Kabarett

Duisburg: Mit diesen Witzen übersteht man das Großraumbüro

Andrea Volk füllte das Kulturspielhaus in Duisburg-Rumeln mit ihrem Programm “Feier-Abend! Büro und Bekloppte“ bis auf den letzten Platz.

Andrea Volk füllte das Kulturspielhaus in Duisburg-Rumeln mit ihrem Programm “Feier-Abend! Büro und Bekloppte“ bis auf den letzten Platz.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rumeln.  Andrea Volk zeigt im Kulturspielhaus in Rumeln ihr Programm „Feier-Abend: Büro und Bekloppte“. Das ist witzig – und nah dran an der Wahrheit.

Der aktuelle Office-Trend geht zurück zum Großraumbüro. Das weiß die Kabarettistin Andrea Volk, hat sie doch bis vor kurzem immer wieder in Teilzeit in einem Büro mit mehrköpfiger Belegschaft ausgeholfen. Das Büro als aberwitzige Bühne des Lebens, die vor keinem Possenspiel halt macht, so präsentiert es die Endvierzigerin in ihrem Programm „Feier-Abend! Büro und Bekloppte“ im voll besetzten Rumelner Kulturspielhaus.

Unter ihren Kollegen gibt es die „Drachen-Doris“. „Sie klappert immer so ätzend mit den Zähnen. Ich wollte sie schon nach Hause nehmen, um mit ihr meine Hecke zu schneiden“, lästert Andrea Volk und äfft die nervige Kollegin zähneknirschend nach. Genauso bekommt Bio-Susanne ihr Müsli ab, weil sie keinen Joghurt-Trend auslässt.

Früher war mehr Deutsch: Aus Mittagsschlaf wurde Powernapping

Sehr „angesagt und stylisch“ in ihrem Großraumbüro seien jetzt sogenannte „Kommunikationsinseln“. „Da wollte wohl irgendein trendiger Raumausstatter seine alten Sofas los werden“, scherzt Volk über die scheinbar wahllos aufgestellten Couches in ihrem Umfeld. Immerhin könne man da mal ganz gut „powernappen so zwischendurch – die Älteren würden jetzt sagen, ein Mittagsschläfchen halten.“

Überhaupt ärgert sich die jetzt in Köln lebende Kabarettistin über die neuen Begrifflichkeiten, die meist aus dem Englischen stammen. „Bei einem ‚Meeting‘ sitzen wir sinnlos wie in einer Therapiestunde im Kreis herum – und alle scheinen auf den Pfleger in Weiß zu warten, der die Medikamente bringt. Und was wir heute neudeutsch ‚Burnout-Prophylaxe‘ nennen, war früher die Flasche Schnaps im Rollcontainer“, scherzt sie.

Die Digitalisierung geht immer weiter – die Aktenberge werden trotzdem größer

Probleme, die sie im Laufe ihrer Bürokarriere mit dem PC-Programm SAP hatte, verleiten sie zu der einzig wahren Abkürzung für dieses System: „Schreib auf Papier!“ Überhaupt kann sie die trotz der Digitalisierung entstehenden Aktenberge nicht verstehen, vielleicht liegt es auch daran, dass verschiedene Computerprogramme oft ihren Dienst versagen.

Dann gibt es noch ein Bashing gegen die Chefs, und anschließend fragt sie in ihr mit 120 Kollegen gefülltes Großraumbüro im Kulturspielhaus: „Ist jemand von Ihnen Chef?“ Natürlich will es keiner gewesen sein.

Ein besonderes Lob zollt die Kabarettistin der Yucca-Palme, die auf der Bühne neben sauber aufgereihten Aktenordnern gerade die letzten Blätter verliert: „Eine tolle Requisite, aber das ist genau das Schicksal einer jeden Pflanze im Büro!“

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