Krippenschätze

Duisburger Paar baut Krippenfiguren nach Schweizer Vorbild

Die besonderen Figuren haben keine Gesichter, sind aber biegsam, so dass sie andere Haltungen einnehmen können.

Foto: Tanja Pickartz

Die besonderen Figuren haben keine Gesichter, sind aber biegsam, so dass sie andere Haltungen einnehmen können. Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.   In mehreren Kursen fertigten Birgit und Wilfried Funke Egli-Figuren. Maria, Josef und Hirten sind biegsam – sie erzählen biblische Geschichten.

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Maria, Josef und das Jesuskind sind nicht einfach Puppen, sondern „biblische Erzählfiguren“. „Sie heißen Egli-Figuren“, erklären Birgit und Wilfried Funke. In ihrem Homberger Wohnzimmer hat das Paar diese besonderen Figuren zur biblischen Geschichte unter dem Weihnachtsbaum angeordnet. In mehreren Seminaren bauten sie die Figuren unter Anleitung im Laufe der Jahre nach.

Die Schweizerin Doris Egli entwickelte die Krippenfiguren in den 1960er Jahren. Sie sind ungefähr 30 cm groß und lassen sich in unterschiedliche Formen biegen. „Man kann Bibelgeschichten mit ihnen nachstellen“, erklärt Birgit Funke. „Jedoch haben sie keine Gesichter.“ Durch Veränderung von Haltung, Gebärden und Kleidung können sie immer neue Personen darstellen – und so die Botschaft Gottes erfahrbar machen. „Das hilft, Bibeltexte besser zu verstehen“, sagt die 68-Jährige, die lange als Kinderpflegerin im Kindergarten gearbeitet hat. „Um den Kleinen die Geschichten zu vermitteln, habe ich häufig die Figuren eingesetzt.“ Auch zu Ostern nutze sie die Egli-Figuren, etwa, um die Abendmahlszene darzustellen.

Kursus in der Gemeinde

Die drei Könige in ihren prunkvollen Gewändern. left true Im Frauenkreis der St. Johannes Gemeinde wurde im Jahr 2004 ein entsprechender Egli-Kursus angeboten. Mit Sondergenehmigung der Damen durfte auch Ehemann Wilfried am Seminar teilnehmen. „Die Beine werden mit einem Baumwollstoff umwickelt“, erklärt der 72-Jährige. Bleischuhe sorgen für die nötige Standsicherheit. Die Haare werden aus Fellen zurecht geschnitten. „Am Ende wird eine Art Leinenstoff übergenäht.“ Auch die Kleider haben die Funkes aus Stoffresten angefertigt. Immer angeleitet durch eine Kursleiterin, die schaut, dass die Egli-Vorgaben eingehalten werden. „Ganz günstig ist das Ganze allerdings nicht“, weiß das Paar. 50 Euro kostet eine Figur, für die Bastler etwa zehn Stunden brauchen. „Daher schafft man nur eine pro Seminar.“ Über mehrere Jahre haben die Funkes die Figuren nach und nach gebaut. „Nun ist das Ensemble komplett.“

Die Hirten schauen auf Baby Jesus im Stall – natürlich ist auch dieser selbstgebaut. Aus Dämmplatten schnitt Wilfried Funke die Fassaden und lackierte sie weiß, ebenso sind die Möbel, Stühle, Tische und Teller im Inneren des Hauses handgeschnitzt. Von der oberen Etage aus blickt der erwachsene Jesus auf die Szenerie zu seinen Füßen: Auf Hirten, Schafe, Esel und Ziegen, die drei Könige in ihren prunkvollen Gewändern, die langsam immer näher Richtung Stall rücken. Der leuchtende Stern von Bethlehem weist ihnen den Weg.

„Unsere beiden Enkelkinder haben viel Freude an den Figuren“, freuen sich die Großeltern. „Hoffentlich noch viele weitere Jahre.“

>>30, 50 ODER 70 ZENTIMETER

Die Egli-Figuren sind 30, 50 oder 70 cm groß. Zum Einsatz kommen sie etwa im Kirchenkreis, in der Seelsorge oder in Ausstellungen, um Bibelgeschichten begreifbar zu machen. Sie haben kein Gesicht, um sie von ihrem Ausdruck her nicht festzulegen. Gefühle werden durch Körpersprache ausgedrückt.

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