammen mit Frauen, Tieren oder auf Bojen (wie in Hamburg) stehen wie selbstverständlich im öffentlichen Raum. „Still, viel- und nichtssagend“, wie der Bildhauer selbst sagt: „Ich will alles auf einmal: Sinnlichkeit, Ausdruck, aber nicht zu viel, Lebendigkeit, aber keine oberflächliche Geschwätzigkeit, Momentanität, aber keine Anekdote, Witz, aber keinen Kalauer, Selbstironie, aber keinen Zynismus.“ Die Ausstellung will sein Werk seit Mitte der 80er Jahre bis hin zu eigens fürs Lehmbruck-Museum entstehenden Arbeiten beleuchten.

Der Wilhelm-Lehmbruck-Preis wird 2020 wieder verliehen

Nachdem 2017 die Vergabe des Wilhelm-Lehmbruck-Preises (an Rebecca Horn) wieder begonnen wurde, kann er in diesem Jahr erneut und dann alle fünf Jahre vergeben werden an Künstler, „die einen herausragenden Beitrag zur Entwicklung der Skulptur geleistet haben“. Das Preisgeld von 10.000 Euro stellt der Landschaftsverband Rheinland zur Verfügung; auch die begleitende Sonderausstellung finanziert der LVR.

Handfestes zum Feierabend: Kunst & Stulle

Eine handfeste Neuigkeit im Veranstaltungsprogramm ist an jedem ersten Donnerstag im Monat „Kunst & Stulle“. Wer nach der Arbeit um 17.30 Uhr Lust hat auf Neuigkeiten zu den jeweiligen Ausstellungen, Musik und einen Imbiss, kann ab 5. März den Tag im Museum ausklingen lassen (bis 20 Uhr, 12 Euro). Bei der der ersten „After-Work-Kunst“ geht es um die Ausstellung der „Brücke“-Künstler.

Die neue Website des Museums ist barrierefrei

Ein neues Erscheinungsbild hat sich das Museum für seine gedruckten und digitalen Medien zugelegt. Der stilisierte Kopf von Lehmbrucks „Kniender“ ist das Logo fürs aktuelle Programmheft. Und die neue Website www.lehmbruckmuseum.de ist barrierefrei, das heißt für Sehbehinderte leichter zugänglich. Auch wird ein Text in „Leichter Sprache“ angeboten.

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