Gericht

Duisburger Dealer flog auf, weil er um Hilfe rief

Der Prozess gegen den 27-jährigen Walsumer begann am Donnerstag in Saal 101 des Landgerichts Duisburg

Der Prozess gegen den 27-jährigen Walsumer begann am Donnerstag in Saal 101 des Landgerichts Duisburg

Foto: Foto: Jörg Schimmel

Duisburg.  Ein Duisburger (27) wurde in seiner Wohnung überfallen. Er rief um Hilfe. Die Polizei fand Drogen und Waffen. Nun steht er vor Gericht.

Wer in seiner Wohnung jede Mengen Drogen und gefährliche Gegenstände lagert, sollte die Zähne zusammenbeißen, wenn jemand eindringt und ihn zusammen schlägt. Ein 27-jähriger Walsumer tat das in der Nacht zum 22. April nicht. Er rief um Hilfe. Die Nachbarn alarmierten die Polizei. Nun steht der 27-Jährige wegen bewaffneten Drogenhandels vor dem Landgericht.

Die Beamten, die kurze Zeit nach dem Vorfall am Ort des Geschehens eintrafen, wunderten sich. Sie trafen auf einen Mann, der aus Kopfwunden blutete und irgendwie sehr nervös schien. Während des Versuchs der Polizisten, den Sachverhalt aufzunehmen, versuchte der 27-Jährige immer wieder, Gegenstände zu verstecken und Taschen aus der Blickrichtung der Beamten zu schieben.

Polizei entdeckte fast drei Kilo Drogen

Die sahen sich die Wohnung genauer an. Und fanden ein beachtliches Drogenlager, zu dem anderthalb Kilo Amphetamin, 530 Ecstasy-Pillen und 380 Gramm Marihuana gehörten. Teilweise waren die Drogen aufwändig versteckt, teilweise lagen sie beinahe offen herum. Ebenso das zum Handel unverzichtbare Equipment wie Feinwaagen, Tüten und ein Folienschweißgerät. Eine kleine Plantage wurde unter anderem im Badezimmer entdeckt, wo Cannabis-Pflänzchen in der Duschtasse standen. Zudem fanden sich überall in der Wohnung Waffen und gefährliche Gegenstände wie eine Schreckschusspistole, ein Baseballschläger und eine Machete.

Zum Prozessauftakt gab der Angeklagte den Drogenbesitz unumwunden zu. Leugnen wäre ja auch irgendwie sinnlos gewesen. Die Waffen will er allerdings nur zu Dekorationszwecken besessen haben. Ein Urteil soll es voraussichtlich nach zwei weiteren Verhandlungstagen Anfang September geben.

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