Interview

Ein neues Bildungszentrum entsteht

Kulturdezernent Thomas Krützberg ist seit 18 Monaten im Amt – und findet, die breit aufgestellte Kultur- und Kunstszene Duisburgs müsse geschützt werden.

Foto: WAZ FotoPool

Kulturdezernent Thomas Krützberg ist seit 18 Monaten im Amt – und findet, die breit aufgestellte Kultur- und Kunstszene Duisburgs müsse geschützt werden. Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.  Kulturdezernent Thomas Krützberg im Gespräch: Er freut sich auf das „Stadtfenster“ und ist sicher, dass Bibliothek und VHS ein breites Angebot machen werden. Wichtiges Thema ist der Kulturentwicklungsplan.

Herr Krützberg, die Entscheidung von Oberbürgermeister Sören Link, Gregor Schneiders Installation „Totlast“ abzusagen, hat dem Ruf Duisburgs als Kulturstadt geschadet. Wie reagieren Sie darauf?

Thomas Krützberg: Er hat die Entscheidung auf seine Schultern genommen. Ich trage die Entscheidung mit. Man hätte sich eine andere wünschen können, ich kann aber nachvollziehen, dass der OB eine Woche vor der Gedenkfeier für die Opfer der Loveparade so entschieden hat. Ich will den OB wieder mit der organisierten Kulturszene zusammenbringen. Er wird sich noch in diesem Jahr mit Gregor Schneider treffen.

Die vier großen städtischen Festivals 2014 sind gelaufen. Wie fällt Ihr Rückblick aus?

Krützberg: Tanztage und Kinderkultur-Festival wirken wie Selbstläufer, sind aber nur mit Mitarbeitern zu bewältigen, die mit Leidenschaft dabei sin. Das gilt auch für die Traumzeit. Da hat das Festivalbüro einen Superjob gemacht. Wir erreichen mit unserem neuen Konzept manche Besucher nicht mehr, haben aber viele neue gewonnen.

Es gab den Vorwurf der Beliebigkeit. Muss nicht das Festival sein Profil schärfen?

Krützberg: Ja, unser Ziel kann nicht sein, auf Headliner zu setzen. Wir müssen eine klare Philosophie für viele erkennbar machen – zum Beispiel mit einem Untertitel. Die Traumzeit wird sich etablieren.

Die Akzente haben im kommenden Jahr den Titel „Heimat“. Gefällt er Ihnen?

Krützberg: Zunächst einmal hat mir die spartenübergreifende Kooperation wieder viel Spaß gemacht. Es gab mehrere überzeugende Themen, aber „Heimat“ war mal an der Zeit. Da verbindet sich so viel. Das ist für die Duisburger nicht ein Punkt. Es gibt schon eine gute Resonanz auf die Postkartenaktion.

Ist es für Sie ein Höhepunkt, dass Ende des Monats, das Stadtfenster übergeben wird?

Krützberg: Es ist ein Projekt, das mit wenig Verzögerung gut gelaufen ist. Ich freue mich sehr auf dieses neue Bildungszentrum. Das Zusammenführen von Bibliothek und VHS ist gut für die Bildungslandschaft. Es wird eine Vielzahl von überzeugenden Angeboten geben.

Es fehlt ein großer Saal, gibt aber einen Drogeriemarkt. Musste das sein?

Krützberg: Sowohl die Entscheidung, das Gebäude von fünf auf vier Geschosse einzudampfen als auch die Entscheidung, im Erdgeschoss Einzelhandel unterzubringen, wurden vor meiner Amtszeit getroffen. Es ist bewundernswert, wie die Nutzer mit diesen nicht optimalen Entscheidungen umgehen.

Was sind Ihre wichtigsten Anliegen bis zum Jahresende?

Krützberg: Ein wichtiger Punkt ist der Kulturentwicklungsplan, den ich schon 2013 zur Beratung vorlegen wollte. Davor waren aber hochakute Probleme zu lösen – wie die Verhandlungen mit der Hannover Leasing über die Behebung der Baumängel im City-Palais. Ich habe in 18 Monaten gelernt, was für eine breit aufgestellte Kultur- und Kunstszene es in Duisburg gibt. Ich ziehe den Hut vor den „Platzhirsch“-Machern, sehe zunehmend junge Leute in der Oper, die Museumslandschaft ist herausragend. Das muss erhalten bleiben – auch in schwierigen Zeiten.

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