Theater am Marientor

Duisburger Musical „Wallace“ zeigt Natur und höfische Pracht

Charles Quiggin und Katja Thost-Hauser mit dem Modell fürs Wallace-Bühnenbild. Am englischen Hof glänzen die gotischen Bögen.

Charles Quiggin und Katja Thost-Hauser mit dem Modell fürs Wallace-Bühnenbild. Am englischen Hof glänzen die gotischen Bögen.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Duisburg.  „Wallace“-Bühnenbildner Charles Quiggin zeigt im TaM am Modell, wie er Atmosphäre auf die Bühne bringt. Ein Baum spielt eine besondere Rolle.

Die raue Natur Schottlands, die Pracht der Höfe in England und Frankreich: Diese Kontraste, die das Musical „Wallace“ um den schottischen Freiheitskämpfer William Wallace ab dem 14. November ins Theater am Marientor bringt, übersetzt der Londoner Designer Charles Quiggin in atmosphärisch dichte Tableaus. Am Dienstag wurden zwar nicht alle Bühnengeheimnisse gelüftet, aber Quiggin und Regisseurin Katja Thost-Hauser gaben am „letzten und sehenswerten Modell“ einen beeindruckenden Einblick in die Bilder, die das Publikum ins Geschehen hinein ziehen sollen.

Im Musical „Wallace“ steht ein symbolträchtiger Baum auf der Bühne

Besonders symbolträchtig ist der Baum, der groß auf einem Felsen in der Landschaft stehen wird, wenn es um Schottland geht und der im Laufe der Handlung sein Laub wechselt. Frühling, Sommer, Herbst und Winter stehen für das Leben von William Wallace, das mit seiner grausamen Hinrichtung im Alter von 35 Jahren endete. Der Baum ist für Katja Thost-Hauser, die nach halbjähriger Zusammenarbeit mit Quiggin vom Ergebnis beglückt schwärmte, ein Sinnbild für die Dekaden des Menschen und auch ein Trost, dass das Leben weitergeht. Überhaupt muss für sie „alles einen Sinn ergeben“ beim Bühnenbild, das die Bühne auf keinen Fall vollstellen darf.

In Schottland ist es neblig und windig und die Wellen branden

Quiggin schafft in diesem Sinn Räume. Schottland soll man mit Nebel, Wind, wehenden Seidentüchern und Video-Wellen förmlich spüren. Zur Welt von Wallace gehört aber auch das Fort mit seinen hölzernen Palisaden. Der „dekadente englische Hof“ wird in goldenen gotischen Bögen angedeutet, die von der Architektur der Londoner Westminster-Abtei inspiriert sind, wie Quiggin erläuterte. Golden-prächtige Leuchter tauchen die Szene in Kerzenlicht.

In Frankreich glänzen die französischen Lilien silbern

Szenenwechsel nach Frankreich. Hier glänzen französische Lilien silbern, signalisiert ein üppig verzierter Ritterhelm die Zeit, in der die Handlung spielt. „Das Publikum soll sofort wissen, wo es ist“, sagt der weltweit gefragte Quiggin, der sowohl am Broadway als auch an Opernhäusern arbeitet. Insgesamt zwölf Bühnenbilder wird es geben, die Wechsel ermöglicht eine Drehscheibe. „Vier Monate dauerte alleine die Planung, danach haben sechs Mitarbeiter in vier Wochen alles in diesem Modell umgesetzt“, so der Designer.

„Ich glaube an die macht des Geschichtenerzählens“, sagt Katja Thost-Hauser. Und so soll die Geschichte des Mannes, „der aufgestanden ist gegen Unrecht“, mit „wunderschöner Musik und in wunderschönen Bildern“ erzählt werden, unterhaltsam, „zum Lachen, Weinen und eventuell darüber Nachdenken, in was für einer Welt wir leben“.

Die Geschichte einer großen, unerfüllten Liebe

Erzählt wird die Geschichte einer großen, unerfüllten Liebe. Denn als Wallace versucht, sich in Frankreich Hilfe für die unterdrückten Schotten gegen England zu holen, verlieben sich Margarethe, die Halbschwester von König Philipp IV („der Schöne“), und Wallace ineinander. Margarethe aber ist bereits dem englischen König Edward I., also Wallaces Gegenspieler, versprochen, der sie wegen der Gefahr aus Schottland sofort heiratet. Margarethes Versuch, Wallace vor Edwards Todesurteil zu retten, endet mit einem Verrat.

TaM-Direktor DeMarco verspricht Show mit Broadway-Niveau

„Keine Disney-Liebesgeschichte“, sagt Katja Thost-Hauser. „Aber Liebe ist immer ein wichtiges Thema und Antrieb für Vieles. Die Liebe gibt ihm Mut und bestärkt ihn auf seinem Weg.“ Sie hat mit TaM-Direktor Wolfgang DeMarco auch am Buch gearbeitet, die Musik komponierte der Amerikaner Todd Schroeder. DeMarco ist vom Erfolg der „Show mit Broadway-Niveau“ überzeugt; er sehe der Uraufführung „tiefenentspannt“ entgegen.

>>> Gewalt kommt nicht auf die Bühne

Die Proben beginnen am 16. September. Das Musical soll ab November ein halbes Jahr lang im Theater am Marientor gespielt werden und familientauglich sein; die Bühnenversion kommt ohne Gewalt aus. Die Showzeiten sind mittwochs um 18.30 Uhr, donnerstags und freitags um 19.30 Uhr, samstags um 14.30 und 19.30 Uhr sowie sonntags um 16.30 Uhr.

Die teuersten Karten kosten – je nach Vorstellungstag – 119,90 bis 144,90 Euro, die preiswertesten 39,90 bis 64,90 Euro. Informationen: www.theater-am-marientor.de

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