Medizin

Duisburger Krankenhaus besitzt neues Gerät für Knie-OPs

Chefarzt Dr. Martin Fischer zeigt verschiedene Knieimplantate. 

Chefarzt Dr. Martin Fischer zeigt verschiedene Knieimplantate. 

Foto: Kalkmann

Duisburg-Rheinhausen.  Die Orthopädische Chirurgie im Johanniter-Krankenhaus in Rheinhausen verfügt über ein High-Tech-Gerät – für mehr Sicherheit bei Knie-OPs.

Stiche, Schmerzen, Instabilität des Knies oder der Hüfte. Immer jünger werden Patienten, bei denen nur noch eine Operation Befreiung der Beschwerden bringt. „Viele Menschen sind heute bereits unter 60 Jahre alt, wenn sie sich einem solchen Eingriff unterziehen müssen“, sagt Dr. Martin Fischer, Chefarzt der Klinik II (Orthopädische Chirurgie und Unfallchirurgie) am Johanniter-Krankenhaus in Bergheim.

Die Fachabteilung kennt der 55-Jährige quasi wie seine Westentasche. Bereits 2009 kam er als Oberarzt, seit 2017 ist er Chefarzt. Sein Spezialgebiet sind Knie- und Hüftgelenksoperationen, im Speziellen der Einsatz von Implantaten. Seit kurzer Zeit verfügt die Klinik II über eine technische Unterstützung, die nicht jedes Krankenhaus hat: der Knie-TEP-Navigator, eingesetzt bei Operationen am geschädigten Kniegelenk. Dr. Fischer: „Die Navigation bietet eine zusätzliche Sicherheit. Mit ihr wird der Eingriff geplant, während der Operation zeigt sie einzelne Schritte auf den Millimeter genau.“

Anspruchsvolle Operationen am Knie

Das Knie, so der Chefarzt, sei in der Operation anspruchsvoller als das Hüftgelenk. An den Oberschenkel kommt das Implantat, an den Unterschenkel eine Metallplatte, eine Kunststoffplatte dient als Puffer, damit das Metall nicht abreibt. Sind die Bänder nicht mehr in Ordnung, wird das Implantat im Knochen verankert. Gründe für Operationen sind Sportverletzungen, anlagebedingte Fehlstellungen wie X- oder O-Beine, Unfallfolgen im Schienbeinbereich.

Früher, so Dr. Fischer, habe man Knie- und Hüftgelenkoperationen bei Patienten gemacht, die älter als 70 Jahre waren: „Die Prothesen hielten nicht lange, weil seinerzeit mit Knochenzement gearbeitet wurde, der an der Luft gemischt wurde. Er zerbrach schneller. Heute wird der Zement im Vakuum gemischt. Deshalb gibt es keine Begrenzung der Haltbarkeit. Zudem gibt es zementfreie Implantate, die rau sind und im Knochen einwachsen.“

Gute Ergebnisse nach einem Tag

Das Navigationsgerät, das in der Anwendung mit 100 Euro pro Eingriff sehr kostenintensiv ist und dessen Anschaffungspreis rund 100.000 Euro beträgt, eignet sich nicht für den Einsatz bei Hüftgelenkoperationen. Hier wird anhand der Röntgenaufnahmen der Protheseneinsatz dreidimensional geplant. Chefarzt Dr. Martin Fischer favorisiert nach wie vor den hinteren Zugang, der heute weitestgehend muskelschonend sei. Nicht anfreunden kann er sich mit der sogenannten Schlüsselloch-OP, bei der der Zugang von vorne durch die Leiste erfolgt: „Eine Studie hat die Zugangswege verglichen und festgestellt, dass die Schlüsselloch-OP die höchste Komplikationsrate hat, der hintere Zugang die niedrigste.“ Zu bedenken sei zudem, dass sich die Schüsselloch-OP nur für sehr schlanke, gerade mal etwa 55 Kilogramm schwere Frauen eigne.

Spaß macht dem Chirurgen an seiner Arbeit allerdings in der Hauptsache eines: Er sieht meistens schon einen Tag nach der OP die guten Ergebnisse: „Es ist einfach schön, wenn der Patient sagt, er habe keine Schmerzen mehr und am zweiten Tag freudig über den Flur geht.“ Hoffnungsfroh äußert sich Dr. Fischer zur weiteren Entwicklung des Krankenhauses. Er räumt ein, dass ein Nachteil der Klinik ist, dass viele Jahre die Bauweise nicht gepflegt worden sei. Das Haus sei 1962 eröffnet worden. Seit einiger Zeit werden die Stationen nach und nach renoviert. Baufortschritte seien schon zu sehen.

Eröffnung einer Wahlleistungsstation

Anfang der Woche erhielt das Krankenhaus vom Bauamt der Stadt Duisburg die schriftliche Genehmigung zur Eröffnung der interdisziplinären Wahlleistungsstation mit 23 Betten in Einzel- und Doppelzimmern in der vierten Etage. Die ersten Patienten sind bereits eingezogen. Angedacht sei, so Dr. Fischer, das komplette Haus mit 324 Betten zu sanieren und künftig Ein- bis Zweibettzimmer mit den entsprechenden Sanitäranlagen anzubieten. Der Chefarzt: „Ich wünsche mir, dass dem Krankenhaus Zeit für die Sanierungen zugestanden wird, dass es von den Patienten angenommen wird und dass sie sagen, es ist mein Krankenhaus und ich muss aus fachlichen Gründen nirgendwo anders hinfahren.“

>>> Patientenforum zum Thema Knie

  • Zum Thema „Was ist los mit meinem Knie? Schmerzen – Stiche –Instabilität“ bietet das Johanniter Krankenhaus in Bergheim, Am Kreuzacker, ein Patientenforum am Mittwoch, 12. Februar, um 18 Uhr im Ohletz-Saal an.
  • Referenten sind Chefarzt Dr. Martin Fischer sowie die Oberärzte Dr. Philipp Kunze und Ioannis Tamissis der Chirurgischen Klinik II (Orthopädische Chirurgie und Unfallchirurgie). Die Teilnahme ist kostenlos.
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