Karstadt-Schätze

Ein Bremer sucht nach Karstadt-Raritäten in Duisburg

Holger-Philipp Bergt mit einem alten Plakat aus dem Althoff-Magazin von Karstadt. Seine Freunde nennen ihn nur noch „Mr. Karstadt“.

Foto: Bergt

Holger-Philipp Bergt mit einem alten Plakat aus dem Althoff-Magazin von Karstadt. Seine Freunde nennen ihn nur noch „Mr. Karstadt“. Foto: Bergt

Holger-Philipp Bergt recherchiert seit 25 Jahren in der Geschichte von Karstadt. In seiner Privat-Sammlung fehlen noch Raritäten aus Duisburg.

Wenn es um die Geschichte Karstadts geht, ist er wohl der perfekte Ansprechpartner: Holger-Philipp Bergt, ein Speditionskaufmann aus Bremen. Seit über 25 Jahren betreibt er private Recherchen zu Karstadt. Dabei sammelt er alles, was sich um den Warenhauskonzern dreht. Auf seiner Reise durch die Historie Karstadts fehlen ihm Relikte mit Bezug zu den alten Duisburger Kaufhäusern an der Münzstraße und aus Ruhrort.

Seinen Aufzeichnungen zufolge war Karstadt sehr früh in Duisburg vertreten. Im Jahr 1925 übernahm die Rudolph Karstadt AG ein Kaufhaus in der Münzstraße 1, der heutigen Altstadt. Aufgrund der starken Konkurrenz wurde die Filiale schon 1932 geschlossen. „Es war das erste Karstadt-Haus überhaupt“, merkt der 52-Jährige an.

Der Standort in Ruhrort am Neumarkt/Ecke Harmoniestraße wurde 1927 übernommen. Fünf Jahre später wurde das Haus wegen einer Unternehmenskrise in ‘Karzentra’ umbenannt. Die Bürger fanden laut Bergt nur noch ein reduziertes Sortiment vor. Nach Renovierungsarbeiten aufgrund des Zweiten Weltkriegs schloss das Haus im Jahr 1968. Die überlieferte Begründung des Unternehmens: „Investitionen werden von der Unternehmensleitung als unwirtschaftlich betrachtet.“

Eigentlich nur für die Architektur interessesiert

Der Hobbyhistoriker, der von Freunden und Kollegen auch nur „Mr. Karstadt“ genannt wird, interessierte sich zunächst nur für die Architektur. „Phillip Schäfer, der Chefarchitekt, entwarf 15 Häuser und weitere Gebäude. Mit Schäfer entstand der Karstadt-Stil“, so Bergt. Was dessen Stil ausmachte? Starker Vertikalismus. „Die Senkrechte wird viel stärker als die Waagerechte betont.“

Auf was hofft Bergt durch seinen Aufruf? „Es wäre schön, wenn sich ehemalige Karstadt-Angestellte oder -Azubis bei mir melden. Vielleicht haben sie noch einen Arbeitsvertrag für mich, oder sonst etwas aus ihrer Zeit bei Karstadt“, sagt er. Bergt ist sich sicher, dass es in Duisburger Haushalten noch Gegenstände geben würde, die ihm weiterhelfen. „Das wären zum Beispiel alte Holzkleiderbügel mit der Aufschrift ‘Karstadt Duisburg, Münzstraße’ oder ‘Karstadt Ruhrort’. Die Bügel überleben in Schränken schließlich Jahrzehnte“, erklärt der Sammler.

Mehrere Ausstellungen veranstaltete Bergt in der Vergangenheit, in denen er Teile seiner privaten Sammlung präsentierte. Im vergangenen Oktober, anlässlich zu „115 Jahre Karstadt Bremen“, stellte er in seiner Heimatstadt aus. Für die Zukunft wünscht er sich „eine große und umfassende Show, in der mein gesamtes Archiv präsentiert werden kann.“

Ein Ende seiner Recherche-Arbeiten sieht er in nächster Zeit nicht kommen. „Ich stoße einfach immer wieder auf neue Dinge“, sagt Bergt. Genauso unrealistisch wäre für ihn ein Ende von Karstadt in Deutschland. Denn: „Karstadt ist aus der deutschen Tradition nicht mehr wegzudenken.“

>>>> SO KÖNNEN SIE HOLGER-PHILIPP BERGT ERREICHEN

Sind Sie im Besitz von Raritäten aus der alten Karstadt-Zeit mit Bezug zu Duisburg? Haben Sie Holzbügel, Geschirr oder Werbeplakate?


Dann können Sie den Hobbyhistoriker Holger-Philipp Bergt unter der Telefonnummer 0421/4788-5875 erreichen. Oder auch per E-Mail:
holger.bergt@web.de.

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