Gericht

Duisburg: Missbrauch an Sohn gefilmt – Mutter verurteilt

Während des Verfahrens vor dem Duisburger Gericht schwieg die 37-Jährige. Ihr Rechtsbeistand erklärte die Hintergründe zum Missbrauch. 

Während des Verfahrens vor dem Duisburger Gericht schwieg die 37-Jährige. Ihr Rechtsbeistand erklärte die Hintergründe zum Missbrauch. 

Foto: Bodo Malsch

Duisburg.  In Duisburg fiel das Urteil gegen eine Mutter: Drei Jahre Gefängnis. Auf Drängen ihres Liebhabers filmte sie ihren Missbrauch an ihrem Sohn (9).

Es ist ein schlimmes Verbrechen, das deutschlandweit Schlagzeilen machte: Eine 37 Jahre alte Mutter aus Duisburg-Fahrn hat sich – angetrieben von ihrem Liebhaber – zwischen November 2018 und August 2019 mindestens 19-mal an ihrem neunjährigen Sohn vergangen. Die Frau filmte die Taten mit ihrem Smartphone. Am Dienstag endete der Prozess gegen sie.

Die 1. Große Strafkammer des Landgerichts Duisburg verurteilte die 37-Jährige zu drei Jahren Gefängnis.

Während des dreitägigen Prozesses vor der Großen Strafkammer blieb die zweifache Mutter und Ehefrau stumm. „Meine Mandantin hat Angst, vor Menschen zu sprechen und sie schämt sich auch zu sehr“, erklärte ihr Anwalt. Er trug für seine Mandantin ein rückhaltloses Geständnis vor.

Angeklagte war dem Geliebten hörig

20 Jahre kennt sich das Ehepaar aus dem Duisburger Norden bereits, als es im November 2018 in der Beziehung kriselt: Finanziell habe es Probleme gegeben und sexuell sei nicht mehr viel gelaufen, lässt die Frau berichten. Sie zieht sich zurück, beginnt im Internet mit Männern zu flirten.

Verhängnisvollerweise wird aus einem Chat mit einem 30-Jährigen aus Rheinbach bei Bonn mehr: Der Anwalt berichtet von Treffen, bei denen es zum Sex kommt. Als die Vertrauensbasis scheinbar wächst, gesteht der 30-Jährige der Duisburgerin seine pädophile Neigung. Der Mann soll die 37-Jährige nach ihrer Schilderung dazu gedrängt haben, ihren damals neun Jahre alten Sohn zu missbrauchen. Die beiden Kinder leben inzwischen beim Ehemann der Angeklagten.

Psychiater bescheinigt der 37-Jährigen eine schwere Persönlichkeitsstörung

Ein psychiatrischer Gutachter attestierte der 37-Jährigen eine schwere Persönlichkeitsstörung. Die Angeklagte sei daran gewöhnt gewesen, ihr ganzes Leben von anderen gesagt zu bekommen, was sie tun und lassen solle: zunächst von einer bestimmenden Stiefmutter, dann von ihrem Ehemann und zuletzt vom Geliebten, der immer mehr Kontrolle über ihr Leben bekommen habe. „Sie hat selbst keine pädophilen Neigungen, hat es nur getan, um die Wünsche des Geliebten zu erfüllen“, so der Sachverständige. Die Frau habe gewusst, was sie da tat, sei aber nicht mehr vollständig in der Lage gewesen, ihre Handlungen zu steuern.

Auch die Kammer billigte der 37-Jährigen am Ende schuldmindernde Umstände zu. Zu Gunsten der Angeklagten wirkte sich zudem das Geständnis aus und der Umstand, dass sie bislang noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten war.

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