Kirche

Ehemaliger Pater entdeckt Bude „Salvatorkirshe“ in Texas

Da staunte Pater Norbert nicht schlecht, als er in San Antonio Station machte. m!

Da staunte Pater Norbert nicht schlecht, als er in San Antonio Station machte. m!

Foto: Siwinski / RR

Altstadt/San Antonio.  Pater Norbert war viele Jahre in Laar und Ruhrort Seelsorger, bevor er nach Connecticut auswanderte. Bei einer Reise entdeckte er das Büdchen.

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen: Der Franziskanerpater Norbert Siwinski staunte nicht schlecht, als er mit der Bahn durch seine neue Heimat, die USA, fuhr und im texanischen San Antonio einen Kiosk namens „Salvatorkirshe“ entdeckte. Vor einem Jahr entschied sich der Geistliche, der zuvor in Beeck lebte und in Laar und Ruhrort rund zehn Jahre gearbeitet hatte, in die Staaten auszuwandern. „Ich habe mich gut eingelebt, aber als ich diese Trinkhalle gesehen habe, hatte ich direkt wieder Herzklopfen und Heimatgefühle“, erzählt der 41-Jährige bei einem Telefonat mit unserer Zeitung. Meist träume er zudem auf Deutsch und die meisten Amerikaner bescheinigen ihm einen deutschen Akzent.

Heimatgefühle und Herzklopfen

Siwinski findet das witzig, denn gebürtig stammt er aus Polen. 2008 kam er nach Duisburg und übernahm die Seelsorge in der Gemeinde St. Maximilian und Ewaldi, die zur Pfarrei St. Michael gehört. „Es war eine sehr intensive Zeit meines Lebens, ich habe mich sehr wohl gefühlt und im Pott viele Freundschaften geknüpft.“ Als er allerdings eine Stellenausschreibung sah, wo in Connecticut und ein Pater für eine polnisch-amerikanische Gemeinde gesucht wurde, bewarb er sich - und wanderte aus. „Dabei war ich noch niemals in New York“, zitiert der er den Udo Jürgens-Song. „Das war alles sehr spontan - ein Zeichen war für mich aber der Name der Gemeinde: wieder St. Michael.“

Neben seinem Job promovierte Siwinski über die mittelalterlichen Schriften des Heiligen San Antonius v. Padua. „San Antonio ist dafür eine wichtige Stadt.“ Dabei war es eher Zufall, dass er dort Station machte. Der Pater fährt derzeit mit der Bahn durch die USA und musste vor einem Hurrican ausweichen. Deshalb verbracht er zwei Tage ungeplant in Texas.

Als er durch die Gegend schlenderte, entdeckte er die Bude mit dem Namen „Salvatorkirshe.“ Dort gab’s zum Beispiel Tacos und Bier. Siwinski war neugierig und recherierte, wie diese Verbindung zustande gekommen ist. Des Rätsels Lösung: Der Künstler Xavier de Richemont hat im Kulturhauptstadtjahr die Salvatorkirche mit kunstvollen Bildern illuminiert. „Mercaturm“ nannte er die kunstvollen Gebilde. Eines davon ist in San Antonio an diesem Büdchen zu sehen – de Richemont war nämlich auch in Texas tätig und hat dort ein Kunstprojekt namens „Saga“ durchgeführt. Auch dort arbeitete er mit Lichtkunst und Video-Installationen.

„Die Verkäuferin war ziemlich überrascht, dass es ein Duisburg und eine Salvatorkirche gibt. Ich habe ihr davon mit leuchtenden Augen berichtet. Das Bier hat sie mir dann spendiert“, erzählt er lachend - und freut sich, dass er auf diesem Wege seine alten Bekannten grüßen kann.

Ein bisschen bewahrt er sich seine deutsche Heimat. Wenn demnächst der BVB in Seattle spielt, fährt er als Ruhrpott-Fan natürlich hin.

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