Gericht

Duisburger steht für Messerattacke in Meiderich vor Gericht

So schick sieht das Foyer des Land- und Amtsgerichts seit dem Abschluss der umfassenden Renovierung vor vier Jahren aus.

So schick sieht das Foyer des Land- und Amtsgerichts seit dem Abschluss der umfassenden Renovierung vor vier Jahren aus.

Foto: Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Duisburger (27) verletzte 40-Jährigen lebensgefährlich schwer. Der Angeklagte beruft sich auf Notwehr.

Worum es bei einer Auseinandersetzung am 29. September 2018 wirklich gegangen sein mag, wird möglicherweise für immer ein Geheimnis der Beteiligten bleiben. Fest steht nach der ersten Verhandlung vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz nur, dass es vor einer Gaststätte in der Nähe des Meidericher Bahnhofs zu einem Streit zwischen einem 27-jährigen Duisburger und einem 40-jährigen Oberhausener kam. Am Ende lag der 40-Jährige mit einem Messerstich in der Brust in der Notaufnahme eines Krankenhauses. Dem 27-Jährigen wirft die Staatsanwaltschaft gefährliche Körperverletzung vor.

Der Angeklagte macht Notwehr geltend. Es habe schon eine Woche zuvor eine Auseinandersetzung gegeben, bei der er von einem Teleskopschlagstock getroffen worden sei, berichtete der 27-Jährige. Am Tattag habe der Geschädigte einen der Beteiligten gesucht und auch ihn nach dem Mann gefragt. „Meine flapsige Antwort hat ihm wohl nicht gepasst.“ Es sei laut geworden.

Widersprüchliche Schilderungen

„Das hat ziemlich schnell zu Handgreiflichkeiten geführt“, so der Angeklagte. Zweimal sei er von dem ihm körperlich überlegenen 40-Jährigen niedergeschlagen worden. „Als er ein drittes Mal auf mich zukam, habe ich ein Messer gezogen.“ Der Angeklagte räumt ein, einmal auf den frontal vor ihm stehenden Mann eingestochen zu haben. „Er sackte zusammen, hat aber immer noch geschimpft. Als ich sah, dass er an der Brust blutete, bin ich abgehauen.“

„Irgendwie habe ich mich berufen gefühlt, den Vorfall, der eine Woche davor passiert war, aufzuklären“, gab der Geschädigte an. Das habe Diskussionen und Schreiereien ausgelöst. „Vielleicht habe ich im Handgemenge irgendwen getroffen.“ Der Stich habe ihn getroffen, als er sich bereits vom Angeklagten abwandte.

Gericht gibt rechtsmedizinisches Gutachten in Auftrag

Der Anwalt des als Nebenkläger auftretenden Geschädigten regte ein rechtsmedizinisches Gutachten an. Ein Experte könne aufgrund der Lage, Richtung und Tiefe des Stiches die Notwehrversion des Angeklagten widerlegen. Das Schöffengericht blieb zwar skeptisch, ob ein Gutachten das wirklich leisten könne, verschloss sich dem Vorschlag aber ebensowenig wie die anderen Verfahrensbeteiligten. Der Prozess wird nun in einigen Monaten noch einmal von vorne beginnen.

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