Kulturszene

Duisburger Wilfried Schaus-Sahm veröffentlicht Gedichtband

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Der Duisburger Wilfried Schaus-Sahm ist auch als bildender Künstler tätig. Hier bei seiner Ausstellung „Tondo“ im Künstlerhaus Goldstraße.

Der Duisburger Wilfried Schaus-Sahm ist auch als bildender Künstler tätig. Hier bei seiner Ausstellung „Tondo“ im Künstlerhaus Goldstraße.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Der Duisburger Künstler, Festival-Planer und Autor Wilfried Schaus-Sahm präsentiert sich mit „Fragen an die Wissenschaft“ als kreativer Dichter.

Als umtriebiger Schöpfer und Organisator des Traumzeit-Festivals im Landschaftspark schrieb der Duisburger Wilfried Schaus-Sahm städtische Kulturgeschichte. Der Jazz- und Weltmusik-Liebhaber glänzt zudem noch als Künstler und mit seiner Mercator-Matinee-Reihe als philosophisch und naturwissenschaftlich inspirierter Kurator.

Mit „Fragen an die Wissenschaft“ veröffentlichte er jetzt seinen ersten Gedichtband, in dem sein staunender Blick auf die Bedingungen des Lebens vom Willen des Autors zeugt, sich einen eigenen Reim auf die Welt zu machen. Der Leser darf sich an intelligenter Poesie erfreuen, die von der rührenden Liebe im Frühling angenehm weit entfernt ist.

Den Duisburger Dichter bewegen viele Themen

In häufig surrealen Szenarien ist der Dichter auf die üblichen lyrischen Themenfelder keineswegs festgelegt. Mit konsequenter Kleinschreibung folgt Schaus-Sahm dabei einem luftigen und sparsam bebilderten Layout, das dem gedruckten Wort eine gewisse Eleganz verleiht.

„Verhandlungsbasis“ lautet der Titel seines ersten Gedichts, das ganz aus der Perspektive des Dichters seine anspruchsvolle und tiefgründige Textsammlung eröffnet: „Tausche / einen Karton Verse / gegen / ein Geschwätz, / das sich reimt / Lüge / wie gedruckt.“

Die Qualen des Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Es folgen „Das Frühstück im Grünen“ und der „Poet“: „Was dich quält ist Papier.“ Wer als Student mit den Texten des kompliziert formulierenden Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel zu kämpfen hatte, der wird „Die Qualen der Großen“ zu schätzen wissen: „Irgendwo / in diesem gigantischen Apothekerschrank / in einer dieser unzähligen Schubladen / hatte Hegel / das Verb verlegt / mit dem er den seitenlangen Satz krönen wollte.“

„Mallorca im Frühling“ und seine uralten Olivenbäume, „Vaters Tod“, „Die kleinen Helden Manhattans“ sowie ein Gedicht für den alten Bundesliga-Torjäger Timo Konietzka stehen für die inhaltliche Vielseitigkeit des Dichters, dessen Lektüre dem Leser viel Freude bereitet.

Wilfried Schaus-Sahm: Fragen an die Wissenschaft, Books on demand, 14,99 Euro, ISBN-13: 9783753405247

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