Wirtschaft

Duisburg: Thyssenkrupp-Steel digitalisiert Schienen-Logistik

Rund 300 Kilometer lang ist das Schienennetz auf dem Thyssenkrupp-Werksgelände im Duisburger Norden.

Rund 300 Kilometer lang ist das Schienennetz auf dem Thyssenkrupp-Werksgelände im Duisburger Norden.

Foto: Luftbild: Hans Blossey / www.blossey.eu

Duisburg.  Per Funk organisierten Disponenten und Lokführer bisher die Schienenlogistik bei Thyssenkrupp Steel. Eine neue App erleichtert die Kommunikation.

Rund 300 Kilometer Schienennetz erstrecken sich über das Werksgelände von Thyssenkrupp Steel (TKS) im Duisburger Norden. Die Eisenbahn ist der entscheidende Transportweg für Rohstoffe und Produkte auf dem Gelände und über die Werksgrenzen hinaus. Mit einer App vereinfacht das Unternehmen seit Kurzem die Kommunikation zwischen Auftragsdisponenten und Lokführern.

Altes System stieß an Grenzen

Bisher fand die Kommunikation vor allem über Sprechfunk statt. Der Disponent erzeugte einen Auftrag im System, informierte den Lokführer, wartete die Bestätigung des Lokführers ab und bestätigte dann den Auftrag im System. Ein aufwändiges und zeitraubendes Unterfangen für alle Beteiligten. „Um das zu ändern, haben wir ein interdisziplinäres Teamgebildet“, erklärt Michael Heise, Senior Engineer im Bereich Logistik bei TKS. „Unser Ziel war ein digitaler Weg, der die Erfassung von Arbeitsaufträgen ohne Kommunikation zwischen Disponent und Lokführer ermöglicht.“

Entwicklungsarbeit in Rekordzeit

Nach nur vier Wochen stand der Prototyp für den Feldversuch bereit, inklusive eingebautem Feedback von Lokführern und Disponenten. Die zugrundeliegende cloud-basierte Systemarchitektur entwickelte das Team dabei ebenfalls gleich mit. Das Ergebnis: Der Austausch zwischen Disponent und Lokführer findet nun fast ausschließlich über eine neuentwickelte App statt. Insgesamt werden so eine Vielzahl von Gesprächen über Sprechfunküberflüssig. Zudem können zukünftige Apps die neue Cloud-Umgebung ebenfalls nutzen. Auch deswegen zählte das Team um Michael Heise im Dezember 2019 beim unternehmensinternen „steeltomorrow“-Innovationswettbewerb zu den Gewinnern.

Weiterer Puzzlestein der Roadmap Digitalisierung von Thyssenkrupp Steel

Die neue App steht stellvertretend für viele Initiativen, mit denen TKS die digitale Transformation vorantreibt. Dafür bündelt das Unternehmen Digitalisierungsaktivitäten über alle Bereiche hinweg und stärkt kontinuierlich die digitalen Kompetenzen im Unternehmen. Thyssenkrupp Steel steigert durch solche Lösungen beispielsweise die Produktionsperformance, integriert die Wertschöpfungsketten im Unternehmen und erhöht darüber hinaus die Sicherheit der konzernweiten Digitallandschaft.

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