Schulprojekt

Duisburger Gesamtschule setzt sich gegen den Welthunger ein

Schulleiter Günter Derksen (r.) und Lehrer Norbert Schymik (l.) freuen sich mit den Schülern auf den Spendenabend an der Heinrich-Heine-Gesamtschule.

Schulleiter Günter Derksen (r.) und Lehrer Norbert Schymik (l.) freuen sich mit den Schülern auf den Spendenabend an der Heinrich-Heine-Gesamtschule.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rheinhausen.  Schüler der Heinrich-Heine-Schule in Rheinhausen veranstalten einen Welthilfehungerabend. Dabei werden sie kreativ – und regen zum Nachdenken an.

Beim Betreten der Eingangshalle der Heinrich-Heine-Gesamtschule fällt der Blick auf zwei große Bilder der Weltkugel und bleibt dort hängen an zahlreichen rot eingefärbten Ländern. Was Staaten wie Indien, Jemen oder die Zentralafrikanische Republik verbindet, ist ein gravierendes Problem: Hunger. „Alle drei Sekunden stirbt jemand auf der Welt an Unterernährung“, weiß Merve Demirhan. Die 17-jährige Schülerin ist Teil eines Projekts, das am kommenden Donnerstag in einem Welthungerhilfeabend gipfelt.

Die Idee zum Schulprojekt war dem Lehrer Norbert Schymik in seiner Freizeit gekommen, als er mit seiner Band bei „Rock gegen Hunger“ gespielt hatte. Nach seinem Auftritt vertiefte er den Kontakt zur Welthungerhilfe und schlug schließlich Schulleiter Günter Derksen vor, dass sich das Thema für ein Projekt anbieten würde. Und zwar nicht wie sonst üblich für eine einzige Woche, sondern verteilt auf das ganze Halbjahr. „Uns war dabei aber wichtig, dass möglichst wenig Unterricht ausfallen sollte. Deshalb haben sich viele Schülerinnen und Schüler nachmittags engagiert“, erzählt Schymik. Doch auch in einzelnen Unterrichtseinheiten passte das Thema immer wieder gut rein. „Es war kein Projekt neben, sondern in der Schule“, betont Derksen.

Hunger als Thema im Schulunterricht

So malten beispielsweise Sechsklässler im Religionsunterricht die zwei großen Weltkugeln mit den besonders an Hungersnot leidenden Ländern, Oberstufenschüler probierten sich im Kunstunterricht an Caprichos aus. „Jetzt muss ich aber doch mal nachhaken, was sind denn Caprichsos?“, fragt Derksen, nachdem Schülerin Merve davon berichtet hat. „Federzeichnungen, die ein Thema ganz einfach darstellen sollen“, so die 17-Jährige. Und das Thema hier war eben der Hunger. „Dabei haben wir viel mehr mitgenommen als sonst vom Unterricht“, sagt Merve selbst. Besucher können die Zeichnungen beim Welthilfehungerabend bestaunen oder ein paar Stände weiter verschiedene Fairtrade-Produkte wie Kaffee kaufen.

Doch der eigentliche Höhepunkt des Abends findet in der Aula statt. Insgesamt rund 200 Schülerinnen und Schüler haben an dem mitgearbeitet, was Schymik eine „künstlerisch-musikalische Gesamtperformance“ nennt. „Es werden sehr viele eigene Songs zu hören sein“, verrät er. Schauspiel, Videos und kurze Lesungen ergänzen die rund anderthalbstündigen Vorstellung. Wenige Tage vor dem großen Abend ist den Schülerinnen und Schülern bereits eine gewisse Nervosität anzumerken. Doch letzten Endes wissen sie alle, wieso sie das gerne auf sich nehmen. Und so hält Merve schließlich fest: „Das ist ein Thema, das uns alle etwas angeht.“

>>> Der Spendenabend

  • Der Welthilfehungerabend findet am Donnerstag, 16. Januar, ab 18 Uhr in der Aula der Heinrich-Heine-Gesamtschule statt. Interessierte können vorab Karten im Sekretariat der Schule reservieren lassen.
  • Der Eintritt ist frei, die Schülerinnen und Schüler bitten jedoch um Spenden zugunsten der Welthungerhilfe. Es gibt eine Spendenbox sowie rote Spendenzettel zum Mitnehmen, worauf die Kontodaten der Welthungerhilfe stehen.
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