Mopedmuseum

Duisburger Moped-Club betreibt eigenes Museum mit Unikat

Moped-Fans können im Museum des Moped-Club Neumühl in Oberhausen echte Seltenheiten bestaunen. Rechts im Bild: Das Mintgrüne Schreinermoped von Peter Wedigs Vater.

Moped-Fans können im Museum des Moped-Club Neumühl in Oberhausen echte Seltenheiten bestaunen. Rechts im Bild: Das Mintgrüne Schreinermoped von Peter Wedigs Vater.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Duisburg/Oberhausen.  In Oberhausen betreibt der Neumühler Moped-Club ein Privatmuseum. Unter den Ausstellungsstücken gibt es ein weltweit einmaliges Modell.

„Das ist eine Leidenschaft, in der man sich so hocharbeitet“, erklärt Peter Wedig, Vorsitzender des Moped-Clubs Neumühl. Am Sonntag feierte der Duisburger Club das einjährige Bestehen seine privaten Museums in Oberhausen-Holten, in den eindrucksvollen Ausstellungsräumen konnten die Besucher aber nicht bloß Mopeds im wahrsten Sinne des Wortes bestaunen. „Die meisten von unseren gut 30 Mitgliedern haben in ihrer Jugend mit Mopeds angefangen und sich später dann den Motorrädern gewidmet“, weiß Wedig. Deswegen können die vielen Besucher am Sonntag auch über Harley, BMWs und Co. staunen – und über eine weltweit einzigartige Maschine.

Moped-Club Neumühl präsentiert in Oberhausen über 150 Maschinen

„In den Duisburger Räumen stehen auch noch eine Menge Fahrzeuge, unter anderem mein erstes Moped, da war ich 16“, erinnert sich Peter Wedig und lässt den Blick über das zweigeschossige Museum schweifen. Eine ganz besondere Maschine steht etwas unscheinbar hinter einer imposanten Harley-Davidson, aber die vielen Kenner unter den Besuchern steuern zielstrebig auf die „Münch 4“ zu.

„Das ist ein Unikat, irgendwann in den Jahren 1975 bis 1978 gebaut“, erzählt der Vorsitzende stolz, zum Preis will er sich deshalb auch lieber nicht äußern. Nur so viel sei gesagt: Mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt kommen potenzielle Käufer nicht einmal in die Nähe des aufgerufenen Preises. Schick anzusehen sind aber auch die vielen Kawasaki-Motorräder, die gleich hinter der Münch 4 in einer stilisierten Garage stehen. „Das riecht nach den 1970er Jahren“, freut sich ein Besucher über die klassischen Ledersitze.

Mit dem Schreiner-Moped durch Duisburg-Neumühl

In der ersten Etage wird es dann noch viel historischer. Mit einem Moped von Laverda präsentiert der Club das erste serienmäßig produzierte Moped der Welt, nebenan steht ein Motor-Zweirad, mit dem Peter Wedig eine ganz persönliche Geschichte verbindet. „Mein Vater war Schreiner, und mit dem Moped ist er früher durch Neumühl gefahren und hat kleine Reparaturarbeiten durchgeführt“, erinnert sich der Vorsitzende, heute glänz das mintgrüne Gefährt dank Grundrestaurierung stolz im Museum.

Ein paar Meter weiter steht das älteste Stück der Sammlung – und gleichzeitig auch das einzige Moped der Sammlung aus der Vorkriegszeit. Eine Urania aus dem Jahre 1934 zieht ehrfürchtige Blicke auf sich, die ebenfalls historischen Modelle der Marken NSU, Moto Guzzi oder Piaggio verblassen geradezu in der Gegenwart des motorisierten Denkmals.

400 Kilometer bis nach Oberhausen – nur aus Leidenschaft

Manfred Klaaßen ist zwar ein alter Oberhausener, hat am Sonntag aber trotzdem die längste Anfahrt aller Gäste im Museum. „Ich wohne mittlerweile im Schwarzwald, aber die 400 Kilometer in den Ruhrpott bin ich gerne gefahren“, freut sich der Moped-Experte. Klaaßen selbst ist Fan und Sammler der Maschinen aus dem Hause Zündapp, Zuhause im Schwarzwald stehen Zweiräder aus über vier Jahrzehnten. Seit 1973 lebt Klaaßen im Schwarzwald, kommt aber immer noch oft in seine Heimat zurück. „Hier fröhne ich einfach gerne dem Hobby meiner Jugend.“ So wie die vielen anderen Besucher auch, die sich am Sonntag entlang der imposanten Maschinen drängen.

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