Gericht

Duisburg: Prüfling wollte IHK-Prüfer mit 1500 Euro bestechen

Der Sitz der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer (IHK) Duisburg-Wesel-Kleve an der Duisburger Mercatorstraße.

Der Sitz der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer (IHK) Duisburg-Wesel-Kleve an der Duisburger Mercatorstraße.

Foto: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Mit Geld wollte ein Duisburger sicherstellen, dass er bei der IHK nicht wieder durchfällt. Das Amtsgericht hat ihn wegen Bestechung verurteilt.

Schon einmal war ein 42-jähriger Meidericher durch die IHK-Prüfung zum Verkehrsleiter gefallen. Vor der Prüfungswiederholung wollte er wohl sicher gehen, dass diesmal alles klappen würde: Er versuchte den Vorsitzenden der Prüfungskommission mit 1500 Euro zu bestechen. Das ruinierte ihm die Prüfung nicht nur endgültig, sondern brachte ihm auch eine Strafe wegen Bestechung ein.

Am 5. Juni 2019 war der Mann, der seine Fachkunde im Güterkraftverkehr nachweisen sollte, in das Büro des Chef-Prüfers im IHK-Gebäude an der Mercatorstraße marschiert. Er schob ein Fachbuch über den Tisch. Zwischen den Seiten fand der Vorsitzende drei 500-Euro-Scheine. Der Prüfer warf den 42-Jährigen entrüstet heraus und zeigte ihn an.

Angeklagter nahm Einspruch gegen Strafbefehl lieber zurück

Der 42-Jährige hatte daraufhin vom Amtsgericht einen Strafbefehl über Zahlung einer Geldstrafe von 1500 Euro (50 Tagessätze zu je 30 Euro) bekommen. Er legte Einspruch ein. „Mein Mandant bestreitet das Geschehen“, teilte der Verteidiger dem Strafrichter mit. Der mahnte eindringlich: „Aus Gründen der Fairness weise ich darauf hin, dass ich die Strafe schon für sehr wohlwollend halte.“ Falls die Zeugen gehört werden müssten, könne es für den Angeklagten auch deutlich schlechter ausgehen.

[In unserem lokalen Newsletter berichten wir jeden Abend aus Duisburg. Den Duisburg-Newsletter können Sie hier kostenlos bestellen.]

Nach intensiver Beratung mit seinem Verteidiger nahm der Angeklagte daraufhin den Einspruch zurück und akzeptierte die 1500 Euro Geldstrafe. Es war – vielleicht nicht zufällig – genau der Betrag, den der 42-Jährige für die Bestechung hatte aufwenden wollen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben