Musikalische Bildung

Duisburger Musikschule setzt auf „Jekits plus“

Im Rahmen von Jekits besuchte 2016 die spanische Band Vigüela die Erstklässler an der Grundschule Eschenstraße in Wanheimerort.

Im Rahmen von Jekits besuchte 2016 die spanische Band Vigüela die Erstklässler an der Grundschule Eschenstraße in Wanheimerort.

Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.   Das Angebot wurde für Grundschüler entwickelt, um sie nach zwei Jahren Projektteilnahme weiter an den Unterricht zu binden.

Die von der Musik- und Kunstschule angebotene zweijährige Verlängerung des Jekits-Programms „Jekits plus“ werde gut angenommen, so Musikschulleiterin Johanna Schie. Das Anschlussprogramm wurde entwickelt, um die Grundschüler, die nach zweijährigem Unterricht musikalisch auf den Geschmack gekommen sind, weiter bei der Stange zu halten.

Nicht nur die jahrelange G 8/G 9-Debatte zeigt, dass zumal in der Landespolitik über Bildung und Schule gern gestritten wird. Ein anderes Beispiel ist das vor zehn Jahren von der schwarz-gelben Landesregierung eingeführte Programm „Jedem Kind ein Instrument“ (Jeki), das Kinder im Ruhrgebiet an die Musik heranführen sollte. Unter Rot-Grün wurde es dann ausgeweitet, um alle Kinder in NRW einzubeziehen und 2015/16 als „JeKits – Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ neu gestartet. Mit den 10,7 Millionen Euro, die das Land über eine Stiftung an die Kommunen verteilt, waren aber vier Jahre Unterricht für jedes Kind nicht zu leisten, sondern nur zwei – je nach Entscheidung der Grundschule an Instrumenten, in Tanz oder Gesang.

Jekits hat sich in Duisburg stabilisiert

Wie Johanna Schie sagt, habe sich Jekits inzwischen in Duisburg stabilisiert. Elf Schulen wählten Tanz, das Angebot, das wegen fehlender Tanzpädagogen und zusätzlichen Raumbedarfs am schwierigsten umzusetzen ist. „Wir bräuchten fünf zusätzlichen Tanzpädagogen.“ Für Gesang stimmten drei Schulen; dieses Angebot stoße allerdings bei Eltern nicht auf Begeisterung, sie fragten sich, warum sie für Singen bezahlen müssten. „Ein Instrument fühlt sich anders an, da müssen wir Überzeugungsarbeit leisten“, so Johanna Schie.

33 Grundschulen sind bei der Variante „Instrument“ geblieben. „Da ist weiterhin eine große Auswahl wichtig, weil der Unterricht von vornherein vom Ensemble her gedacht ist.“ Der Tendenz zu Gitarre und Keyboard müsse man etwas entgegen wirken, denn für ein Ensemble braucht man zum Beispiel auch Bläser. „Das ist wie bei einer Fußballmannschaft, die besteht auch nicht aus fünf Torhütern und zehn Stürmern.“ Rhythmus, Melodie und Harmonien können nur mit verschiedenen Instrumenten gebildet werden.

An manchen Schulen gibt’s kaum Vollzahler

Nach den ersten Erfahrungen mit Jekits blicke man schon etwas wehmütig zurück, weil Schüler verloren gehen, die zuvor zu 100 Prozent von den Gebühren befreit waren. „Wir haben zum Teil Schulen, an denen es kaum Vollzahler gibt.“ Während das erste Jahr frei ist, zahlen Eltern fürs zweite monatlich 12 Euro (Singen), 17 Euro (Tanzen) und 23 Euro (Instrumente). Das neue Angebot „Jekits plus“ für Kinder, die in Kleingruppen weiter ihr Instrument lernen, kostet 28 Euro. Wobei Ermäßigungen von 50 Prozent möglich sind. Die Stadtspitze stehe voll hinter dem Programm, an dem sich die Kommune auch finanziell beteiligt, so Schie.

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