Soziales

Duisburger Projekt Immersatt knapp bei Kasse

Immersatt braucht nicht nur Sachspenden, wie sie hier von der Schülervertretung der Gesamtschule Ruhrort überreicht werden, sondern auch Geldspenden. Foto: Friedhelm Geinowski

Immersatt braucht nicht nur Sachspenden, wie sie hier von der Schülervertretung der Gesamtschule Ruhrort überreicht werden, sondern auch Geldspenden. Foto: Friedhelm Geinowski

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Duisburg.1000 mal Frühstück und 180 mal Mittagessen pro Tag: Durch das Duisburger Projekt Immersatt müssen viele Kinder nicht mit knurrendem Magen die Schulbank drücken. Jetzt braucht das Leuchtturmprojekt selbst Hilfe, denn die Spenden reichen nicht aus.

Vielen Kindern hat Immersatt geholfen - mit gesunder Ernährung und Bildung. Jetzt braucht das Leuchtturmprojekt, das auch wegen seiner Einzigartigkeit bundesweite Anerkennung genießt, selbst Hilfe. „Immersatt ist eine wichtige soziale Einrichtung für Duisburg.“ OB Adolf Sauerland warb auch im Namen aller Ratsfraktionen für Spenden an den gemeinnützigen Verein und appellierte an die Duisburger Bürger: „Bitte nehmen Sie Immersatt bei den Spenden zur Weihnachtszeit und 2011 verstärkt in den Fokus. Damit Immersatt auch für das nächste Jahr planen kann.“

Sauerland beschrieb bei seinem Besuch des Immersatt-Zentrums an der Klosterstraße in Stadtmitte den aktuellen finanziellen Engpass des Vereins: „Das Problem ist: In der anfänglichen Euphorie gab es für Immersatt große Spendenaufkommen. Aber jetzt muss Immersatt permanent einen Ausgleich zwischen Spenden und Ausgaben herstellen. Das ist in der jetzigen Zeit sehr schwierig. Wir können ruhigen Gewissens sagen: Das Geld kommt richtig an!“

Hilferuf an die Öffentlichkeit

Manfred Stüdemann, erster Vorsitzender von Immersatt: „Ich richte heute einen Hilferuf an die Duisburger Öffentlichkeit.“ Der Verein habe ein monatliches Budget von 20 000 Euro Personal- und Sachkosten, die der Vorstand Anfang 2010 bereits zusammengestrichen habe. „Seit Januar haben wir sieben fest angestellte Mitarbeiter, die das organisatorische Rückgrat des Vereins bilden. Damit haben wir dem Verein eine belastbare Struktur gegeben.“ Die Investition in neue Mitarbeiter war nur durch einen Spendenpuffer möglich, so Stüdemann. Es wurde zwar weiter für Immersatt gespendet. Aber inzwischen liegt das aktuelle Spendenaufkommen bei nur noch 9400 Euro im Monat. So entsteht Monat für Monat eine finanzielle Lücke von 10 600 Euro. Die materielle Sicherheit des Vereins ist nur bis zum 31. Dezember gesichert.

„Wir leben nur von Spenden und bekommen keine öffentlichen Zuschüsse“ betonte Stüdemann. „Wir werben um Spender, die uns einen gleich bleibenden Betrag überweisen. Damit wir weiter disponieren können. Ich möchte nicht noch einmal in die Situation kommen, dass ich mich noch einmal von festen, engagierten Mitarbeitern trennen muss.“ Jurist Stüdemann setzt auf Vertrauen und Transparenz: „Das ist das oberste Gebot. Alle Spender können hier jederzeit unsere Bücher lesen und sich dort über Spendenaufkommen, Einnahmen und Ausgaben informieren.“

Mehr als tausend Frühstücksbeutel

Immersatt produziert in der Klosterstraße während der Schulzeit jeden Morgen mehr als tausend Frühstückbeutel, mittags je nach Bedarf rund 180 warme Mittagessen. Bis zu 70 Essen verspeisen Jungen und Mädchen aus sozial schwachen Familien an den Standorten Klosterstraße in der Innenstadt und Dammstraße in Ruhrort. Der Rest kommt bedürftigen Kids in städtischen Jugendeinrichtungen in Duisburg zugute.

Wer - am besten als monatlicher „Dauerspender“ - dem Verein helfen möchte:

Sparkasse Duisburg, Kontonummer: 0200 089 548, BLZ 350 500 00

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